Kolumnen

Schere, Stein, Papier und andere Souvenirs

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Mit Phil in Aruba

Die Tücken des ständigen Kofferpackens, irgendwie war das Kuvert mit den Klebe-Logos nicht mitgekommen auf den langen Flug in die Karibik. Da muss man sich halt zu helfen wissen und in meiner schicken orangefarbenen Short konnte ich zumindest unsere firmenmäßige Farbgebung repräsentieren. Das könnte einem Phil Hellmuth nicht passieren. Da ist er Vollprofi. Die ganzen Tage schien Phil mit seiner Ultimate Bet-Kappe wie verwachsen (Oder er lässt sie sich vom Management antackern). – Selbstverständlich habe ich Phil Hellmuth von unserem Projekt erzählt und er hat mir und uns alles Gute gewünscht. – Höflich sind die Amerikaner ja immer und wir werden das bald einmal mit einer Interview-Anfrage an Phil überprüfen.

Von Aruba dann mit dem Flieger quasi direkt nach Baden zur Poker-EM. Gleich im Foyer traf ich Kollege Niki Jedlicka und im guten alten Tauschverfahren wechselte ich 20.000 Online-Dollar gegen Bares und das entwickelte sich für uns beide zu einem guten Geschäft. Mir gelang es in Windeseile 50.000 Euro zu gewinnen und Niki marschierte mit meinen virtuellen Dollar über die 300k Grenze.

mit Logo in Baden

Wobei ich diesmal (siehe Bild) schon vorbildlich adjustiert (Danke an Rosi) am Tisch saß. Allerdings nicht lange an diesen Ort. Gleich am nächsten Tag ging es weiter. Diesmal nach London zur “European High Stakes Challenge”. Buy-in 10k, aber von Start weg saßen die meisten mit deutlich mehr da. Viele hohe Pots und trotz der relativ kleinen Blinds von 25/50 Euro maximale Action  (meist zwei Live-Stradles 100 und 200).
Interessante Gegner, unter anderem Peter Eastgate. Sympathischer Däne und einer der neun Auserwählten, die am 9. November am Finaltisch des Main-Events der WSOP 2008 sitzen werden. Gute Nerven hat er bereits in London bewiesen. Ein redseliger Andy Black versorgte Peter ungefragt und ein wenig anstrengend laufend mit Tipps und Tricks.

Am nächsten Morgen wieder zurück nach Baden. Ich hatte mich schon gefreut, weil das Event war wieder erstklassig organisiert. Die Strukturen passten, das Essen wunderbar wie immer und diese gewisse Freundlichkeit.. Leider waren die großen Cashgames schon vorbei und viele der Highroller abgereist. Entweder hatten sie Angst, ich komme nicht wieder oder die Bad Beats an der Börse haben dann doch mehr geschmerzt als zugegeben. Nun ich ließ mich einfach gemütlich hinter dem meinen Freund Angelo als Internet-Railbird nieder und konnte – mitten im ganzen Turniergeschehen – dabei sein, wie Angelo online bei Blinds 50/100$ mehr als 120k abstaubte. – Eine reife Leistung.

Peter Eastgate

Einen Tag der Ruhe und schon hatte mich das nächste Flugzeug – meine Pokerfirmen-Logos diesmal sicher verstaut in der Brusttasche. Auf zur „German Stars of Poker“ in durchaus prominenter Besetzung. Allzu viel darf ich nicht verraten. Man will ja nicht die Spannung nehmen und im DSF wird man bald alles sehen, was das Event zu bieten hatte (und das war einiges). Eine kleine Anekdote werde ich wohl zum Besten geben dürfen. – Chip-Race, die 50er sollten eingezogen werden. Alle waren gerade mit den Chips und konnten beim Dealer wechseln. Nur Florian Langmann und ich hatten jeweils einen Chip vor sich liegen. – Und wie so einem erfahrenen und erfolgreichen Spieler wie Florian Langmann so ein Lapsus passieren konnte, bleibt mir ein Rätsel. Statt dem Dealer und dem Glück zu vertrauen, forderte er mich in einer meiner stärksten Disziplinen heraus: – Schere, Stein, Papier. Dreimal konnte sich Langmann in ein glückliches Patt flüchten, doch dann setzte sich meine ganze Klasse durch (für die Profis, ich gewann mit Stein gegen Schere das adaptiere Chip-Race).

Tja, dann wieder für einen kurzen Aufenthalt nach Wien und jetzt sitze ich hier in Odessa und halte die Augen offen.  – Nicht vergessen, am 9.11. Peter Eastgate die Daumen zu drücken. Wäre doch schön, wenn mal ein Europäer das Main-Event gewinnt. Apropos WSOP. Werde gleich ein Mail schreiben. Vielleicht nehmen sie „Schere, Stein, Papier“ ins Programm als Heads-Up Wettbewerb. Da wäre ich natürlich dabei und mein Wunschgegner für die erste Runde müsste Florian Langmann sein – Eine Revanche hat er sich verdient.

4 KOMMENTARE

  1. Na dann, Herr Experte: sollte man gegen unerfahrene Gegner immer mit Papier beginnen?

    Stein wird ja von eigentlich allen Menschen am meisten mit Stärke verbunden und daher wird Stein beim ersten Mal etwas öfter gewählt als 1/3.

    Und wie sollte man gegen einen Experten spielen, der weiss dass ich das mit Stein weiss? Gleich auf zufällige Kombinationen zurückgreifen.

  2. Hier meine unwissenschaftliche Basisstrategie: Zuerst Papier, da die meisten Spieler so wie ich, ungeschickt und denkfaul, die mit den Fingern am einfachsten zu formende Figur Stein gefolgt von Papier und nur höchst selten Schere verwenden. Einmal entäuscht vom Ausgang der ersten Runde, wechselt der Gegner die Figur, was im zweiten Durchgang Schere zur logischen Wahl macht. Weiter weiß ich auch nicht.

    Servus Frank, 200-400 Stud und PLO wechseln sich ab, früh morgens gibts auch mal Omaha Hi/Lo.

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