Kolumnen

Französische Logik – Lost in Nizza – Das Geständnis

Zugegeben die Sprache ist schön und nirgendwo ist das Weißbrot so weiß wie in Frankreich, aber französische Logik liegt mir ziemlich fern  und so fern sollte sie mir auch besser bleiben. Büßen dafür muss mein Kollege Benjamin Kang vom Pokerstars Shooting Stars Team. Der bekommt jetzt sicher bald Post von der Cote d’Azur. Hoffentlich liest er diese Kolumne nicht und hoffentlich erkennt er mich nicht, wie ich in die Radarfalle lächle. Egal, eines nach dem anderen. Ist zwar eine altmodische Methode eine Geschichte zu erzählen, aber eine erfolgreiche und darauf kommt es schließlich an.

San Remo – Monte Carlo  – Venedig. Drei Events quasi auf einer geographischen Linie und man gönnt sich schließlich ja sonst nichts. Ein Cabriolet sollt es sein. Irgendwas Schickes. Mein Freund Sebastian würde dabei sein und rund um das harte Turnierleben wollte ich es mir so nett wie möglich machen. Antrag abgelehnt! Keine Chance, weil die Kategorie “Luxury Cars”  wird exklusiv an die 30+ Generation verliehen. Mit meinen 27 Jahren bin ich einfach zu jung und das schmeichelt dann doch neben dem aufkommenden Ärger.

Außerdem hatte ich einen Plan B. Mein Freund hat auch im Sinne der Autoverleiher die Volljährigkeit bereits erreicht, also sollte er das Auto ausleihen und ich würde mit meiner Kreditkarte die notwendige Kaution in Höhe von € 12.000 für unser “Luxury Car” hinterlegen. Keine Chance, auch nach einer halben Stunde aufgeregter Verhandlungen blieb die Dame hinter dem Schalter bei ihrer Auffassung. Das Mindestalter sei nun mal 30 plus und die Kreditkarte müsse dann eben vom Antragssteller sein und nicht von einem vorlauten “Jugendlichen”, der sich da in Erwachsenendinge einzumischen versucht.

Langsam wurde ich ein wenig giftig (irgendwann muss ich ja meinem Nickname gerecht werden) und gemeinsam mit Sebastian verhandelten wir einen Deal. Seine Kreditkarte mit € 6.000 belastet, die anderen € 6.000 auf meine und so konnten wir doch noch ins Geschäft kommen (wie es schien). Immerhin stand wir jetzt schon weit mehr als eine Stunde am Schalter.

Schon entspannt und in Vorfreude unterhielten wir uns auf deutsch über die kommenden Tage. Das Wetter wunderbar, das Kilometerlimit sollte dicke reichen inklusive der Reise zur EPT San Remo. “San Remo – Italy?” wiederholte die Dame hinter dem Schalter entgeistert? Ja gab es denn noch ein anderes? “No car for Italy!” Aussichtslos! Es sollte nicht sein. Man kann zwar problemlos als alkoholkranker 85jähriger mit einem geliehen “Luxury Car” eine Tour durch die Seine-Saint-Denis Vororte von Paris machen, aber als junges Pärchen in der Tiefgarage vom Casino San Remo zu parken, ist streng untersagt.

Taxi bitte! Nizza – San Remo für € 200 und ohne weitere Probleme. War das nicht Tony G. der seinen Bruder immer mit dem Auto voraus schickt? Oder ist das eines dieser Pokermärchen, die man sich erzählt. Tony G. fliegt wohin auch immer und der Bruder wartet schon mit der klimatisierten Karosse am Flughafenparkplatz. Schade, dass ich da keinen prädestinierten Verwandten habe. Vielleicht was für Benjamin Kang und seine Sendung. Nach “Beat The Pro” jetzt:  “Ein Bruder für Sandra” – Führerschein müsste er halt haben und alt genug sein (auch im “Luxury Car”-Sinne).

Ach ja  – wenn wir schon bei Fernsehsendungen sind. Bei RTL gibt es doch das “Das Geständnis”. Ich bin geblitzt worden, genau wie ich meinen Freund zurück zum Flughafen gebracht habe. Hatte mir den neuen schicken BMW von Ben ausgeliehen und irgendwann nicht richtig aufgepasst. Also Ben, wenn du diese Zeile liest. Ich zahle die Strafe natürlich – aber erst nach meinem dreißigsten Geburtstag (in drei Jahren). Vorher ist das glaube ich in Frankreich nicht erlaubt – aber ich werde mal ein Mail an den Flughafen in Nizza schreiben. Hoffentlich antworten die einer Minderjährigen überhaupt.


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