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Einundzwanzig kleine Pokerspieler im Pokerwunderland

Im wunderschönen und in Bezug auf Poker seltsam anmutenden, weil barock überladenen, Palais Auersperg in der Wiener Innenstadt fanden sich zweihundertdrei von den angesagten zweihundertzwanzig Pokerspielern ein, welche die Chance auf einen hunderttausend Dollar Vertrag bei Everest Poker zu erspielen versuchten.

Everest engagiert seine Spieler nicht nur über deren spielerischen Qualitäten, sondern auch nach Personality und Kommunikationsfähigkeiten. Wenn im letzten Jahr der Vorwurf aufkam, dass Everest keinen Pokerspielern, sondern schönen oder zumindest schrägen Charakteren einen Vertrag gab, welche vom Pokerspiel nur einen marginalen Einblick haben, so steuerte Everest in diesem Jahr durch ein neues Auswahlsystem dagegen.

Um bei der everest’schen Spielerauswahl mitmachen zu können, bot der Onlineanbieter mehrere Möglichkeiten, welche sich über die letzten zwei Monate erstreckte. Zur Auswahl standen Multitable (Turniere oder Rangliste), Cashgame und SnG’s und wenn man dann bei einer Onlineveranstaltung vorne dabei war, folgte die Einladung in die ehemalige Kaiserstadt um seiner beginnenden Pokerkarriere das Krönchen aufzusetzen.

Charmant war die von den beiden Poker-Profis, der Spanierin Maria Maceiras  und dem Italiener Cristiano Blanco, moderierte Eröffnung und zeigte somit zwei Dinge. Einerseits die beiden Hauptmärkte von Everest, andererseits  aber  auch, dass dies ein Event von Spielern für Spieler ist, befreit von vordergründigen Chief Officers von CEO bis hin zu CVO (Chief Visionary Officer) mit endlos scheinenden Reden zu Menschen, welche spielen wollen und in diesem Moment nicht hören – aber dies geschah erfreulicherweise eben nicht. Das Everest-Team mit Maria Maceiras, Cristiano Blanco, Fabrice Soulier, Antoine Saout, Voitto Rintala und Steven van Zadelhoff wurde mit Kim Wooka komplettiert, welche aufgrund der apokalyptischen Wetterlage nach über vierzig Stunden Anreisezeit völlig übermüdet eintraf.
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Nach der kurz gehaltenen Eröffnung wurde in Rekordzeit aus unzähligen Sesselreihen der Turnierbereich gestaltet und das eigentliche Casting konnte beginnen. Die Auswahlkriterien hatten weniger die modern/telegenen Voraussetzungen von Castingshows, sondern glichen vielmehr einem fast bieder anmutenden Vorstellungsgespräch bei der „Capitol Versicherung“, aber gerade deshalb wirkt das Casting ehrlicher und nachvollziehbarer als die bis zur Übelkeit ertragenen Fernsehvorbilder.

Naheliegenderweise setzte sich die Auswahl der Finalisten in erster Linie aus dem spielerischen Können, welches via zwei Cashgames (Playmoney), zwei SnG’s und  einem Interview zusammen. Zusätzlich trug die Everest Community noch ihren Teil dazu bei, indem sie über Wochen für einen, von ihnen bevorzugten, Spieler voten konnte. Daraus ergab sich ein Punkteschlüssel von bis zu hundert Punkten, welcher aus 55% Pokerskills und 25% Pokercommunity bestand.

Die Bewertung des Interviews mit der Jury, welche sich aus Paula del Campo, Rocio van Nierop, Jennifer Joyce, Thomas Kremser, Cristiano Blanco, Fabrice Soulier und Antoine Saout zusammensetzte, fiel nochmals mit 20% zu Buche der Hoffnungsvollen.
Der Fragenkatalog stellte sich zusammen aus einem kurzen Umriss, wie man zum Pokerspiel kam, wie man jemandem Poker und im speziellen Everest näher bringen könne, was es bedeuten würde den Vertrag zu gewinnen und, zu guter Letzt, was es Negatives über Everest zu sagen gäbe bzw. was man ändern würde.

Dass die Organisation von Everest rund um Rocio van Nierop ein meisterliches Timemanagement bewies, zeigte sich, dass der Zeitplan auf die Minute hin eingehalten wurde, selbstverständlich ist dies auch zu einem Teil Thomas Kremser und seinem wie immer bestens geschulte Dealerteam zu verdanken.

Bis es allerdings zur fulminanten Präsentation jener zwanzig gücklichen Finalisten kam, gab es dann doch ein wenig Verspätung und erst kurz vor 23 Uhr wurde wieder in den großen Veranstaltungssaal gebeten, in dem kein Pokertisch mehr zu sehen war. Statt zwanzig strahlender Gesichter gab es dann doch einunzwanzig, weil sich die Jury nicht so ganz einig war und das erfreuliche aus deutscher Sicht ist natürlich, dass auch drei deutsche Spieler morgen zum letzten entscheidenden Interview wiederkommen dürfen. Überraschend waren die Reaktionen von manchen Finalisten. Von stoischer Belanglosigkeit bis hin zu rührenden Tränenausbrüchen der ungarischen Kandidatin, fanden sich so ziemlich alle Gefühle auf und neben der Bühne wieder.

Und so träumen einundzwanzig kleine Pokerspieler zumindest bis morgen den Traum vom glorreichen Poker Pro.

(FR) Thibaud Durand
(ES) Javier Martinez
(IT) Francesco De Vivo
(DE) Tobias Wagner
(FR) Leonard Truche
(JP) Shingo Nozaki
(NL) Niels Van Gent
(DE) Mark Willeke
(IT) Davide Rugi
(FR) Jerome Senac
(HU) Viktoria Szilasi „SexyGirl“
(NO) Sigurd Eskeland
(BR) Marcos Cesar
(BE) Jonas T’Syen
(IT) Gavino Virdis Bechembauer
(DE) Ronnie Pickard
(NL) Koen de Bakker
(FR) Julien Claudpierre
(DK) Thomas Frøslev
(FR) Fabien Perrot
(BR) Norson Shinti Saho


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planlos
11 Jahre zuvor

planlose pokerspieler als „pros“