Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) untersucht innovative Möglichkeiten, Problemspieler frühzeitig zu ermitteln. Neue Indikatoren sollen dabei helfen, Spieler, die von normalen Glücksspiel-Fans zu Spielsüchtigen werden, rechtzeitig zu stoppen. Der Einsatz von pseudonymisierten Daten spielt bei der Entwicklung einer neuen Strategie für den Spielerschutz eine wichtige Rolle.
Kansspelautoriteit nutzt Spielerdaten für besseren Spielerschutz
Die Glücksspielregulierung in den Niederlanden ist streng und auf hohen Spielerschutz ausgelegt. Mit der neuen Initiative der niederländischen Glücksspielbehörde soll das Niveau sogar noch erhöht werden. Die Idee ist einfach, aber die Umsetzung durchaus anspruchsvoll: Die KSA nutzt die verfügbaren Spielerdaten, die von den Glücksspielanbietern gesammelt werden müssen, in pseudonymisierter Form, um Verhaltensmuster zu erkennen.
Aus der Analyse sollen Erkenntnisse darüber gezogen werden, wie der Spielerschutz optimiert werden kann. Die bisherigen Studien zeigen bereits interessante Ergebnisse. Anhand der Session-Dauer und der Uhrzeit, zu der ein Spieler aktiv ist, ist es demnach möglich, Hinweise auf ein beginnendes Spielsuchtproblem zu finden.
Auch die Anzahl der Einzahlungen an einem Tag oder an mehreren Tagen nacheinander kann ein wichtiger Indikator sein, kann darauf hindeuten, dass ein Spieler problematisches Verhalten zeigt. Allerdings scheint auch klar zu sein, dass ein Indikator für sich genommen noch keinen schlüssigen Nachweis für ein Problem darstellt.
Deswegen möchte man bei der KSA ein System entwickeln, das mehrere Indikatoren, die für sich genommen vielleicht gar nicht problematisch sein müssen, zusammenfasst. Wenn mehrere Indikatoren gleichzeitig ausschlagen, kann dies ein starker Hinweis darauf sein, dass ein Spieler besonderen Schutz benötigt.
Spielerschutz auch durch höhere Geldbußen
Erst kürzlich hat die niederländische Glücksspielbehörde einen neuen Strafenkatalog veröffentlicht, der Geldbußen in Höhe von bis zu 4 Mio. € ermöglicht. Die Höhe der Strafe soll dabei auch vom Bruttospielertrag abhängig sein, sodass jeder Glücksspielanbieter den wirtschaftlichen Möglichkeiten entsprechend bei Verstößen fair und korrekt bestraft wird.
Hohe Strafen für lizenzierte Glücksspielanbieter sollen dazu beitragen, dass die Regeln penibel eingehalten werden. In Kombination mit einem verbesserten individuellen Spielerschutz soll ein hohes Maß an Sicherheit bei den Glücksspielanbietern mit niederländischer Lizenz erreicht werden. Doch das allein genügt nicht, um den Spielerschutz lückenlos zu gestalten.
Illegales Glücksspiel bleibt auch in den Niederlanden Problem
Das legale Online-Glücksspiel lässt sich nahezu beliebig streng regulieren. Das zeigt nicht nur die Kansspelautoriteit in den Niederlanden, sondern auch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Deutschland. Doch ein wesentliches Problem beim Spielerschutz ist, dass der Zugang zu nicht lizenzierten Glücksspielanbietern erstaunlich einfach ist.
Spieler, die sich über die strengen Regeln in den Niederlanden oder Deutschland hinwegsetzen möchten, finden zahlreiche Online-Casinos ohne deutsche Lizenz. Ein nachhaltiger Spielerschutz kann deswegen nur funktionieren, wenn der Schwarzmarkt minimiert wird. Doch dieses Unterfangen stellt sich immer wieder als Sisyphusarbeit heraus.
Hohe Strafen für legale Glücksspielanbieter sorgen für eine positive Öffentlichkeitswirkung. Aber Kenner der Glücksspielbranche wissen, dass damit gerade die Unternehmen bestraft werden, die bereits einen hochwertigen Spielerschutz umsetzen und legal arbeiten. Auf die problematischen Glücksspielanbieter haben die Glücksspielbehörden in den Niederlanden und in Deutschland keinen Zugriff.

