Im Interview: Dave „Devilfish“ Ulliott


Götz Schrage: Guten Abend, Mr.Devilfish. Ich weiß nicht, ob Sie sich an mich erinnern, wir haben manchmal in den späten 90ern am selben Tisch gespielt. Im CCC und in Baden bei der EM. Christoph Haller hatte mich damals gestacked.

Dave "Devilfish" Ulliott

Devilfish: Klar erinnere ich mich. Die Stimme und so – du bist dieser große Deutsche. Wie geht es meinem Freund Christoph?

Götz Schrage: Gut – Danke! Und seitdem er nicht mehr mein Omaha Spiel finanzieren muss, geht es ihm auch finanziell tadellos.

Devilfish: Omaha ist ein verdammt gefährliches Spiel. Wenn das jemand wissen muss, dann ich. Grüßen Sie Christoph Haller bitte von mir.

Götz Schrage: Mache ich verlässlich – Apropos von Sandra Naujoks soll ich Ihnen schöne Grüße ausrichten.

Devilfish: Nice – Das hat sie in Dortmund super gemacht. Ich kenne Sandra aus Paris von diesem Award-Event. Ein wirklich scharfes Mädchen.

Götz Schrage: Also „scharfes Mädchen“ wären nicht die Worte, die ich wagen würde zu wählen, wenn es um Sandra Naujoks geht.

Devilfish: Glauben Sie mir das. Wenn Devilfish das zu ihr sagt, mag sie das auch. Hätten Sie bitte ihre Nummer.

Götz Schrage: Klar habe ich ihre Nummer, aber bitte nehmen Sie es mir nicht übel, ich kann und darf sie nicht weitergeben.

Devilfish: Mein Freund haben Sie vergessen, wir haben schon zusammen Omaha gespielt in den späten 90ern. Da darf man dann auch die Nummer weitergeben.

Götz Schrage: Leider, nichts zu machen. Da ist eine Prinzipiensache. Sollte mich morgen Giselle Bündchen nach Ihrer Nummer fragen, weil sie einsam durch London irrt, bleibe ich auch diskret und konsequent und sage „Nein“.

Devilfish: Jetzt weiß ich nicht so Recht, ob ich mir wirklich Zeit nehmen möchte für dieses Interview (lacht und es hört sich gefährlich an).

Götz Schrage: Gut dann beeile ich mich – Wieso haben Sie die EPT Dortmund nicht selbst gespielt. Bei der abschließenden Siegerparty hat Sandra zu später Stunde auf der Theke getanzt. Fantastisch! Ein schwarzes Siptzenbustiers, High Heels – das Licht war gedämpft und dann hat sie langsam….

Devilfish (unterbricht): Heilige Scheiße! Heilige Scheiße – wirklich wahr?

Götz Schrage: Nein – keine Sorge. Das habe ich soeben komplett erfunden. Ich war selbst gar nicht in Dortmund. Mich hat auch keiner vermisst, aber Sie selbstverständlich schon. EPT Dortmund ist doch ein großes Ding.

Devilfish: Also erstmals fahre ich nicht gerne in die Kälte. Wo ich bin, muss es heiß sein – und damit meine ich nicht nur das Spiel und die Frauen. Außerdem habe ich ein wenig Probleme mit meiner gebrochen Hand (es folgt ein ausführliches medizinisches Bulletin von dem ich sehr wenig verstehe).

Götz Schrage: Und wie ist das passiert? Habe Sie Ihr ganzes Geld von der Bank geholt und mit einer Hand nach Hause getragen?

Devilfish (gequältes Lachen): Nein ich hatte einen Kampf und der ist schlecht für meinen Gegner ausgegangen, aber leider auch schlecht für meine Hand. Zwei Typen haben einen Freund von mir in der Nacht auf der Straße überfallen und das war eben einer zu viel für ihn und obwohl ich mit der Sache überhaupt nichts zu tun hatte, musste ich da selbstverständlich eingreifen.

Once Upon in America

Götz Schrage: Verstehe – Die Ehre der Straße und so. Jetzt fällt mir auch wieder ein wir beide haben damals lange über „Once Upon in America“ gesprochen. Einer meiner damaligen Lieblingsfilme und…

Devilfish (unterbricht mich) : Das ist immer noch mein Lieblingsfilm und ich glaube ich kann den inzwischen fast auswendig mitsprechen.

Götz Schrage: Na umso besser. Ich habe da ein Zitat vorbereitet. Irgendwie der Schlüsselsatz für den Film und vielleicht auch irgendwie für Ihr Leben.

Max (James Woods): „You will live with the stink of the streets all your life“.
Noodles (Robert De Niro): „I like the stink of the streets. It cleans my lungs and gives me a hard one“.

Devilfish: Wow – genau das ist es! Genau darum geht es! Sie haben den Film wirklich verstanden und mich sowieso. Wussten Sie, dass James Woods ein ambitionierter Pokerspieler ist? Wahrscheinlich treffe ich ihn dieses Jahr bei der WSOP.

Götz Schrage: Das muss man natürlich wissen. Und Sie kennen ihn tatsächlich persönlich oder nur so eine Casinobekanntschaft von der Ferne?

Devilfish: Nein, nein – James Woods kenne ich richtig gut. Wir gehen auch aus miteinander und er ist ein wirklich höflicher Gastgeber und feiner Kerl. Einmal bei der WSOP hatte ich ein Set Siebener getroffen. James spielt Pot-Size, alle schmeißen weg bis zu mir und ich bin gleich all in gegangen mit den Worten: „man kann alles sofort wegschmeißen. Wirklich alles und sofort“. Da hat er seine Könige offen gefoldet und ich habe natürlich auch gezeigt – Bei Freunden tue ich mir verdammt schwer das Maximum rauszuholen. Sind ja schließlich genug da draußen, die nicht meine Freunde sind (lacht).

Götz Schrage: Apropos – keine Freunde. Muss nochmals rasch zurück in die alte Welt wechseln. Die Buchmacher auf der Rennbahn sind noch immer nicht Ihre Freunde, wie ich annehme. Sind Sie tatsächlich noch überall gesperrt?

Devilfish: Da kann ich nur sagen ……

Was dann folgt übersteigt leider meine Vokabelkenntnisse bei weitem. Grob gesagt werden die sexuellen Obsessionen der Buchmachergilde ausführlich erörtert. Durch die Bank Homosexuelle, die mit ihrer Mutter schlafen und diese Mütter sind wiederum Hündinnen oder Prostituierte – oder vielleicht beides?
Ein wenig klarer – aber auch unterbrochen durch slangmäßiges Rennbahnchinesisch – ist mir die Art seiner Wetten. Scheinbar spielt Devilfish gerne große Handicaps, bei denen er buchstäblich in der letzten Minute nach genauer Beobachtung wirklich hohe Summen auf Pferde setzt – Geld retour, wenn das Pferd auf Platz läuft und große Kassa wenn sein Tipp den Sieg macht.
Offenbar spielt das niemand so hoch und konsequent wie Devilfish, deswegen macht es meist auch wenig Sinn jemand zu schicken, der an seiner Statt wettet. Wobei erschwerend dazu kommt, dass enge Freunde sowieso ausfallen, weil die an den Annahmestellen sofort erkannt werden. So muss er zusätzlich noch Risiko nehmen mit Zufallsbekanntschaften und das raubt ihm die ganze Freude usw. usw.

Götz Schrage: Vielleicht ein Grund mehr, mal wieder nach Wien zu kommen. Dann gehen wir gemeinsam in Krieau zum Trabrennen.

Devilfish: Würde ich ja gerne. Würde ich wirklich gerne – aber ich fliege jetzt erst mal nach Las Vegas und spiele die Turniere im Bellagio und dann muss ich mich beeilen, weil auf die EPT Monte Carlo will ich auf keinen Fall verzichten.

Götz Schrage: Bellagio? Wird das wieder eine Gewaltsession in „Bobby´s Room“. In Ihrem Blog haben Sie erwähnt, dass Sie letzten Sommer mit einer Million Dollar im Minus waren. Meine Frage dazu, waren da Beteiligungen dabei, oder waren Sie da zu 100% mit dem eigenen Geld drinnen?

Devilfish: Eine Menge Fragen. Also wenn ich wirklich hoch spiele bin ich lieber alleine und dieses Jahr werde ich mich nicht nochmals so aus dem Fenster lehnen. Da habe ich meine Lektion gelernt. Bobby (Bobby Baldwin – Anm.d. Red.) ist ein guter Freund von mir und die Idee eine wilde, feine 300/600 Blind Omaha PL Partie zu spielen, erschien mir sehr reizvoll. Allerdings war das ganze noch viel höher als ich dachte. Es gab praktisch vor jedem Spiel ein 1200 Live-Stradle und dementsprechend waren dann auch die Pots. Gottseidank konnte ich mich letzten Sommer noch erholen, aber zweitweise war mein ganzes Geld weg, was ich mit drüben hatte und ich musste mir noch $200.000 von Bobby ausleihen. Kurve gekratzt, Lektion gelernt – diesmal konzentriere ich mich wieder auf die Turniere.

Götz Schrage: Sehr vernünftig! Und wie vernünftig bleiben Sie bei den anderen Verführungen, die es so in den Casinos gibt? Black Jack, Roulette und so weiter?

Devilfish: Absolut! Auch da bin ich inzwischen grundvernünftig. Ich habe erkannt, dass wenn gegen ein System – also gegen das Haus zum Beispiel – antritt muss man selbst ein System haben. Sie verstehen was ich meine?

Götz Schrage: Nicht wirklich. Roulette-Systeme kommen doch gleich nach dem Monster von Loch Ness in der Ernsthaftigkeit.

Devilfish: Nein mit dem Geld mach ich das. Wenn ich zum Beispiel Roulette spiele, dann setze ich exakt 500 Pfund auf das erste Dutzend…. („wenn ich dann gewinne……. wenn ich dann verliere….. wenn ich dann am nächsten Tag wieder komme ….. wenn ich dann die 500 Pfund“) – Soweit so klar?

Götz Schrage: Ehrlich gesagt beträgt mein Stundensatz 10.000 Pfund, wenn ich mir Roulette-Systeme anhören muss – aber bis jetzt war alles gratis.

Devilfish (lacht): Ich gebe auf. Dafür hätte ich noch eine Bitte.

Götz Schrage: Bitte lassen Sie mich noch diese eine Frage stellen. Ich hoffe Sie wird Ihnen gefallen. Ich bin ja ein Riesenfan der „Fine Young Cannibals“ und besonders die Songzeile „I am not the man I used to be“ gibt mir zu denken. Wird Devilfish immer Devilfish bleiben mit gebrochenen Gliedmaßen und immer wieder gebrochenem Herzen, oder wird er diesen Song auch mal ins biographische Repertoire nehmen müssen?

Devilfish: Also ändern werde ich mich garantiert nicht – Wozu auch? Läuft doch super, macht Spaß und Robert de Niro hat doch alles gesagt. Und Roland Gift (Sänger der „Fine Young Cannibals“ – Anm.d.Red.) kenne ich sehr gut. Der hat bei meiner Geburtstagsfeier ein Überraschungskonzert gegeben.

Götz Schrage: Respekt – Hoffentlich werde ich noch reich und bei meinem 70. Geburtstag spielen auch die Cannibals.

Devilfish: Vorsicht mein Freund. Die Hand heilt immer besser und irgendwann bin ich dann wieder in der Nähe. – Nebenbei erwähnt. Was ist denn jetzt mit der Nummer von Sandra?

Götz Schrage: Keine Chance – War das die Bitte?

Devilfish: Nein, da geht es um etwas anderes. Ich brauche da ein paar Outs mehr. In Deutschland und Österreich gibt es ja zweifelsfrei die schönsten Frauen der Welt und ich bin seit ein paar Tagen wieder zu haben. Könnten Sie bitte einen Aufruf starten. Hübsche Frauen, die auch gerne reisen, sollen sich bitte mit Bild und ein paar persönlichen Worten bei der Redaktion bewerben – nur bitte keine Professionellen.

Götz Schrage: Das machen wir verlässlich. Ich leite das dann weiter.

Devilfish: Super

Götz Schrage: Und wegen der „Professionellen“ – ich werde einfach mit den Scheinen aus unserer redaktionseigenen Kaffeekassa wedeln. Alle, die da widerstehen sind mögliche Kandidatinnen.

Devilfish: Das hört sich nach einem ganz fantastischen Plan an. So machen wir es! Und vielen Dank für das Gespräch!

Götz Schrage: Das war mein Text „Danke für das Gespräch“.

Devilfish: Hauptsache es ist gesagt. Bis bald.

Götz Schrage: Bis bald.

Bewerbungen bitte unter Chiffre: PFSFD (Pokerfirma sucht Frau Devilfish) an die Redaktion pfsfd@pokerfirma.de


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intoxicated
11 Jahre zuvor

lol, bestes feature!

alle peter eastgates < devilfish, period!

barista
11 Jahre zuvor

hehe. mal wieder sehr amuesantes interview.
wirklich ein wahnsinnsvogel dieser devilfish

Tanja
11 Jahre zuvor

Na, das wird dann mal ein „Gewinnspiel“ wo ich NICHT mitmache:-)

Ich glaube das ist das schlechteste was ihr bisher angeboten habt… 😆

British Taxi Driver
11 Jahre zuvor

Der Devilfish at it’s best. Ha ha ha ha ! Brilliantes Interview, Vielen Dank.

Ralph
11 Jahre zuvor

Ganz großes Interiew – und jetzt moch den Audiomitschnitt von der Wettgeschichte!

matthias
11 Jahre zuvor

Super Interview! 😉 Und gabs jetzt irgendwelche Fragen von Usern aus dem Forum? Wenn ja, welche?

beo
11 Jahre zuvor

Topinterview! Bitte lasst noch mehrere folgen aus Wien.Wo kann man Devils Blog lesen?

Paul Barnes
11 Jahre zuvor

Sie koennen Devilfish’s Blog auf http://www.devilfish.com bzw. http://www.devilfish.com/en/Poker/WSOP-Blog.aspx lesen. Besten Gruss, Paul (CEO, Devilfish.com)

bootylicious
11 Jahre zuvor

meint ihr das ernst? muss sofort meine bewerbungsunterlagen zusammensuchen und ein hübsches bild machen 😀 – mein Ticket zur WSOP – zwar nur als Zuschauer aber ok :mrgreen: