Kolumnen

Leon der Profi und die pokergeile Mandy

Jean Reno ist ein verdammt cooler Hund und diese Natalie Portman – längst so scharf wie der ganze Granatengürtel, der Leon am Ende ins Jenseits befördert. Was das alles mit Pokern in Bergedorf zu tun hat? Leon, der Mann hinter Nordpoker, ist ein cooler Hund, der im Pokerboom alles auf eine Karte gesetzt hat.

Aber zunächst zum Texas Hold´em Turnier im Bergedorfer Restaurant „Castello“. Gespielt wird in einem großen Saal an sieben Tischen und unter einer silberglitzernden Discokugel. In zwei Runden versuchen sich je 70 Pokerbegeisterte bei 15 Euro Buy-In ins Finale zu bluffen – 42 schaffen es. Tief in der Nacht gewinnt Frank Mollenhauer – vielleicht ein neuer Star am Hamburger Pokerhimmel. Er freute sich über einen tollen Pokal für den heimischen Trophäenschrank und nahm ein Laptop sowie einen Platz an einem Qualifikationstisch fürs EPT-Finale in Dortmund mit.

Nichts für Ungut, aber Frank Mollenhauer ist mir im „Castello“ nicht weiter aufgefallen. Zum einen, weil ich nicht bis tief in die Nacht geblieben bin und zum anderen, weil er keinen verführerischen, schwarzen Spitzen-BH trug. Der blitzte nämlich dezent bei einer gewissen Mandy (Name von mir geändert) auf. Zweifelsfrei das attraktivste Geschöpf, das mir bisher in der Hamburger Pokerszene über den Weg gelaufen ist. Möglicherweise hat sie nicht die Ausstrahlung einer Natalie Portman, aber trotzdem könnte sie auch neben der zierlichen Hollywood-Schauspielerin mit gewissen Trümpfen punkten. Wie auch immer – die Dunkelhaarige bekam im Finale nur Mist auf die Hand und ehe ich Mandy in längere Gespräche verwickeln konnte, entschwand sie mit ihren grimmigen Bodyguards.

Leon, der Boss von Nordpoker, klärte mich später auf: „Die ist pokergeil“ und bei den Bodyguards handele es sich um keine geringeren als ihren Freund und ihren Bruder, die ebenfalls pokergeil sind. How auch ever: Bevor Mandy, die eigentlich Jaqueline heißt, in die eiskalte Bergedorfer Nacht verschwand, sprach sie mit mir noch über ihren heißesten Pokertriumph. Der liegt rund zwei Jahre zurück und spielte sich in virtuellen Welten ab. Bei einem 1 Dollar Multitable Turnier war sie besser als 800 andere und seit dem ist sie infiziert. Sollten Sie jetzt wie ich von ihr infiziert sein – mehr über „Multitable Mandy“ schreibe ich, sobald sich erneut unsere Wege kreuzen. Und vielleicht gelingt es mir dann sogar, sie paparazzimäßig abzuschießen.

Vorerst aber genug von Mandy und Jaqueline – ich bin ja noch die Erklärung schuldig, wieso Leon so ein saucooler Hund ist. In den Zeiten so genannter Weltwirtschaftskrisen sind freiwillige Kündigungen selbst unter Chefarschgeigen eher ungewöhnlich. Der Mensch sehnt sich nach Sicherheit und ackert sich deshalb lieber für einen lächerlichen Lohn durch seinen unerträglichen Job als sein Hobby zum Beruf zu machen. Anders Leon.

Der Holländer, der das „r“ rollt wie ein Franke, nahm die Risikovariante. Er investierte im Oktober 2006 rund 2000 Euro, kaufte zwei Pokertische und alles, was man sonst für ein halbwegs vernünftiges Turnier braucht. Er überredete seine Freundin und deren Bruder dazu, als Dealer aufzutreten und organisierte im Dunstkreis seines Fußballclubs TSV Reinbek ein erstes Turnierchen. Es machte Spaß, es lief, das Pokerfieber in Deutschland stieg. Trotzdem gab es in Hamburg noch keinen Anbieter und Leon der Profi erkannte seine Chance. Er kündigte im März 2007 seinen unbefristeten Vertrag als Einkäufer einer großen Firma und wurde Pokerveranstalter!

Seitdem lässt der 30-Jährige nicht nur in Bergedorf die Karten fliegen, auch in Schenefeld, Trittau, Barsbüttel und natürlich in Hamburg veranstaltet er bzw. Nordpoker Turniere. Werbewirksam wurde auch mal mitten im Einkaufszentrum ein großer Zock veranstaltet – großzügig gesponsert mit der Aussicht auf eine 10-tägige Las Vegas Reise! Phantastisch!

Und damit bin ich bei meiner großen Dienstreise. Über „Hamburger Hände“ zu schreiben ist wunderbar, aber auch bei der Rallye Dakar braucht man gute Karten. Mit Motorrädern, Buggys, Trucks und Autos rasen PS-Wahnsinnige aus 49 Nationen gerade durch die Pampa Südamerikas. Ich packe jetzt meine Koffer und fliege als Reporter nach Chile. Sollte ich aus der trockensten Wüste der Welt, der Atacama-Wüste, zurückkehren, geht es auf dieser Seite weiter. In diesem Sinne – hoffentlich bis bald.

Wer mehr über Leon und seine Turniere erfahren möchte – www.nordpoker.de.


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