Enthüllt: GGL nutzt wirkungsvolle IP-Sperren durch die Hintertür

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat den Tätigkeitsbericht 2024 veröffentlicht. Das Dokument enthält spannende Informationen zu IP-Sperren. Tatsächlich nutzt die GGL IP-Sperren durch die Hintertür, um illegale Glücksspielanbieter vom deutschen Internet auszuschließen. Obwohl die IP-Sperren nicht in der ursprünglich vorgesehenen Weise funktionieren, ist es der GGL gelungen, mit Hilfe des Digital Service Acts 657 Websites mit illegalem Glücksspiel zu sperren. Das ist ein unerwarteter Erfolg.

GGL sperrt illegale Glücksspielanbieter über Digital Service Act

Im Glücksspielstaatsvertrag 2021 sind IP-Sperren als wichtiges Mittel zur Durchsetzung des legalen Online-Glücksspielmarkts vorgesehen. Aus rechtlichen Gründen ist es allerdings nicht möglich, IP-Sperren in der im Glücksspielstaatsvertrag geplanten Vorgehensweise umzusetzen. Doch die GGL hat einen Weg gefunden, dieses Problem zu lösen. Über den Digital Service Act kann die deutsche Glücksspielbehörde Provider dazu zwingen, illegale Glücksspielangebote zu sperren.

Zunächst identifiziert die GGL die Host-Provider, die illegale Glücksspielseiten ins deutsche Internet bringen. Anschließend werden die Host-Provider dazu aufgefordert, die Vermittlung einzustellen. Das Ergebnis ist, dass die Glücksspielseiten nicht mehr vermittelt werden. Ein Aufruf aus Deutschland ist über die jeweiligen Host-Provider in der Folge nicht mehr möglich.

Nach Auskunft im Tätigkeitsbericht 2024 ist es der deutschen Glücksspielbehörde gelungen, 657 Internetseiten zu sperren. Wie wirksam die Sperren sind, lässt sich allerdings schwer beurteilen. Nur weil bei einem Host-Provider eine IP-Sperre eingerichtet ist, bedeutet dies nicht, dass es nicht andere Host-Provider gibt, die keine IP-Sperre haben.

Zudem ist es relativ einfach, IP-Sperren zu umgehen. Doch die ganz normalen Glücksspiel-Fans, die nach Online-Casinos im Internet suchen, werden relativ wirkungsvoll von den illegalen Glücksspielanbietern abgeschirmt. Allerdings sollte auch klar sein, dass die 799 illegalen Glücksspielseiten, die von der GGL im Jahr 2024 untersucht wurden, nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

Der illegale Glücksspielmarkt im Internet funktioniert wie eine Hydra. Es dauert lange, bis eine IP-Sperre umgesetzt ist. Dahingegen dauert es maximal ein paar Stunden, bis ein Glücksspielanbieter eine neue Adresse bezogen hat. Deswegen können IP-Sperren allein das Problem des illegalen Online-Glücksspiels nicht lösen.

Payment Blocking im Kampf gegen illegales Glücksspiel wirkungsvoll

Neben den IP-Sperren ist Payment Blocking ein wirkungsvolles Instrument. Da es nicht möglich ist, alle illegalen Glücksspielanbieter über IP-Sperren vom deutschen Markt zu vertreiben, nutzt die deutsche Glücksspielbehörde Payment Blocking, um den Anbietern, die sich nicht vertreiben lassen, das Leben schwer zu machen. Worum geht es beim Payment Blocking?

Durch Kooperation mit 43 Zahlungsdienstleistern ist es der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder im Jahr 2024 gelungen, die Zahlungsmethoden illegaler Glücksspielseiten in Deutschland zu begrenzen. Die 43 genannten Zahlungsdienstleister kooperieren nicht mehr mit illegalen Glücksspielanbietern in Deutschland.

Dieser Effekt lässt sich gut beobachten. In den vergangenen Jahren hat sich die Auswahl an Zahlungsmethoden in Online-Casinos ohne Lizenz deutlich verändert. Dazu ein Beispiel: Früher war es kein Problem, ein Online-Casino ohne deutsche Lizenz mit PayPal zu finden. Doch diese Zahlungsmethode ist mittlerweile ausschließlich auf dem legalen Markt verfügbar.

Auch viele andere Zahlungsoptionen sind in den illegalen Online-Casinos nicht mehr verfügbar. Doch genauso wie bei den IP-Sperren gilt, dass es nicht möglich ist, ein lückenloses System zu kreieren. Es ist kein Zufall, dass die Krypto-Casinos in den vergangenen Jahren enorm an Boden gewonnen haben. Kryptowährungen lassen sich nicht mit Payment Blocking ausbremsen, da es sich um dezentrale Zahlungssysteme handelt.

Beeindruckende Maßnahmen – überschaubarer Erfolg?

Es ist bemerkenswert, dass die GGL mit IP-Sperren und Payment Blocking wirkungsvolle Maßnahmen umsetzt. Aber entscheidend ist am Ende die Kanalisierung des Glücksspielmarkts im Internet. Die GGL nennt keine konkreten Zahlen zur Kanalisierung im Tätigkeitsbericht 2024, zeigt sich aber optimistisch. Viele Experten sehen dies jedoch anders und einige vermuten, dass die Kanalisierung in Deutschland höchstens bei 40 Prozent liegt.

Das führt zur Frage: Würde ohne IP-Sperren und Payment Blocking überhaupt jemand die unattraktiven legalen Glücksspielangebote nutzen?


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