Kolumnen

Pokerdinge der Woche KW 14

1.

Wenn Sie diesen Text lesen, haben Sie nicht nur das Bild angesehen und sich dabei gedacht: „Pfa (Ausruf der Überheblichkeit variabel), lächerlich, was brauch ich so ne Mischmaschine“, sondern sind bereit eine Erfahrung mit mir zu teilen: Einige Frauen in meinem Umfeld würden gerne pokern, getrauen sich aber nicht, weil sie glauben bei ihrer Unkenntnis des Mischens, sich einer Lächerlichkeit preis zu geben. Ob dies der wirkliche Grund ist, weshalb der Frauenanteil bei Turnieren noch immer sehr klein ist, möchte ich in diesem Zusammenhang aber nicht behaupten. Wie auch immer, aus eigener Erfahrung weiß ich, dass seit ich so eine Mischmaschine bei Heimpokerabenden zu Verfügung stelle, der Frauenanteil um ein vielfaches gestiegen ist und ich gegen „River-Silvia“, „Callcenter-Uli“ und „Ich-Seh-Mir-Alles-An-Erika“ noch meinen letzten Cent verlieren werde.

Card Shuffler
Mischt ein oder zwei Decks mit einem Tastendruck. Perfekt für Bridge- oder Pokersize Spielkarten. Funktioniert mit 4 x „AA“ 1,5 V
Preis: 24,95
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2.

Deutschland sucht einen Superstar, den eigentlich kein denkender Mensch finden will und trotzdem oder deshalb, um einigen Mitmenschen ihren geistigen Horizont vor Augen zu führen, haben ein paar Medienmenschen sich die Suche selbst erfunden und beschenken uns jeden Samstag mit ihrem geistigen Ausfluss. Manche Pokerspieler sind intelligent und erfolgreich und charmant und humorvoll und schön sind sie wahrscheinlich auch und weil sie all diese Dinge in Personalunion vereinbaren, sitzen sie samstagabends nicht vor ihrem TV–Gerät, sondern müssen trotzdem in ihrem Haus und Hof Kasino bei der Reinigung helfen, nur weil Sie ihre Bankroll falsch einschätzten, daraufhin ihre Konsumation nicht zahlen konnten und jetzt mit kleinen Tätigkeiten sich ihren nächsten Drink verdienen.
Verlieren kann ziemlich jämmerlich sein, genauso wie die Suche nach einem Superstar.

Personal Debris-Removal System
Preis: $ 7,99

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3.

Was gehört in ein richtiges Männerspielzimmer? Gut, es wäre blödsinnig auf dieser Plattform einen Pokertisch nicht als erstes anzuführen. Als nächstes muss noch ein 9ft. Poolbillardtisch, eine Ledercouch mit Bierkühlschrank in Griffweite, ein überdimensionaler Flatscreen für diverse Sportübertragungen, eine Bar mit einer feinen Auswahl von Singlemalt-Whiskeys und natürlich ein Wurlitzer bestückt mit Canned Heat, Led Zeppelin und John Lee Hoocker. Klischeehaft? Ja, aber gut und jetzt geht es nur noch darum, die Frau von der Unsinnigkeit eines Fitnessraumes zu überzeugen.

Wurlitzer Classic 2000
Inspiriert von den chromblitzenden Straßenkreuzern entstand 1956 mit dem Wurlitzer Model 2000 eine der schönsten Musikboxen der 50er Jahre.

Preis auf Anfrage

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2 Comments
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timo
11 Jahre zuvor

Also diese „Kartenmischmaschine“ 😉 hätte ich schon viel früher gut gebrauchen können! Nämlich (ich weiß, so fängt man keinen Satz an) als ich im zarten Alter von 6 Jahren mit meinen Großeltern begeistert so manche Dreier- oder auch Vierer-Schnapsen-Partie zelebrierte. Was für ein Fest war das, wenn ich das eine oder andere Mal mit einer stattlichen Anzahl an Zehn-Groschen-Stücken (für alle Jüngeren unter uns – Groschen war die kleinstmögliche Währung in Österreich vor Einführung des Euro) nach Hause gehen durfte – teils ehrlich gewonnen, teils hart erschummelt 😉 Nur das Mischen, ja das war nie so mein Ding. Was für ein Auftritt wäre das gewesen, wenn ich mit so einem Luxus-Card-Shuffler in der kleinen, etwas schmuddeligen – dennoch gemütlichen – Küche meiner Großeltern aufgetaucht wäre . . . (ein Hauch von Nostalgie umweht diese Zeilen – und Abgang . . .)

pat
11 Jahre zuvor

och, der wurlitzer…die damals einzige möglichkeit coole musik im fernsehen zu gucken! 😯