Kolumnen

Eine große Edge ersetzt einen kleinen Penis

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Ein Holdemanifest der ganz besonderen Art. Geschrieben von mir, der grauen Holdeminzenz. Heute wird wissenschaftlich fundiert die sexuelle Komponente von Texas Hold‘em erklärt.

Am Beispiel pokerspielender Männer. So wie wir Kerle morgens aufwachen und voller Stolz und voller Freude an uns runterschauen, genau so schauen wir, wenn wir ein mehr als nur gutes Blatt floppen. Ab Straße aufwärts.

Ja, wir Männer sind im Prinzip einfach zufrieden zu stellen. Wenn morgens alles in Ordnung ist und wenn auf dem Tisch nach den ersten drei Karten alles in Ordnung ist, sind wir zufrieden. Wir lassen uns auch keinen Orgasmus vortäuschen. Wir lassen uns auch keinen Bluff vortäuschen; der andere kann nichts haben. Es sei denn, auf dem Turn kommt der zweite König. Dann können wir über Vorgetäuschtes gerne grübeln. So schnell also kann bei uns Kerlen die gute Laune dann doch in den Keller gehen.

Wenn ein Mann wählen könnte zwischen einer intelligenten Liebhaberin oder einer mit großen Brüsten und einem perfekten Körper, wir würden immer den Straight Flush wählen. Wenn der andere das Nuts Full House hat. Da müssen wir dann (in beiden Fällen) nicht so viel reden, sondern können einfach nur (in beiden Fällen) einsammeln.

Natürlich träumen wir Männer alle von einem flotten Dreier. Dem auf dem Flop, wenn sich zu den beiden Fünfen eine dritte hinzugesellt. Das hat mehr Wachstumspotential als in den unteren Regionen. Eine Orgie. Überforderung aller Sinne. Und wahrscheinlich sind wir damit tatsächlich überfordert. Aber, man darf ja noch Träume haben. Lasst uns also den Zustand völliger Enthemmung genießen. Er ist eh selten genug. Es müssen nicht mal Gefühle und auch keine große Edge dabei sein.

Für heute bleibt nach diesem Kunstwerk der Pokerliteratur abschließend tatsächlich nur eins zu sagen – Seat open.

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