Kolumnen

Der Tag des Joachim Göres – Finale der SPPT in Potsdam

Seit Februar 2009 lief die Spielbank Potsdam Poker Trophy (SPPT) über drei Quartale (Februar bis April, Mai bis Juli, August bis Oktober). Insgesamt 1.458 Teilnehmer hatten um den Einzug ins Finale gekämpft und am 5. November 2009 durften 45 Qualifikanten um die grandiose Summe von € 10.000 spielen, die von der Spielbank Potsdam „spendiert“ werden.

Diese großzügige Geste gegenüber den Pokergästen hatte natürlich einen enormen Andrang auf die Qualifizierungsturniere zur Folge. Schon jetzt bewertet die Spielbank Potsdam die SPPT als großen Erfolg. Für das nächste Jahr ist eine ähnliche Serie geplant, dann unter Einbeziehung der Spielbanken Cottbus und Frankfurt/Oder, die seit kurzem ebenfalls Live-Poker anbieten.

Qualifizieren konnte man sich über ein ausgefeiltes Punktesystem bei den regulären Turnieren, die täglich außer Samstags in der Spielbank Potsdam angeboten werden. Qualifikationspunkte gab es für:

– Spielerfolg: für jeweils € 100 Turniergewinn wurde ein Punkt gutgeschrieben. Die sechs Punktbesten in jedem Quartal waren für das Finale qualifiziert.
– Spieltreue: pro € 10 Turnier-Buy-In gab es einen Punkt gutgeschrieben. Die fünf Punktbesten in jedem Quartal waren ebenfalls für das Finale qualifiziert.
– High Hands: Die drei höchsten Hände in den Qualifizierungsturnieren erhielten ebenfalls ein Finalticket. Wer sich allerdings am 10. Februar 2009 mit einem Jack high Straight Flush Hoffnungen gemacht hatte, wurde schon am 10. Juni 2009 enttäuscht, als der dritte Royal Flush innerhalb der Turnierserie fiel. Insgesamt kam es zu vier Royal und sieben Straigth Flushes, vier Asse am 1. Juli 2009 rangierten nur unter ferner liefen und kleinere Vierlinge wurden erst gar nicht in die Wertung aufgenommen.
– Lucky Losers: Auch das Ausscheiden an der „Bubble“ wurde mit einem Punkt belohnt. Die drei „Erfolgreichsten“ in dieser Kategorie erhielten ebenfalls ein Finalticket
– Ladies Only: während der Vorrundenturniere gab es zwei exklusive „Ladies Only-Contests“. Hierbei kamen jeweils die drei besten Spielerinnen ins Finale.

Von den Gästen wurde das Punktesystem als ausgesprochen fair und ausgeglichen bezeichnet, denn es berücksichtigte Können, Treue und – mit etwas weniger Gewichtung – Glück. Selbstverständlich kam es im Laufe der Vorrunden zu zahlreichen Mehrfachqualifizierungen. Den Rekord halten Gabi Rethamales und Uwe Ritz, die jeweils zu ihrem Startticket noch sechs Rebuy-Tickets erkämpft hatten. Wer sich mehrfach qualifiziert hatte, erhielt für das Turnier Rebuy-Tickets.

Elton in Potsdam

Als besonderes Bonbon hatte sich die Spielbank eine Kopfgeldprämie für einen prominenten Ehrengast im Finale einfallen lassen. Der Final Table setzt sich aus acht Finalisten und eben diesem Ehrengast zusammen. Es war schon lange kein Geheimnis mehr, dass Elton kommen sollte. Versehen mit einem Stack, der dem Durchschnittswert der acht Finalisten entsprach, nahm er am Final Table Platz.
Nun hatte die Spielbank eine weiteres Schmankerl parat. Wer Elton vom Finaltisch eliminierte, erhielt die Kopfgeldprämie in Höhe von € 2000 Euro.

Um 19:10 ging es nach der Begrüßungsansprache durch Herrn Edelmann mit Blinds von 20/40 und Stacks von 3000 Chips los. Da das Feld wegen der Rebuy-Tickets sehr heterogen geprägt war, mussten einige Spieler super-tight spielen, während andere wegen der vorhandenen Rebuy-Möglichkeiten es super-loose angehen konnten. So konnte mehrfach beobachtet werden, dass All-in-Moves durch Any-two-cards von den Spielern mit mehreren Rebuy-Tickets gecallt wurden.

Andererseits bedeuten viele Rebuy-Tickets nicht zwingend viele Chips für den Besitzer. Ein Rebuy konnte nämlich ausschließlich innerhalb der ersten Stunde getätigt werden. Wer mit vielen Rebuy-Tickets zu leichtsinnig spielte, verteilte Chips an die übrigen Spieler. Nicht jedoch an allen Tischen ging es super-loose zu. Joachim Göres stöhnte: Innerhalb des ersten Levels bekam er in Hand vier, fünf und sechs nacheinander Asse, Kings und nochmals Kings. Er bekam auf keines seiner moderaten Raises auch nur einen Caller.

Kurz bevor die ersten 60 Turnierminuten vorüber waren, gab es einen lustigen Hinweis an alle durch den Floorman: „Hier ein Hinweis an alle „Rebuy-Ticket-Schoner“: in zehn Minuten werden die Tickets ungültig.“. Und so kam es dann auch. Nach der ersten Stunde wurde Bilanz gezogen. 17 RB-Tickets waren nicht eingelöst worden. Den Rekord stellte dabei Uwe Ritz auf. Er hatte anfangs nur ein Ticket eingelöst und kam in der ersten Stunde richtig in Fahrt. Nach 60 Minuten hatte er 12.600 Chips bei einem Average von 5.428. Fünf seiner sechs Tickets konnte er ungenützt zurückgeben.

A Stack and a Chair

Elton und Thorsten Kühn

Joachim Göres gilt als erfahrener Spieler, der jede Turniersituation blitzschnell analysieren kann und meist das Richtige tut. Er hatte als One-Stack begonnen, weil er sich in den Vorrunden nur einmal qualifiziert hatte. Zur ersten Turnierpause hatte er aus seinem Anfangsstack etwa 7.500 Chips gemacht. Und offenbar kam zu seiner Turniererfahrung in den richtigen Momenten auch noch die Gunst Fortunas hinzu. Joachim baute seinen Stack kontinuierlich auf und gegen 00:15 Uhr setze er sich mit sieben anderen zu Elton an den Final Table, der zur Feier des Tages mit einem eigens gestalteten Tuch bespannt war.

Eltons Abschied

Kurze Zeit ging es auch schon um Eltons Kopf. Auf einen Flop von .5s: ging Joachim mit all-in und wurde von Elton mit gecallt. Viele Outs für Elton, aber die Turnkarte half ihm nicht, der River brachte Joachim dann sogar noch das Full House. Elton war vom Tisch genommen und Joachim konnte das Kopfgeld in Höhe von € 2.000 einstreichen.
Um kurz vor 03:00 Uhr am Morgen kam dann die letzte Hand des Turniers. Die letzten beiden Kontrahenten Joachim Göres und Sandor Störzner waren im Heads-Up. In der letzten Hand hielt Joachim Göres , Sandor Storzer . Der Flop brachte , im Turn fiel , der River brachte und Joachim siegte mit einem Karo-Flush.

Das Gesamtergebnis der SPPT 2009:

1. Platz € 3.000 Göres, Joachim
2. Platz € 2.000 Storzer, Sandor
3. Platz € 1.000 Kühn, Thorsten
4. Platz je 500 € Strauß, Anton
5. Platz Munzert, Christian
6. Platz je 250 € Bunn, Carmen
7. Platz Dathe, Anton
8. Platz Elke, Torsten
9. Platz Elton
Sieger Joachim Göres

2 Comments
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stefan "vodoo" schüttler
10 Jahre zuvor

Grandios fragwürdige Idee:

Man verkauft mehrfach „Lebensversicherungen“ (Rebuy-Optionen), die aber alesamt nur bis zum 12. Lebensjahr Gültigkeit haben, und dann wertlos verfallen??!

ramon
10 Jahre zuvor

Mein Gott, Du und Deine verquasten Assoziationen, Voodoo. Lebensversicherungen mehrfach verkauft? Hä? Entwickelt man solche Gedankengänge, wenn man „Poker ohne Geld“ als echtes pokern propagiert?