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Aktionen und Reaktionen rund um den Preisgeld-Skandal der Partouche Poker Tour

Wenn ein kleines Casino irgendwo im Nirgendwo einen garantierten Preispool während eines Turniers ändert, ist das eine Sache. Wenn ein Casino mit einem garantierten Preispool von € 5.000.000 wirbt und dann plötzlich alle Webseiten ändert, um Spuren zu verwischen, eine andere.

Partouche hat offenbar alle Kräfte mobilisiert, um innerhalb kürzester Zeit alle Webseiten der Casinogruppe anzupassen. Auf die partouchepoker.be hatte man vergessen und so stand da noch immer zu lesen, dass der Preispool garantiert sei. Innerhalb kürzester Zeit wurde aber auch hier der Preispool entfernt.

Die Twitter-Reaktionen der Spieler waren entsprechend aufgebracht, auch tut dieser 800k Bluff dem Ruf von Turnierdirektor Matt Savage nicht gut. Vanessa Selbst, die ihre Meinung stets klar vertritt, postete später auch auf 2+2 und ließ ihren Frust ab. Sie brachte dabei ebenfalls ins Spiel, dass die € 110.000, die vor zwei Jahren nach der Disqualifikation von Ali T. einbehalten wurden, noch immer nicht ausbezahlt wurden. Auf Ihr Nachfragen bei den Verantwortlichen hieß es, dass der Fall noch nicht abgeschlossen sei. In der Causa „Garantiert oder nicht garantiert“ biss sie ebenfalls auf Granit. Die Herren von Partouche erklärten auch ihr, dass da nie eine Garantie gewesen sei.

Christian Zetzsche hat sich das Glücksspielgesetz in Frankreich genauer angesehen und dabei ist er auf einen möglichen Grund für das Verhalten von Partouche gestoßen. Da heißt es nämlich explizit in den Pokerturnierregeln, dass das Casino nicht mehr als einen Eigenanteil von € 250.000 leisten darf.

Entschuldigung ist das allerdings keine. Am zweiten Tag eines € 8.500 No Limit Hold’em Turniers die Garantiesumme ändern und auch die Struktur zu Ungunsten der Spieler sind zwei klare No-Gos. Nach dem Skandal rund um Ali T. (für den das Casino selbst natürlich nichts konnte) und den vielen Geschichten aus Cannes, dass es Unregelmäßigkeiten bei Turnieren gegeben hat, stellte sich Partouche mit dieser Vorgehensweise selbst ein Bein. „Das größte Pokerturnier Europas“ oder „das höchste Preisgeld“ sind zwei Phrasen, die in den kommenden Jahren bei Turnieren wohl kaum zum Einsatz kommen werden.


1 Kommentar
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Newcomer
9 Jahre zuvor

Tja, erst den Overlay nicht bezahlen wollen und dann sind sie noch dumm dazu. Wenn ein Casino in F nicht mehr als 250K „dazugeben“ darf, hätte die Rechtsabteilung dies wissen und entsprechend eine Mitteilung herausgeben müssen. So wirds im komenden Jahr wohl keinen mehr dort hinziehen…