Kolumnen

Vor jedem Spiel

Erst einmal müssen wir klären wieso ich etwas Blaues esse.

Ich bin großer Fan und sogar Mitglied beim großen F.C. Porto. Als es 2003 so aussah, als ob sich Porto endlich wieder einmal international etwas weiter durchbeißen könnte, fing ich an vor den K.O.-Spielen Freunde einzuladen und diese für ein gutes Karma zu bekochen. Bei der Vereinsfarbe zu sparen, machte auch wenig Sinn, also gab es einiges in Blau. Meistens unspektakulär als Nachspeise in Form von Blaubeeren eingebaut. Ergebnis war, dass Porto den UEFA Cup gewann und meine Freunde einige Kilos zunahmen.
Direkt die nächste Saison ging es wieder ordentlich vorwärts und diesmal in der Championsleague wieder in die K.O.-Runde. Was die Saison davor geholfen hat, kann ja nicht schlecht sein. Also habe ich 2004 wieder mit dem Kochen und Backen fortgesetzt und siehe da, Porto gewinnt als kompletter Außenseiter die Champions League. Hammer.

Ob es jetzt am Hummer in blauer Sahne lag oder an den Taktikkünsten des Jose Mourinho, lässt sich nicht genau beweisen. Also gibt es seitdem bei den wichtigen Spielen Blaues.

Jetzt hat aber Fußball wenig mit Poker zu tun. Ich kann nur davor warnen, einen wirklichen Aberglauben mit herüberzunehmen. Dieser wird nämlich oft als Ausrede für schlechtes Spiel genommen und überdeckt die wichtigere Strategiediskussion. Als erstes muss immer das Spiel analysiert werden. Schlussendlich kann ich es ja Lisandro Lopez auch nicht vorwerfen, allein vor dem Tor nur den Pfosten getroffen zu haben, weil meine blaue Linsensuppe nach Brauereiabfällen duftet. Aber genau das verknüpfen viele Pokerspieler und beschweren sich über die Haarfarbe des Dealers oder ärgern sich im Kasino den falschen Treppenaufgang genommen zu haben.

Wahrscheinlich wären Bottom Two Pair gegen Top Set trotz richtigem Aufgang nicht als Sieger vom Platz gegangen. Und gegen den tightesten Spieler am Tisch wären diese zwei Paar auch leicht zum Weglegen gewesen.

Ich trage meinen Schal am Pokertisch nicht, weil ich deswegen jeden Draw treffe, sondern weil er meine Halsschlagader verdeckt und stylisch aussieht.

Beim Blau handelt sich also weniger um einen Aberglauben, als vielmehr um ein Ritual, einen Spleen. Dieser ist mit positiven Gedanken wie den Gewinn der Champions League verknüpft und macht deswegen einfach Spaß.

Ich bin also nicht wirklich abergläubisch, aber wer sagt mir denn, dass es nicht auch hilft, wenn ich nicht daran glaube?

Heute spielt Porto gegen Manchester United. Ab zur Eisdiele und bestelle eine Kugel Azzurro. Als ich bezahlen will, werde ich auf einen Knopf aufmerksam gemacht, der mir bei gutem Timing und Draufdrücken fünf oder gar zehn Prozent Rabatt verschaffen kann.

Als dann aber auf dem Monitor JOKER 100% Rabatt aufleuchtet, bin ich mir endgültig sicher, dass das Spiel gut ausgehen muss.


6 Comments
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marco orlandi
11 Jahre zuvor

Portugiesische grüsse und war doch recht nice das 2:2 gegen Manu denke wir können ganz zufrieden sein mit dem Resultat auswärts.

Forca Portugal 😉

toxic
11 Jahre zuvor

Naja, dass dann halt ein Portugiese das Tor geschossen hat ist euch dann wohl nicht wirklich ein Trost, oder?

toxic
11 Jahre zuvor

Schade, dass es hier so wenige Aktualisierungen gibt und du wohl auch nicht zwischendurch hier vorbeischaust.

toxic
11 Jahre zuvor

Nehmt diesen „Blog“ doch endlich ‚raus!!! Es ist wirklich lächerlich!!!!! Kein Kommentar oder Update seit April – ihr macht euch lächerlich.

GermanHawke
11 Jahre zuvor

Und die Moral von der Geschicht: lass dich nie vom Herrn Danzer bekochen, wenn Porto spielt. Reimt sich zwar nicht, aber wenns der Jan nicht schafft, aus dem Georg einen FC Bayern Fan zu machen, dann kann ich auch nicht mehr helfen.

nico
11 Jahre zuvor

warum schreibt eigentlich niemand über seinen erfolg bei der wcoop. oder bin ich zu blauäugig und find den artikel nicht? 😉