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Caesars Entertainment: Chaos beim Insolvenzverfahren

Vergangene Woche leitete Caesars Entertainment bei einer Tochterfirma ein Insolvenzverfahren ein. Eine Richterin hat jedoch entschieden, dass nicht alle Gläubiger fair behandelt werden. Nun läuft der Casinokonzern Gefahr auch die wertvollen Aktiva, wie beispielsweise die World Series of Poker, zu verlieren.

Der Schuldenberg von Caesars Entertainment schwankt je nach Bilanz zwischen $22 Milliarden und $25 Milliarden und ist der größte in der Casinoindustrie. Seit Jahren versucht man bei der amerikanischen Firma mit dem Verkauf von Anlagen sich über Wasser zu halten, doch ein Bankrott war unausweichlich.

Im letzten Jahr versuchte man daher, die wertvollen Aktiva an eine Tochterfirma abzutreten, damit diese im Falle einer geschützten Insolvenz sicher sind. Nachdem man sich in jüngster Zeit mit den vorrangigen Gläubigern (Senior Creditors) einigte, hat man vergangene Woche ein Bankrott „nach Kapitel 11“ eingeleitet.

In diesem Verfahren wird der Betrieb der betroffenen Firmen aufrechterhalten, während man gleichzeitig die Gläubiger zu einem gewissen Prozentsatz auszahlt. Für besagte Gläubiger waren Cash, Firmenanteile sowie neue Schulden vorgesehen.

Doch nun scheint der komplette Plan über den Haufen geworfen zu sein. Drei Tage, bevor Caesars für die Tochterfirma Caesars Entertainment Operating Co (CEOC) die geschützte Insolvenz einleitete, reichten eine Gruppe von nachrangigen Gläubigern (Junior Creditors) einen Antrag auf Insolvenz bei CEOC ein.

Ceasars beantragte wiederum eine Abweisung dieses Antrages. Nun hat eine Richterin diesen Antrag abgewiesen. Beide Insolvenzverfahren liegen damit vorerst auf Eis. Für Ceasars ist jedoch vor allem bedenklich, dass Richterin Shira Scheindlin das Vorgehen des Casinokonzerns als illegal bezeichnete.

Beim von Ceasars geplanten Insolvenzverfahren sollen die vorrangigen Gläubiger etwa 92 Cent pro Dollar erhalten, wohingegen die nachrangigen Gläubiger gerade einmal 10 Cent pro geschuldeten Dollar bekommen sollen.

Des weiteren sieht Scheindlin den Verkauf der wertvollen Anlagen, als nicht rechtmäßig an. Nun muss zunächst entschieden werden, welches Gericht verantwortlich ist. Die Klage der nachrangigen Gläubiger ging im Bundesstaat New York ein, die freiwillige Insolvenz seitens Caesars in Illinois.

Unter dem Strich ist es ein herber Rückschlag für Caesars, denn das Unternehmen kann nun seine gewinnbringenden Anlagen verlieren. Darunter Caesars Interactive Entertainment (CIE), die derzeit erfolgreichste Firma auf dem Social Gaming-Markt.


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