
Um ins bayerisch-österreichische Speiselokal zu kommen, muss ich zunächst Hamburgs gefährlichste (schwarze) Piste überqueren: die Gärtnerstraße. Auf der vierspurigen Rennbahn ist leider auch sonntags zu viel Verkehr. Überlebt! Jetzt geht’s zielstrebig in die im Keller versteckte Skihütte. Alte Skischuhe und Latten sind an die Wand genagelt und auf dem Schrägdach über dem Tresen steht einsatzbereit ein klassischer Holzschlitten. Ich bestelle einen Jagertee – die Pokerfans, die den engen Keller füllen, trinken Almdudler oder Hauptsache alkoholfrei. „Die wollen doch alle einen klaren Kopf behalten“, erklärt mir Kotelettenträger und Namensvetter Patrick.


Eher dann schon zum Essen. Neben mir schwärmt einer vom Grünkohl, zurückgezogen stärkt sich unter einem Paar Langlaufski ein Finalist mit Wiener Schnitzel und Pommes (10,90 Euro). Am Tisch lässt unterdessen Dealer Nailor die Karten fliegen. Nailor? Ja! So heißt der Typ wirklich. Seine Mutter stammt aus Finnland, der Papa aus Rumänien. Nailor ist jedenfalls ein Mann der ersten Stunde. Als Patrick im privaten Kreis das Pokerfieber packte, war er schon dabei. Die Freunde freuen sich, dass sie über Mundpropaganda und die Internetseite hamburg-poker.de jede Menge Stammkunden gewonnen haben. Über Mailings informieren sie über den nächsten Termin. „Und für die Sieger gibt es ein paar Sachpreise – schon ist die Hütte voll“, sagt Patrick. „Habt ihr Pläne zu expandieren? Oben wäre doch reichlich Platz?“ „Wir hatten mal vor Hamburgs größter Pokeranbieter zu werden, aber die schwierige rechtliche Situation hat uns letztlich davon abgehalten,“ sagt er. „Und außerdem – unsere Skihütte ist einzigartig und darauf wollen wir nicht verzichten.“ Na dann – Prost!