Kolumnen

Baden gegangen in Baden. Die Garderobiere hat Recht!

Nun folgt eine Geschichte, die so gewöhnlich und im Prinzip auch überflüssig ist, dass sie erst gar nicht erzählt werden muss. Trotzdem …

Da bin ich also zurück aus Wien. Back von der GSOP in Baden. In Baden baden gegangen. Raus im 7ten Level. Darauf bin ich im Grunde meines Herzens sogar nicht einmal unfroh.

Aber – ich habe auf eine schmerzhafte Art und Weise den Dreikampf gegen Niki Kovacs verloren. Unsere Alkohol-Blindverkostung endete unentschieden. Nach zwölf diversen Sorten Alkoholika hatten wir beide gleichviel erkannt bzw nicht erkannt.

Unser Heads Up als 2-Max-Short-Handed-Short-Carted-5-Game-No-Raise-Super-Deep-Slow-Event haben wir nach elf Stunden auch unentschieden werten müssen, da alle beteiligten Dealer sich geweigert hatten, weiterzumachen. Die Chips wanderten hin und her. Auf Androhung des Floorman mit körperlicher Gewalt haben wir uns dann auf ein Remis geeinigt.

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Also musste die Disziplin Last Longer beim GSOP Main Event die Entscheidung bringen. Und hier ist anzumerken, das der Nikinator der Erste in meiner langen Karriere als Pokerprofi war (im übrigen bin ich der einzige Pokerprofi weltweit, der letztes Jahr seine Hendon Mob Einträge um 100 Prozent verdoppelt hat), der eine Last Longer Wette gegen mich gewonnen hat. Soll heißen, ich bin der Verlierer. Soll heißen, demnächst trage ich ein Shirt mit seinem Gesicht und der Headline „Mein Gott“. Das wird nicht schön.

Ja, die Garderobenfrau im Grand Casino Baden hat recht. Völlig recht. Beim Abgeben unserer winterlichen Oberbekleidung begrüßte sie Ralph Klement und mich mit den Worten „Sie passen gar nicht zu den Pokerspielern dazu“.

Und trotzdem wollte ich es wissen. Ich war sogar bereit, Cash Game zu spielen. Also auf zum Casino Manager und zum Floorman. Meine Frage nach einem 10 Cent / 20 Cent – Tisch allerdings wurde mit Bedauern abgesagt, da „der Hello Kitty-Tisch immer nur sonntags gespielt wird“.

Wie gesagt, das war eine Geschichte, die man sich auch hätte verkneifen können. Es soll niemand sagen, ich hätte nicht davor gewarnt.

So, und nun geh ich mich mit meiner Lasagne unterhalten. Ich kann das, ich bin Pferdeflüsterer. Und dann schnapp ich mir eins meiner Lieblingsbücher von Wagner und ziehe mich zurück. Bussi und baba.


9 Comments
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PiscesHH
7 Jahre zuvor

Wunderbar – Sonderbar – Udobar! 😉

fleischsalat
7 Jahre zuvor

Wieder so Geschichte von unserem Udo

fleischsalat
7 Jahre zuvor

Super Geschichte

Michael Lampel
7 Jahre zuvor

„Meine Frage nach einem 10 Cent / 20 Cent – Tisch allerdings wurde mit Bedauern abgesagt, da „der Hello Kitty-Tisch immer nur sonntags gespielt wird“.“. Weltklasse!

schlechter Spieler
7 Jahre zuvor

Die Diabetiker-Poker-Variante hab ich auch schon manchmal gesucht, bin aber immer wieder enttäuscht worden….! :/

RADIOMEN
7 Jahre zuvor

Kannst du ja sagen 7 ist deine Glückszahl, deshalb im 7. Level ausgeschieden 😉

Meinte die Garderobenfrau das wegen eurem fortgeschrittennem alter, daß ihr so weise ausseht über das Pokerspiel erhaben zu sein 😉

Sebi
7 Jahre zuvor

@Radiomen: Kannst Du mir bitte Deinen zweiten Satz ins Deutsche übersetzen? Soll kein getrolle sein, verstehe echt nur „Bratwurst“…:-)

RADIOMEN
7 Jahre zuvor

@ Sebi,
Udo meinte mal das Pokerturniere ihn manchmal langweilen. Poker ist auch oft langweilig, weil man weniger aktiv wie bei anderen Spielen ist.
Da viele junge Leute Poker spielen könnte man davon ausgehen das es junge Leute mehr fastziniert, weil sie denken sie haben großen Einfluss auf das Spiel.
Ist man älter und weiser geworden weis man das das Pokerspiel wie im Leben ein geben und nehmen ist und es gelassener sieht, weil man halt nicht immer nur gewinnen kann. Um so länger man spielt um so erhabener ist man über die „Unberechenbarkeit“ des Turns oder River.
Ich hoffe du kannst es jetzt besser verstehen.

Sebi
7 Jahre zuvor

@Radiomen: Vielen Dank, jup jetzt hab is gschnallt