Kolumnen

Melbourne – Manila – Tokio

Dass man mich manchmal wo nicht haben will, kann schon manchmal passieren. Daran bin ich gewöhnt, aber dass mich ein Land nicht mehr ausreisen lassen will, ist was Neues. Passiert am Flughafen in Melbourne. Nasr und ich hatten wie immer ein wenig verschlafen, dann noch schnell viel zu viele Dinge in viel zu kleine Koffer gepackt und im Höllentempo zum Airport. Satte 40 Minuten vor Abflug – in meinen Augen eine stabile Ewigkeit – checkten wir beim Quantas-Schalter ein. Hübsches Mädchen und zuerst höflich und kooperativ. Wo wir denn nach Manila hinreisen würden, wollte sie wissen. Ich dachte schon sie möchte ein Rendezvous in Kuala Lumpur oder auf den Fidschiinseln. – Wie sich dann aber zu unserem Schrecken heraus stellte, war das eine quasi offizielle Frage. Zusammengefasst, wir dürften Australien in Richtung Philippinen nur verlassen, wenn wir einen Weiterflug von dort gebucht hätten und den auch vorweisen könnten. Wusste gar nicht, dass die Philippinen so aufpassen müssen, dass nicht wieder massenweise illegale deutsche Einwanderer die Insel stürmen.

Party-Time
Party-Time

Keine leichte Sache, in so kurzer Zeit all die Papiere auszufüllen und schnell einen Flug nach Tokio zu finden. Aber wir haben es gerade noch geschafft, um rechtzeitig zur Abfertigung zu erscheinen. Klarerweise wurde mein Freund Nasr von superschlauen Terrorfahndern mal wieder einmal rausgefischt. War aber nur eine Kleinigkeit mit seinem Visum nicht in Ordnung. Nichts Aufregendes und würde Nasr auf meinen Rat hören, sich die Haare blondieren und in bayerischen Lederhosen reisen, würden wir uns solche Turbulenzen auch ersparen.

Glücklich in Manila gelandet und bei der APT gleich wieder unglücklich ausgeschieden. Habe vielleicht ein klein wenig suboptimal gespielt, obwohl der Flug superangenehm war. Irgendwie saßen wir genau an der Grenze zur Luxusklasse (gleich bei den Notausgängen) und irgendwie ist es uns dann gelungen, uns die guten Plätze zu sichern und somit kam ich durchaus fit und ausgeruht an den Spieltisch. War halt leider nur ein kurzer Auftritt. – Somit hatte ich Zeit, das 100$ Rebuy Side-Event zu entern und das habe ich dann tatsächlich auch gewonnen. Wobei das wurde dann doch wieder ein wenig knapp. Habe gut gespielt und mir dann im Heads-up den ersten Drink gegönnt. Dachte das geht schnell vorbei und mir einen zweiten und einen dritten bestellt. Irgendwie war mein Gegner zäher als ich dachte (und die Drinks stärker, als ich annahm). So etwas wie bei den Aussie Millions sollte mir nicht noch mal passieren. Da habe ich es doch glatt geschafft, fünf Tage nacheinander beim Cashgame zu gewinnen, um dann am sechsten Tag alles reinzuschütten – ebenfalls doppelt motiviert von leckeren Longdrinks. Am nächsten Tag fragte mich ein Kollege, welches Limit wir denn gespielt hätten, um meine Verluste in Relation zu setzen. – Nicht einmal das konnte ich sicher beantworten, so vernebelt waren meine Erinnerungen.

Die Stimmung passt
Die Stimmung passt

Zurück nach Manila. Nun die Hitze war wirklich bedrückend. Die erste Stadt, in der ich lieber in meinem Hotel blieb und mich nicht draußen in der City herumtrieb. Unser Taxifahrer vom Flughafen mit Namen Dong kümmert sich um alles, was erlaubt und verboten ist – Später wurde Dong dann von JoJo abgelöst und auch ihm soll hier ein verdientes Kolumnen-Denkmal gesetzt werden. Nett auch die Geldbündel. Ein Euro sind so zirka 60 Pesos und große Scheine sind recht selten – oder vielleicht auch nicht sicher. Jedenfalls läuft man – wenn man läuft – mit einem ziemlichen Packen an Barem herum.

Jetzt sind wir schließlich glücklich in Tokio gelandet. Zeit eine kleine Bilanz zu ziehen und ohne Skrupel möchte ich uns beiden gleich einmal ein dickes Lob ausprechen. Es ist uns tatsächlich gelungen, den Verführungen der üblichen Casino-Games zu widerstehen. Wir haben die üblichen Casino-Glücksspiele brav gemieden bis auf ein paar kleine Einsätze im Mikrobereich. Hier in Tokio ist Gegenwartskultur angesagt. Weiß gar nicht, ob es ein Casino gibt, aber obwohl von irgendwo müssen ja all die japanischen Ligapoker-Spieler herkommen. Vielleicht finden wir das bald heraus. – Dann gibt es auch wieder eine neue Kolumne.

PS: Noch ein kleines Interview mit Pokernews. Habe mir übrigens jetzt hier in Japan noch einen neuen Hut gekauft. Jetzt fehlt mir nur noch der Geigenkoffer.


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