Kolumnen

Das ist Verschwendung von Steuergeldern

Johnny Lütkenhorst vom Concord Card Casino, dem Lizenzgeber des „EPT Snowfest“ erklärte dem Werthan im Cafe Kafka in Wien, das ganze nochmal, weshalb zwei Herren vom Finanzministerium die EPT besuchten und damit für Aufregung sorgten.

Florian und Johnny beim Diskutieren
Am Donnerstag, einen Tag vor Ende der EPT in Hinterglemm herrschte nochmals Aufregung. Es wurde von einem weiteren Überfall gesprochen, doch diesmal vom Finanzministerium und ganz böse Stimmen behaupteten, dass dies die wahren Verbrecher seien. Die beiden Herren kamen gegen 15 Uhr und nicht wie gemunkelt wurde gegen acht Uhr morgens. Sie kamen auch nicht überfallsartig ins Alpine Palace, so wie man es in amerikanischen Filmen von der IRS (der amerikanischen Bundessteuerbehörde) kennt, mit schwerbewaffneten Steuerfahndern, sondern ganz ruhig und seit Tagen angekündigt. Wie so oft in der Pokerszene gingen sofort Gerüchte und Aufreger durch die Hallen des Turnierbereichs, dass nämlich die Steuerbeamten, das Preisgeld konfisziert hätte, nicht nur das Preisgeld der EPT, sondern auch die Depots im Cash Game Casino. Dieses Gerücht kam auf, weil einige Spieler, welche abreisen zu beabsichtigten, ihr Depot auflösen wollten. Allerdings war der gesamte Cash-Game Bereich geschlossen und damit auch der Counter für die Auszahlung. Doch der Dramatik war zu viel und alles hat einen logische und gar nicht alarmierenden Grund.

Johnny Lütkenhorst: „Bei dem Ganzen ging es um die so genannte Gewinnstgebühr. Das Wort Gewinnst bezieht sich auf den eigentlichen Gewinn. Also das, was man erhält, abzüglich des geleisteten Einsatzes, nennt das Finanzministerium dann Gewinnst. Da gibt es dann diese Regelung, dass bei Glücksspiel, das außerhalb der Monopolverwaltung veranstaltet wird, ein Betrag von 25% Prozent vom Gewinnst einzubehalten ist.“

Werthan: „Also, bei einem Buy-In von € 1.000 und ich gewinne, was eher unwahrscheinlich ist, beim Turnier € 10.000, dann ist von € 9.000 die Gewinnstgebühr zu bezahlen. Das wären dann €2.250. Diesen Betrag müsste dann das Casino einbehalten oder der Veranstalter oder müsste der Spieler selbst das Geld abliefern beim Herrn Minister für Finanzen?“

Johnny Lütkenhorst: „Darüber streiten sich die Finanzämter auch, weil es noch nie dazu gekommen ist, das etwas bezahlt wurde. Theoretisch aber müsste das einbehalten werden.“

Werthan: „Warum werden die 25% nicht einbehalten, wenn es dieses Gesetz gibt?“

Johnny Lütkenhorst: „Weil Poker kein Glücksspiel ist und dieses Gesetz bezieht sich auf Glücksspiel.
In mehreren Urteilen wurde schon belegt, dass es sich bei Poker nicht um ein Spiel handelt, bei dem es überwiegend vom Glück abhängig ist, ob man gewinnt oder nicht. Das Concord Card Casino hat es in den letzten Jahren immer wieder gehabt, dass diese Gewinnstgebühr eingefordert wurde. Wir haben es zweimal komplett ausjudiziert beim Verwaltungsgerichtshof und haben beide Male recht bekommen.“

Werthan: „Was machten also die Finanzbeamten an diesem Tag im schönen Hinterglemm?“

Johnny Lütkenhorst: „Die beiden kamen nicht überraschend, sondern angekündigt. Sie waren schon am Anfang der Veranstaltung einmal vor Ort und hatten schon vorher angefragt, was wir dort veranstalten werden. Das einzige was sie wollten, war eine Erhebung. Sie bekamen einen so genannten Nachschauauftrag vom Ministerium. Sie haben sich die Teilnehmerzahlen geholt, die Anzahl der Gewinnränge und was ausbezahlt wurde, um eben die hypothetische Zahl der Gewinnstgebühr zu erhalten. Es wurde aber noch nie eine Gewinnstgebühr bezahlt, weil eben Poker laut Gericht kein Glücksspiel ist und diese Gebühr eben nur bei Glücksspielen angewendet werden würde. Das ganze ist auch nichts neues, das ist kein neuer Schmäh der Finanzbehörde, sondern es ist eine Situation mit der sich schon jeder Turnierveranstalter oder jeder Card-Casino Betreiber herumärgern musste. Aber es ist definitiv nicht so, das irgendetwas bezahlt wird in Zukunft. Es ist ein Fakt, dass dieses Gesetz nicht anwendbar ist auf das Pokerspiel und die Finanzbeamten wissen auch, dass das ganze im Sand verläuft. Im Prinzip ist das ganze ein Verschwenden von Steuergeldern.“

Werthan: „Danke, ich glaub ich verstehe es“

Johnny Lütkenhorst: „Gerne.“


6 Comments
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10 Jahre zuvor

..wie es gerade in D passiert, werden in österreich scheinbar ebenfalls die fledermäuse entsandt, um zu schauen, ob sich eine erhebung denn überhaupt lohnen würde….dass mit dem gesetz bekommt dann auch später noch hin….

Wie bitte?
10 Jahre zuvor

Häh?! „Weil Poker kein Glücksspiel ist …“ Poker wird in Österreich als Glücksspiel eingestuft.

Wie bitte?
10 Jahre zuvor

Verstehe ich dich richtig Werthan, dass du meinst, Poker wird in Österreich nicht zu den Glücksspielen gezählt?

schallundrauch
10 Jahre zuvor

also wenn ich im ccc wien an dem blackjack tisch gewinne müsste ich 25% abgeben?

hab ich bisher nicht beobachtet dass dies so gehandhabt wurde

Admin
Pokerfirma Redaktion
10 Jahre zuvor

dann lernst du jetzt eine neue facette des österreichischen rechts kennen – im concord wird kein black jack gespielt. Es wird Concord Aces angeboten und das fällt nicht unter das Glücksspielgesetz 😉