Folgende Hand habe ich beim Beobachten einer Stud Hi-Low Partie aufgeschnappt. Interessant wird diese eigentlich erst auf der 4ten und der 5ten Street, da ein Spieler seine Handstärke meiner Meinung nach etwas falsch einschätzt, aber dazu im Folgenden mehr.
Betrachten wir die beiden Spieler, die bis zur 7th Street kommen.
Seat 8 completes auf $10. Die Hand kommt letztlich nicht zum Showdown, was vermuten lässt, dass hier einfach loose ge-openraised wird. Hinter ihm zeigen zwei Spieler die 

4th Street, also zweite Opencard:
Zum Overall 4th Card draw:
Seat 8 zieht eine vermeintliche Brikkarte (Karte die nicht in seine vermeintliche Openraiseing Range passt, 

Seat 1: Die 
a) den Pot zu vergrößern – Valuewise – er will ja einen großen Pot spielen mit einer starken Hand und
b) das Bring-in aus der Hand zu raisen, um den Pot Heads up zu spielen. Ein solches Play sollte man in Betracht ziehen, wenn man in late Position gegen vermeintliche Steals mit marginalen Händen unterwegs ist, die schlecht multiway spielen.
Seat 4, unser Bring-in in dieser Hand, zieht eine Karte, die sehr gut in seine Range passt. Hier sollte er immer betten, egal welche zwei Holecards er hat, da seine beiden Gegner beide eine vermeintliche Brikkarte gezogen haben. Desweiteren ist der Pot single raised und noch klein. Hier könnten seine Gegner marginale Hände ganz einfach folden, da ihre Investments in den Pot overall zu diesem Zeitpunkt noch sehr gering sind. Sollten nun also seine Gegner schwache Hände haben, kann er den Pot direkt hier für sich entscheiden. Sollte nun einer oder beide Gegner callen, hat er meist die Info dass entweder beide starke Starthände hatten oder einer oder beide einfach zu loose sind und schlechte Calls machen, was meist ein Zeichen dafür ist, dass man in einer guten Partie ist und nicht aufhören sollte. Solche Infos, wie Leute auf 4th und 5th Street callen, finde ich z.B. sehr wichtig und kann sehr empfehlen, sich solche Sachen in den Notes festzuhalten, da man häufig feststellt, dass verschiedene Spieler nicht gerne folden und man sich hier häufig Bets auf early Streets sparen kann oder gegebenenfalls folden, wenn man selbst marginal unterwegs ist.
Zur Action jetzt auf 4th street: Spieler 8 hat mit Q8 openshowing die beste Hi hand und ist first to act. Er sollte in der Regel alles checken und gelegentlich etwas check-raisen, um den Spieler mit 49 showing aus der Hand zu raisen (meistens wären das natürlich Hi only Hands, also ein paar 8+). Seat 8 checked nun, Seat 1 ebenfalls und Seat 4 bettet. Seat 8 called, mit was auch immer – ich denke hier ist alles von one pair bis drei Lowcards in seiner Range. Definitiv aber hat er kein gutes Pair, da man diese raisen sollte. So kann man seine Range häufig eingrenzen und hat erste Infos. Seat 1 macht jetzt meiner Meinung nach einen Fehler hier zu callen. Ich folde hier eigentlich immer, da sich diese Hand nur mit perfekten runner Karten spielbar entwickeln wird. Seat 1 zahlt außerdem einen viel zu hohen Preis, um mit seiner marginalen Hand dann zu drawen, deshalb würde ich hier 3way direkt auf die zweite Opencard folden. Nun ja, er called und wir sehen die dritte Opencard, die wichtigste Karte in allen Studgames, da hier die Big Bets eintreten und man hier den oder die verhältnismäßig größten Fehler machen kann.
Zur Action: Seat 4 hat ein offenes Paar und ist first to act. Er sollte hier immer betten und das tut er auch. Seat 8 bekommt die zweite Karte, die nicht in seine Range passt und verabschiedet sich aus der Hand, welche von nun an Heads-up gespielt wird. Seat 1 hat jetzt eine schwierige Entscheidung zu treffen. Meiner Meinung hat er einen Fold aus folgenden Gründen. Er hat das 
Nun gut, kommen wir zur nächsten Street welche eigentlich alles klar machen sollte.
Zur Action:
Seat 4 zieht die nächste sehr gute Karte in seine Openshowingcards und hält jetzt one Pair und drei nahe zusammenliegende Straßenkarten. Er bettet, was unabhängig von seiner Hand richtig ist. Spätestens jetzt zeigt sich, warum Spieler 1 in großen Problemen ist. Er hat schon einige Bets in den Pot investiert, er bekommt jetzt natürlich immer bessere Odds, also der Preis zum Call wird immer besser und er braucht natürlich auch immer weniger Equity, um einen Call zu rechtfertigen, was das generelle Problem bei Studgames darstellt. Ist man zu loose in Spots unterwegs, bekommt man häufig Schwierigkeiten. Meiner Meinung sollte er spätestens hier einen Fold finden, tut er allerdings nicht und called nun mit einem Pair Aces gegen offene 3er. Vermutlich in der Hoffnung, doch noch two pair zu machen und die Hälfte oder auch alles zu gewinnen, wenn er nur gegen ein two pair antritt.
Zum letzen Draw + alle Karten:
Seat 4 hat meiner Meinung nach eine easy Value Bet, da er häufig gegen einen Lowdraw gespielt hat, der jetzt nicht getroffen hat und häufig one pair gemacht hat, was er meistens zum Folden bekommt.
Seat 1, hat jetzt eigentlich das gleiche Problem wie auf den Streets zuvor, er hat eine schwache Hand und die Openshowingcards des Gegners sehen sehr stark und zusammenhängend aus, was seine Position als definitiv bescheiden darstellen lässt. Er bekommt wieder einen besseren Preis und wird sich denken „naja vielleicht bin ich hier ja gut für die Hi Only Hand“. Er hat ja kein Low und hofft, dass der Gegner eben nur das Pair 3 hat und ein Low – was sicherlich gelegentlich zutrifft, overall aber Geld verbrennen ist :).
http://grindersplace.com/forum/other-poker-variants/39-stud8-hands#197





