In der Welt der High Stakes gibt es kaum Raum für Fehler. Kleine Entscheidungen wiegen schwer, und jeder Finaltisch ist ein Schlachtfeld. David Coleman hat bei der diesjährigen PokerStars European Poker Tour (EPT) in Barcelona eindrucksvoll gezeigt, dass er zur absoluten Elite zählt – auch wenn der ganz große Coup noch auf sich warten lässt.
Zwischen dem 18. und 23. August sammelte der 30-jährige US-Amerikaner vier zweite Plätze in High Roller Events. Jeder einzelne davon brachte nicht nur Respekt, sondern auch satte Preisgelder. Über 2,16 Millionen US-Dollar wanderten innerhalb einer Woche auf sein Konto – und das ist ohne die zusätzlichen Mystery Bounties gerechnet.
Diese Leistung ist mehr als Statistik. Sie erzählt von Durchhaltevermögen, mentaler Stärke und technischem Können unter maximalem Druck.
Die vier Deep Runs im Überblick
- 10.200 € Mystery Bounty (65 Spieler):
Coleman holt sich nach einem Heads-Up-Deal gegen Punnat Punsri 83.077 € plus nicht näher bezifferte Bounties. - 20.000 € No-Limit Hold’em (45 Spieler):
Jeremy Ausmus triumphiert, Coleman sichert sich 292.398 €. - 30.000 € Super High Roller Warm-Up:
Klemens Roiter, frischgebackener WSOP-Bracelet-Gewinner, bezwingt ihn im Finale. Coleman erhält 332.900 €. - 100.000 € EPT Super High Roller:
Im Spannungs-Höhepunkt verliert er nach einem Heads-Up-Deal gegen Leon Sturm. Preisgeld: 1.148.755 €.
Was auf den ersten Blick wie eine Serie von „Fast-Erfolgen“ wirken könnte, verdient in Wahrheit höchste Anerkennung. Auf diesem Buy-in-Level wiederholt tief zu kommen, braucht mehr als Glück. Es verlangt scharfe Reads, perfekte Timing-Entscheidungen und emotionale Standfestigkeit.
Mit über 11,3 Millionen US-Dollar in Live-Gewinnen reiht sich Coleman nun endgültig in die Riege der ganz Großen ein. Es ist nicht sein erster heißer Run – 2024 gewann er allein sechs High Roller Turniere in den USA. Doch vier Zweite Plätze in nur sechs Tagen markieren selbst für ihn ein neues Ausrufezeichen.
Ein Kollege aus der Szene bringt es auf den Punkt:
„Vier zweite Plätze in so kurzer Zeit – das ist Wahnsinn. Natürlich will man gewinnen, aber so konstant Deep Runs bei diesem Buy-in-Level abzuliefern, zeigt seine Klasse.“
Mehr als nur ein Trostpreis
Beim 100k Super High Roller gegen Leon Sturm zu verlieren, mag schmerzen. Dennoch: Ein siebenstelliger Zahltag mildert selbst diese Niederlage. Und in einem Feld voller Weltstars überhaupt bis ins Heads-Up zu kommen, setzt ein klares Statement.
Colemans Lauf ist noch nicht zu Ende. Auch wenn er nicht beim Main Event in Barcelona antritt, werden seine jüngsten Ergebnisse nachhallen. Für Fans und Beobachter bleibt er einer, der mit jedem Turnier Spannung garantiert.
Die EPT Barcelona läuft weiter – doch einer der Höhepunkte steht schon fest. David Coleman hat nicht den Titel geholt. Aber er hat für Gesprächsstoff gesorgt, der die Pokerwelt noch lange beschäftigen wird.
