Post von der Kriminalpolizei wegen unerlaubten Glücksspiels – So können Sie sich wehren

Zahlreiche Spieler haben in den vergangenen Wochen Post von der Kriminalpolizei bekommen. Der Vorwurf lautet: Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel. Allerdings gibt es keinen Grund, in Panik zu verfallen. Zahlreiche Verfahren wurden bereits eingestellt. Es ist jedoch wichtig, die Nachricht der Kriminalpolizei nicht zu ignorieren und richtig zu reagieren.

Unerlaubtes Glücksspiel – was ist dran am Vorwurf der Kripo?

In Deutschland gibt es den Glücksspielstaatsvertrag 2021, der das legale Glücksspiel regelt. Demnach sind in Deutschland Online-Casinos erlaubt, allerdings nur mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Allerdings ist unklar, ob auch Lizenzen anderer EU-Länder in Deutschland zulässig sind.

Seit vielen Jahren wird darüber diskutiert, ob die EU-Dienstleistungsfreiheit Ländern wie Malta oder Estland gestattet, Online-Glücksspiele in Deutschland anzubieten. Deswegen ist die Frage, ob ein Online-Casino legal ist, keineswegs trivial. Doch warum schickt die Kriminalpolizei dann Briefe heraus, in denen es um unerlaubtes Glücksspiel geht?

Die genauen Hintergründe sind unklar, aber es ist denkbar, dass es eine politische Initiative gibt, Online-Casinos ohne deutsche Lizenz mit neuen Mitteln zu bekämpfen. Bislang wurden ausschließlich Glücksspielanbieter angegangen, etwa mit Payment Blocking. Die Erfolge sind aber eher bescheiden.

Nach Briefen der Kriminalpolizei wurden bereits zahlreiche Verfahren eingestellt. Viele Spieler wissen überhaupt nicht, ob ein Online-Casino legal ist oder nicht. Zudem geht es oft um kleine Beträge, die zwar theoretisch unter Paragraf 285 des Strafgesetzbuches (StGB), in dem die Beteiligung an unerlaubtem Glücksspiel geregelt ist, fallen. Aber in der Praxis werden Verfahren meist schnell eingestellt.

Die maximalen Strafen in Höhe von 180 Tagessätzen oder einem halben Jahr Haft wurden unseres Wissens nach bislang nie gegenüber Teilnehmern am Online-Glücksspiel ausgeschöpft – nicht einmal ansatzweise. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass diese gesetzliche Regelung geschaffen wurde, um Spieler, die in klassischen Hinterhof-Casinos aktiv sind, belangen zu können.

So sollten Betroffene auf Schreiben der Kripo reagieren

Niemand möchte Post von der Kriminalpolizei bekommen. Aber es ist wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren, denn in den meisten Fällen ist eine einfache Lösung möglich. In jedem Fall sollten Sie sich einen Anwalt nehmen, der mit Ihnen Ihre individuelle Situation bespricht. In jedem Fall sollten Sie das Schreiben der Kriminalpolizei mit einem anwaltlichen Schreiben beantworten lassen.

Keinesfalls sollten Sie den Brief der Kriminalpolizei ignorieren oder selbst beantworten. Wenn es um rechtliche Fragen geht, ist es immer eine gute Idee, einen Anwalt hinzuzuziehen. Schon die Einschaltung eines Anwalts führt oft dazu, dass die Gegenseite das Verfahren aufgibt, da mit der Weiterführung des Verfahrens für die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft ohnehin nicht viel auszurichten ist.

Wahrscheinlich geht es bei den aktuellen Mitteilungen der Kriminalpolizei an Spieler eher darum, Unsicherheit und Angst zu verbreiten. Wenn Sie allerdings richtig reagieren und ein paar Euro in einen Anwalt investieren, müssen Sie sich keine Sorgen machen, denn das Problem lässt sich normalerweise schnell und unkompliziert aus der Welt schaffen.

Es gibt diverse Gründe, warum ein Verfahren eingestellt werden kann. Ein Formfehler, keine ausreichenden Beweise und auch ein bislang unbescholtener Beschuldigter sind Argumente, die ein Anwalt nutzen kann, um die Verfahrenseinstellung zu bewirken. Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, entstehen nicht einmal Kosten für den Anwalt.

Nutzt die Kripo Bankdaten zur Verfolgung von Spielern?

Viele Spieler dürften sich fragen, wie die Kriminalpolizei an ihre Daten gekommen ist. Die Antwort ist wahrscheinlich, dass die Banken der Spieler verdächtige Zahlungsvorgänge der Polizei gemeldet haben. Angeblich sollen die Sparkassen und die Commerzbank besonders aktiv in dieser Hinsicht sein. Aber eine Bestätigung dieser Gerüchte liegt uns nicht vor.

Das Vertrauen in das Bankensystem wird bei den Glücksspiel-Fans in Deutschland nicht gerade gestärkt. Wer möchte schon, dass die eigene Bank jeden Zahlungsvorgang durchleuchtet und bei ein paar Euro, die an ein Online-Casino gezahlt oder von einem Online-Casino empfangen werden, gleich die Polizei ruft?

Ein Effekt der aktuellen Aktion der Kriminalpolizei dürfte sein, dass noch mehr Spieler zu modernen Kryptowährungen ausweichen. Bei Bitcoin und Co. können sich Spieler sicher sein, dass die Transaktionen für die Polizei unzugänglich sind. Der Bitcoin-Kurs ist wieder im Bereich seines Allzeithochs unterwegs. Wenn die staatliche Überwachung auch bei eigentlich banalen Themen wie Online-Casinos weiter zunimmt, stehen die Kryptowährungen vor einer goldenen Zukunft.


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