Beim World Series of Poker Circuit (WSOPC) Main Event im Harrah’s Cherokee kam es am Sonntag zu einem dramatischen Zwischenfall: Ein Mann warf in einem plötzlichen Wutanfall drei Pokertische um und sorgte für Chaos im Turnierbereich. Der Vorfall ereignete sich am zweiten Spieltag des $1.700 Buy-in-Events, als noch 65 Spieler im Turnier waren.
In einem auf X (ehemals Twitter) veröffentlichten Video des vierfachen Circuit-Ring-Gewinners David Moses sind die umgestürzten Tische zu sehen, während Spieler und Turnierpersonal fassungslos reagieren. Moses kommentierte die Szene mit den Worten: „Jemand ist lebenslang gesperrt.“
„Gott hat es mir gesagt“
Der Mann, dessen Identität bisher nicht offiziell bestätigt wurde, wurde nach dem Vorfall von der Security des Veranstaltungsorts aus dem Turnierbereich entfernt. Ein anwesender Spieler habe gegenüber einer Pokerpublikation berichtet, dass der Mann geschrien habe, Gott habe ihm befohlen, die Tische umzuwerfen.
Ein weiteres Video, geteilt von World Poker Tour Executive Tournament Director Matt Savage, zeigt, wie der Mann mit dunklen langen Haaren einen Tisch anhebt und umkippt, bevor er von mehreren Spielern auf den Boden gedrückt wird. Währenddessen ruft er: „Lasst mich los! Ich tue niemandem weh!“
Savage bezeichnete den Vorfall als „den Albtraum eines jeden Turnierdirektors“ und betonte, dass die Wiederherstellung des Turnierablaufs eine „lange, mühsame“ Aufgabe sei.
Turnierpause und mühsame Rekonstruktion
Aufgrund des Chaos musste das Turnier eine längere Pause einlegen. Die größte Herausforderung bestand darin, die Chipstacks der betroffenen Spieler wiederherzustellen.
Moses erklärte auf X, dass es zwei mögliche Lösungsansätze gäbe: Entweder die Spieler einigen sich gemeinsam mit Hilfe der Kameraaufzeichnungen auf ungefähre Stackgrößen, oder das Preisgeld wird unter den 65 verbliebenen Spielern gleichmäßig aufgeteilt. Turniermitarbeiter sichteten daraufhin das Sicherheitsmaterial, um die Chipstände vor dem Vorfall zu rekonstruieren.
Turnierfortsetzung nach zwei Stunden
Nach fast zwei Stunden intensiver Überprüfung konnte das Turnier fortgesetzt werden. Die Verantwortlichen glichen die Angaben der Spieler mit den Überwachungsaufnahmen ab und bestätigten, dass die Chips korrekt rekonstruiert wurden. Auch alle anderen verbliebenen Tische wurden überprüft, um sicherzustellen, dass die Gesamtzahl der im Spiel befindlichen Chips stimmte.
Damit konnte die WSOPC-Station in Cherokee, eine der beliebtesten des Circuit, wie geplant weitergeführt werden. Die Turnierserie mit insgesamt 18 Circuit-Events läuft bis zum 24. Februar.
