Finanz-Schock in Liechtenstein: Schweizer Spielsperren ruinieren Casinos

Seit dem 7. Januar werden alle Spieler, die in der Schweiz eine Spielsperre haben, auch in den Casinos in Liechtenstein automatisch gesperrt. Die aktuellen Zahlen belegen, dass dies zu Umsatzeinbußen in Höhe von bis zu 85 % führt. Der dramatische Rückgang ist eine erhebliche Bedrohung für die Casinos in Liechtenstein. Aber die aktuelle Entwicklung zeigt aber auch, dass die Casinos in Liechtenstein erheblich von spielsüchtigen Grenzgängern profitiert haben.

Neue Spielsperren-Regelung bedroht Casinos in Liechtenstein

In den Schweizer Spielbanken sind mehr als 100.000 Spieler gesperrt. Lange Zeit galten diese Spielsperren allerdings ausschließlich für die Schweiz. Doch eine Vereinbarung zwischen der Schweiz und Liechtenstein hat dazu geführt, dass seit dem 7. Januar jede Spielsperre, die in der Schweiz verhängt wird, auch in Liechtenstein gilt und umgekehrt. Wohl kaum jemand hätte allerdings gedacht, dass die Auswirkungen derart dramatisch sind.

Neue Spielsperren-Regelung bedroht Casinos in Liechtenstein

Es zeigt sich, dass die Liechtensteiner Casinos erheblich auf Spieler aus der Schweiz angewiesen sind. Aber nicht auf ganz gewöhnliche Spieler, sondern auf Spielsüchtige. Die Übernahme der Sperren aus der Schweiz in Liechtenstein führt offenbar dazu, dass die Casinos in Liechtenstein erhebliche wirtschaftliche Probleme bekommen.

Ein Umsatzrückgang von bis zu 85 % in den größten sechs Spielcasinos des Landes wird vom Liechtensteiner Casinoverband kommuniziert. Das bedeutet, dass die Casinos in Liechtenstein nahezu ausschließlich davon existierten, gesperrten Schweizern einen Zugang zum Glücksspiel zu ermöglichen.

In den Liechtensteiner Casinos waren vor der neuen Regelung gerade einmal etwas mehr als 4.000 Spieler gesperrt. Die Betreiber der Casinos werden in den nächsten Wochen erklären müssen, wie es dazu kommen konnte, dass zahlreiche gesperrte Spieler aus der Schweiz offenbar in Liechtenstein unbehelligt spielen konnten.

Neue Spielsperren gut für Spielsüchtige – schlecht für Casino-Betreiber

Die Casino-Betreiber in Liechtenstein hatten damit gerechnet, dass es leichte Umsatzeinbußen durch die neue Regelung geben könnte. Aber wenn auch nur ansatzweise der Verdacht bestanden hätte, dass ein erheblicher Teil des gesamten Umsatzes einbricht, wäre die Liechtensteiner Casino-Lobby wahrscheinlich auf die Barrikaden gegangen, um die Übernahme der Spielsperren aus der Schweiz zu verhindern.

Neue Spielsperren gut für Spielsüchtige – schlecht für Casino-Betreiber

Die großen Gewinner der neuen Entwicklung sind die Spielsüchtigen, denn mit der Übernahme der Spielsperren in Liechtenstein wird eine wichtige Lücke geschlossen. In Zukunft kann kein Spielsüchtiger, der in der Schweiz nicht mehr zum Zug kommt, einfach über die Grenze fahren und in Liechtenstein spielen.

Die Casino-Betreiber in Liechtenstein stehen vor einer existenzbedrohenden Situation. Kein Unternehmen kann es verkraften, wenn dauerhaft bis zu 85 % des Umsatzes wegbrechen. Die Diskussionen um den Bau neuer Casinos in Liechtenstein, die in den vergangenen Jahren immer wieder aufflammten, dürften mit der aktuellen Entwicklung ein abruptes Ende finden.

Angesichts der neuen Zahlen stellt sich eher die Frage, wie viele Casinos in Liechtenstein überleben können.

Spielerschutz für Spielsüchtige in der Schweiz bleibt lückenhaft

Es ist ohne Zweifel ein großer Erfolg, dass die Spielbanken in Liechtenstein nicht mehr von in der Schweiz gesperrten Spielern genutzt werden können. Aber es gibt nach wie vor Online-Casinos, die nicht auf Spielsperren schauen. Zudem nutzen gesperrte Spieler auch die Möglichkeit, in Österreich und Deutschland zu spielen, denn mit diesen beiden Ländern gibt es bezüglich Spielsperren keine Vereinbarung.


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