Kolumnen

Die erste Hürde ist geschafft – Danke Marc Horisberger

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Heute am 28. Februar 2012 hat der Nationalrat die Motion des Nationalrats Lukas Reimann mit 165 zu 2 Stimmen bei 12 Enthaltungen, welche Pokerturniere um kleine Einsätze außerhalb von Casinos verlangt, gutgeheißen. Die nächste Hürde, die Abstimmung im Ständerat scheint nur noch Formsache und damit stellt sich das Parlament gegen das Urteil des Bundesrats.

Zusätzlich am 11. März 2012 stimmen die Schweizer Bürger über die Volksinitiative „Für Geldspiele im Dienste des Gemeinwohls“ ab, welche am Rand auch Pokerturniere behandelt. Mit dem Volkswillen im Rücken würde hier ein klares zusätzliches Zeichen gesetzt. Somit wäre der Druck auf Stände- und Bundesrat gegeben und die jetzige Situation könnte endlich wieder eine legale werden. Denn Poker in der Schweiz wird trotz dem Verbot noch häufig gespielt und boomt immer noch.

Der Schweizer Casinoverband, welcher gegen die Legalisierung von Livepoker in der Schweiz ist, sieht dies nicht gerne. Ihre Argumente sind die ewigen alten ausgelutschten und die von Kreativität beschränkten Floskeln, welche sich lediglich auf die Anstellung eines teuren Projektleiters, in Form eines Lobbyisten für das Bundeshaus beschränkt, der in der Wandelhalle des Parlaments die einseitigen Parolen von Herrn Marc Friedrich weitergibt.

Doch eigentlich liefern seine Verbandsmitglieder wie das „Swiss Casino“ Schaffhausen gleich die besten Argumente: Dort veranstaltete man mit externer Unterstützung Pokerturniere. Das Fazit: Die fortwährend ausgebuchten Montagsturniere werden per Ende Februar abgeschafft, weil sie zwar durch horrende Rake (versteckt im Eintrittsgeld) kostendeckend waren, doch unter dem Strich schaute auf den Quadratmeter zu wenig Profit heraus. Nun will man jetzt lieber wieder das Texas Holdem Ultimate Poker anbieten. Dies ist ein Spiel gegen die Bank, bei welchem der Spieler weniger Gewinnchancen als beim Roulettespiel erwartet.

Wie Herr Detlef Brose, Direktor vom Grandcasino Baden bei Zürich, letzthin im Interview öffentlich erklärte, erwarte er klare Regeln betreffend Spielerschutz und ähnliche Auflagen an private Veranstalter, wie sie bei Casinos gemacht würden. Die parlamentarische Arbeitsgruppe ist nun, wie auch viele private Pokerveranstalter gefordert, Regeln aufstellen, so dass Poker außerhalb von Casinos für Spieler sicher durchgeführt werden können. Denn für seriöse Privatanbieter kann sich die Veranstaltung von Pokerturnieren durchaus rechnen, weil sie flexibler als Casinos agieren können.

Gewisse Aufsichtsanlagen könnten lauten:

– Identifikation des Spielers mit Vernetzung einer Spielerkartei (Sperrung von Spielern)
– Aktive Spielprävention durch Speicherung der Einsätze und Auszahlung und Zusammenarbeit mit Suchtexperten
– Gewährleistung des fairen und korrektem Spielbetriebs durch detaillierte Vorschriften (Ethik)
– Sicherheitskonzepte betreffend Geldfluss
– Bezahlung von Sozialabgaben und Steuern

Zum Glück hat die Pokerszene Schweiz mit dem Chef des Pokerpalace, Marc Horisberger, einen unermüdlichen Idealisten, welcher bei Politikern, Behörden und Presse fortwährend anklopft und solche Forderungen diskutieren kann. Er war es im Vorfeld, welcher die Bevölkerung darauf aufmerksam machte, wie der Schweizer Casinoverband mit fast schildbürgerlichen Argumenten operiert und es ihr der die Eidgenössische Spielbanken Kommission mit ihren unverhältnismäßig teuren Einsätzen und der Beschlagnahmung von Frotteetücher nach machte.

Trotz Eigeninteressen vergisst Marc Horisberger die Spieler nicht, und veranstaltet Freerollturniere im Pokerpalace in Dietlikon. Er nahm auch gleich die komplette Organisation von Events wie den Pokerzug nach Kufstein und die Reise nach Berlin an die Pokerfirma Open in seinen Aufgabenbereich, welche beide hervorragend klappten.

Lieber Marc Horisberger: Vielen herzlichen Dank für deinen unerbittlichen, feinfühligen und sorgfältigen Einsatz für die Schweizer Pokerszene!

Cheers

Martin Bertschi

4 KOMMENTARE

  1. hahah das heist nacher macht öpper lounge uf buy in 50 rake 20 was 40prozent isch, mit dene er netemall koste decke chan!
    schlusendlich bring das numme bars öppis zum lüt locke 20plus 5 und trinket!wens net bis min.200fr buyin machet bringt das net würklich öppis!
    Aber ebe beser als nüt!!
    Und ja au vo mier danke am Mark das er sich so isetzt für das ganze!!

  2. Der Schweizer Casinoverband, welcher gegen die Legalisierung von Livepoker in der Schweiz ist, sieht dies nicht gerne. Ihre Argumente sind die ewigen alten ausgelutschten und die von Kreativität beschränkten Floskeln, welche sich lediglich auf die Anstellung eines teuren Projektleiters, in Form eines Lobbyisten für das Bundeshaus beschränkt, der in der Wandelhalle des Parlaments die einseitigen Parolen von Herrn Marc Friedrich weitergibt.

    Sehr schön geschrieben, **freufreu** auf die Zukunft….

  3. Ich bin skeptisch. 100 Franken-Turniere plus 25 Franken Administrations- und 10 Franken Eintrittsgebühr und dergleichen. Eine Abzocke sondergleichen bahnt sich an. Warten wir mal ab, was der Pusher, Marc Horisberger, in seinem Poker Palace aufziehen wird. Ihm traue ich am ehesten zu, diese Rake-Barrieren zu knacken und ein faires Angebot zu platzieren.

  4. Vielen Dank Martin für deine ausführliche Kolumne. Auch schön, dass mal jemand den unermüdlichen Einsatz von Marc Horisberger gebührend honoriert.

    Mir gefällt dein Optimismus, aber ich fürchte, die Abstimmung im Ständerat wird nicht einfach so zur Formsache.

    Die Casinoverband dürfte seine Strategie schon frühzeitig auf den Ständerat ausgerichtet haben. Zum einen war der Ständerat in den vergangenen beiden Jahren stets kritisch gegenüber dem Pokerspiel eingestellt. Zum anderen ist es für die Casinolobby einfacher 23 Ständeräte zu gewinnen als 100 Nationalräte. Ich rechne eher mit einem knappen Resultat.

    Die „Pokerlobby“ tut gut daran, jeden einzelnen Ständerat persönlich zu kontaktieren, um den aktuellen Missstand zu erläutern. Ich jedenfalls werde meinen Beitrag dazu weiterhin leisten.

    Es wäre schade, wenn wir nach diesem Polit-Slalom vor lauter Vorfreude und Uebermut noch am letzten Tor einfädeln würden.

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