In Großbritannien wird ein Verkauf des legendären Buchmachers Bet365 diskutiert. Nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Deutschland und vielen anderen Ländern hat die Marke Bet365 einen glänzenden Ruf. Das Milliarden-Unternehmen befindet sich in Familienbesitz. Doch die Familie Coates hat nach einem Bericht des Guardian damit begonnen, einen Verkauf vorzubereiten.
Bet365 könnte 10 Milliarden EUR bei Verkauf bringen
Bet365 gehörte zu den ersten großen Online-Buchmachern in Großbritannien. Von Großbritannien aus wurden zahlreiche europäische Länder mit Online-Sportwetten bedient. Viele Jahre war Bet365 mit einer Gibraltar-Lizenz ausgestattet. Mittlerweile arbeitet Bet365 mit einer deutschen Lizenz in Deutschland. Das ist kein Zufall, denn schon seit Jahren arbeitet Denise Coates, eine der Gründerinnen und die größte Anteilseignerin, daran, Bet365 in jeder Hinsicht seriös aufzustellen.
Dafür gibt es einen nachvollziehbaren Grund: Bet365 hat mittlerweile in 13 US-Bundesstaaten eine Lizenz und ist somit gut positioniert auf dem wachsenden amerikanischen Glücksspielmarkt. Doch US-Investoren sind nur an Unternehmen interessiert, die keine Compliance-Probleme haben. Bet365 hat sich im Laufe des vergangenen Jahrzehnts von einem Glücksspielanbieter auf dem Graumarkt zu einem einwandfrei legalen Unternehmen entwickelt.
Diese Strategie könnte sich auszahlen, wenn es darum geht, einen Käufer für Bet365 zu finden. Dabei werden zwei grundlegende Optionen diskutiert: Bet365 könnte mit einem Börsengang den aktuellen Eigentümern einen Geldregen bescheren. Allerdings ist es auch denkbar, dass ein direkter Verkauf an Investoren stattfindet, ganz ohne Börsengang.
Das Volumen des Verkaufs wird von Experten auf ungefähr 10 Mrd. EUR geschätzt. Somit wäre der Verkauf von Bet365 einer der größten Deals in der Geschichte des globalen Online-Glücksspiels. Noch ist allerdings unklar, ob es am Ende tatsächlich zum Verkauf kommen wird. Sicher ist nur, dass die Eignerfamilie Coates sich darauf geeinigt hat, einen Verkauf anzustreben.
Bet365 mit großer Zukunft – oder beste Zeiten vorbei?
Denise Coates kassiert jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag, da sie 58 % des Unternehmens hält. Allerdings ist das Geschäft auf dem heimischen Glücksspielmarkt in Großbritannien in den vergangenen Jahren schwieriger geworden. Derzeit wird über eine weitere Verschärfung der Glücksspielgesetze debattiert. All das könnte dazu führen, dass Bet365 in Zukunft weniger profitabel sein wird als in den vergangenen Jahren.
Allerdings gibt es noch viel Potenzial auf dem US-Markt. Vielleicht wäre die Übernahme durch einen anderen Glücksspielanbieter der beste Weg, um Bet365 in eine glorreiche Zukunft zu führen. Vollkommen klar ist, dass nur mit einer weiteren US-Expansion die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte fortgeführt werden kann. In der Europäischen Union wächst Bet365 nur noch langsam, da viele Länder das Online-Glücksspiel streng regulieren.
Bet365 ist vielen Sportwetten-Fans ein Begriff
In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern gibt es zahlreiche Sportwetten-Fans, die ihre ersten Erfahrungen mit Online-Sportwetten bei Bet365 gesammelt haben. Der Wettanbieter war lange Zeit auf dem EU-Glücksspielmarkt der Goldstandard. Obwohl es immer auch ein Online-Casino gab, standen die Sportwetten stets im Mittelpunkt des Programms.
Wenn Bet365 verkauft wird, endet eine Ära, an deren Anfänge sich viele Glücksspiel-Fans mit Wehmut erinnern. Bevor fast alle EU-Länder eigene gesetzliche Rahmenbedingungen für das Online-Glücksspiel einführten, gab es einen vitalen Online-Glücksspielmarkt, der rasant wuchs und mit immer neuen Attraktionen aufwarten konnte.
Bet365 war beispielsweise einer der ersten Buchmacher, der ein umfangreiches Livestream-Portfolio anbieten konnte. Vielleicht sind die goldenen Zeiten vorbei. Aber der Name Bet365 wird vielen Sportwetten-Fans noch lange im Gedächtnis bleiben als einer der ersten Online-Buchmacher mit Anspruch.
