Seit geraumer Zeit bemühen sich Veranstalter, Funktionäre und Pokerindustrie das Thema Shot Clock in die Pokerwelt einzubringen. Das PokerMagazin widmete diesem viel diskutierten Thema sogar eine ganze Ausgabe (21). Ein, für die einfache Abwicklung eines Shot Clock Turniers umzusetzender Punkt war es, ein System zu finden, welches von den Dealern leicht zu bedienen ist und absolute Transparenz bietet.

Einige Spieler wussten nicht genau, in welches Turnier sie sich eingekauft hatten („Für was sind die Zahlen da?“), andere kauften sich ganz bewusst ins erste Shot Clock Turnier Österreichs ein – unter anderem Erich Kollmann, Markus Dürnegger, Vizeeuropameister Michael Sax und SOSA-Moderatorin Sabine Hahlweg. Jeder Spieler hatte pro Move 30 Sekunden Zeit und eine weitere Time Bank Karte für 30 Extra-Sekunden, welche er einmal im Turnier einsetzen konnte. In den ersten Levels hatte die Shot Clock kaum Auswirkungen auf das Spiel – die Spielzüge wurden eher als Provokation in die Länge gezogen („Jetzt warte ich bis die Zeit auf 19 Sekunden herunten ist, dann folde ich…“) und weniger eines schwierigen Spielzuges wegen. Diese „Spielereien“ wurden aber den meisten nach wenigen Händen selbst zu blöd.
Eher mit der Situation überfordert, waren einige Dealer. Bei Insta-Folds verabsäumten sie die Zeit für den nächsten Spieler neu zu starten, bei anderen wurde die Zeitnehmung erst nach fünf bis zehn Sekunden ausgelöst, bei anderen erst nach Urgieren der Mitspieler. Je länger das Turnier aber dauerte, desto besser beherrschten die Dealer die Technik. Shot Clock Turniere fordern von den Dealern sicher mehr Konzentration, als das bisherige Kartengeben und ein intensives Vorabtraining am Shot Clock System käme der Gerechtigkeit und Diskussionen am Tisch sicher zu Gute.
Erst ab Level 10 des „Turbos“ kam das Zeitmanagement zu tragen und die Nachdenkzeit wurde öfters bis zum Ende des Zeitguthabens ausgenutzt. Ab Level 12 kamen dann die Extrazeiten zum Einsatz.
In Summe gesehen ist die Shot Clock sicher eine Bereicherung des Liveturniergeschehens.



Und Sabine Hahlweg meint: „Shot Clock-Turniere wären vor allem in Hinsicht auf eine spannendere mediale Pokerberichterstattung wünschenswert. Da geht dann alles schneller und der Zuseher bleibt am Ball und ist nicht versucht, in einer dreiminütigen Tank-Zeit den Sender zu wechseln.“
Ob sie als ausgewiesene Exoten-Turniere weitergeführt werden, oder ob die Clock als Standard eingesetzt wird, wird am Mut und der Kreativität der Veranstalter liegen. Spaß macht es auf jeden Fall.
Vertrieben wird „TimePoker“ von Gambler’s Store Regensburg www.gamblerstore.de
Die Beiträge im PokerMagazin zum Thema Shot Clock:
http://www.poker-magazin.at/tag/shot-clock