Zwischen „Poker König“ und „Hasenschaukel“
Für junge Familien und bräsige Golden Retriever ist Eppendorf das Paradies auf Erden. Der Stadtteil spiegelt die heile Hamburger Welt der Besserverdienenden und in den schicken Boutiquen, den teuren Schuhgeschäften oder in den kleinen Ateliers der Goldschmiede, kann Mann sein Geld mindestens so schnell loswerden, wie in der Spielbank. Wo es besser investiert ist, kommt auf die Frau an…

Mitten in dieser wunderbaren Welt, unspektakulär zwischen „Dat Backhus“ und „Budnikovsky“ gelegen, residiert seit gut zwei Monaten der „Poker König“. Nein – hier wohnt nicht Weltmeister Sebastian Ruthenberg – hier hat Detlef Richter einen Pokerclub eröffnet. Es geht abwärts. 15 Stufen in die Zockerhölle oder genauer: In den rotgetünchten Spielkeller. Gleich soll, wie jeden Freitagabend, an den drei grün bezogenen Tischen ein Texas Hold’em Turnierchen losgehen. Schnäppchen Buy-In für läppisch günstige 10 Euro und dem Sieger des Ganzen winkt eine repräsentative Herrenarmbanduhr, gestiftet aus dem Sortiment des Zeitungskiosks in der Nachbarschaft. Da ich mir erst neulich im Fitness Studio meine Panerai Luminor übel zerkrazt habe, steige ich ein.
Für die wenigen unter Ihnen, die heute erstmals meine Kolumne lesen: Mit diesem Entschluss, springe ich ins eiskalte Wasser. Außer einem Crash-Kurs vor drei Wochen im Ace Club bringe ich keinerlei Erfahrung mit. Meine Schweißerbrille habe ich auch vergessen, aber gut – bei Mau Mau und Skat habe ich zu Schulzeiten nie schlecht ausgesehen. Trotzdem stärke ich mich erstmal am heute ziemlich bescheidenen Buffet (All you can eat für 5,90 Euro) mit ein paar Hähnchenschenkelchen.



Tief beeindruckt beschließe ich Teil 1 der Nacht mit einem gepflegten Jägermeister und lasse mich in einem weißen Mercedes zur „Hasenschaukel“ chauffieren. Was dann geschah, gehört nicht in diese Pokerkolumne…
Mehr Infos unter: www.der-poker-koenig.de