Die ältere Poker-Generation wird sich noch gut an den Tag erinnern: Am 6. März 2010 wurde das Main Event der European Poker Tour (EPT) im Berliner Grand Hyatt Hotel (Potsdamer Platz) Ziel eines spektakulären Raubüberfalls.
Vier maskierte Täter stürmten den Eingangsbereich des Turniers und bedrohten Mitarbeiter mit Macheten und Schreckschusswaffen. Innerhalb weniger Minuten erbeuteten sie rund €242.000 Euro Bargeld und flohen zu Fuß aus dem Hotel.
Der Coup sorgte weltweit für Schlagzeilen, da sich zeitgleich hunderte Pokerspieler und Zuschauer im Gebäude befanden und Amateurvideos die dramatischen Szenen festhielten.
Ein Sicherheitsmitarbeiter stellte sich u.a den Tätern entgegen und konnte einen Räuber kurzzeitig festhalten, wurde jedoch mit einer Machete verletzt und musste ihn entkommen lassen Ein Hotel-Auszubildender wiederum sicherte sich einen Teil der Beute, indem er einen zurückgelassenen Rucksack voller Beute an sich nahm.
Trotz der zunächst erfolgreichen Flucht waren hier absolute Amateure am Werk und sie machten Fehler ohne Ende. Darunter zurückgelassene Fingerabdrücke, Videoaufnahmen und ein identifizierbares Fluchtfahrzeug (oh mann..).
Bereits wenige Tage später wurden dementsprechend alle vier mutmaßlichen Räuber festgenommen und vorerst inhaftiert. Spätere Ermittlungen führten den Überfall auf ein Umfeld des Berliner Abou-Chaker-Clans zurück, was Clan-Oberhaupt „Arafat Abou-Chaker „allerdings bis heute vehement bestreitet.
Der EPT-Pokerraub gilt jedenfalls bis heute als einer der spektakulärsten Überfälle in der Geschichte des professionellen Pokers und zeigte, wie selbst hochkarätige Veranstaltungen ganz easy zum Ziel organisierter Kriminalität werden können.
In der Doku auf dem YouTube-Channel von „Tatsache“ (292.000 Abos), wurde der Coup nochmal neu aufgerollt und es ist qualitativ eine absolute Endlevel-Doku, die man sich nicht entgehen lassen darf.
