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European Deepstack Poker Championships (EDPC IV) in Dublin – die Starttage

Endlich ist es wieder soweit! In Dublin hat die EDPC begonnen. Auch wenn man die Deepstack Serie von Michael Lacey und Brian Lennon letztes Jahr an einigen Orten in Europa spielen konnte ist Dublin sicherlich nicht nur für mich immer ein besonderes Erlebnis.

Hier hat 2008 alles begonnen. Naja, eigentlich nicht direkt hier sondern ein paar Kilometer nördlich in Drogheda – aber seit 2009 ist man aus Platzgründen nach Dublin umgezogen. Und seit 2 Jahren scheint man nun auch mit dem Ballsbridge Inn als Veranstaltungsort sehr zufrieden zu sein.

Für mich war schon lange klar, dass es auch diesmal wieder nach Dublin gehen sollte und daher wurden Flug und Hotel recht früh und kostengünstig gebucht. Zwei Tage vor Abflug dann der Schock: Eine SMS von AerLingus in der es heißt, dass mein Flug nach Dublin gecancelt ist. Anscheinend gibt es Streitigkeiten mit dem Kabinenpersonal bezüglich der Arbeitszeitregelungen. Also schnell (natürlich kostenfrei) umgebucht und einen Tag früher geflogen. Dass der Flug dann durch Ryanair durchgeführt wurde konnte man dank der Vorfreude aufs Turnier auch noch verschmerzen.

Nachdem die Resonanz für dieses Event im letzten Jahr sehr groß (und das Turnier vorzeitig ausverkauft) war hatte man sich entschlossen 2011 erstmalig zwei Starttage anzubieten. Da man außerdem mit 750 – 1000 Spielern rechnete wurde das Turnier um einen Spieltag verlängert und einige zusätzliche Level in die an sich schon sehr gute Struktur eingebaut. Nachdem ich nun wieder erwarten früher als geplant in Dublin war, ließ ich es mir nicht natürlich nicht nehmen am Tag 1A vorbeizuschauen. Freunde begrüßen, Atmosphäre schnuppern. Für einen kurzen Moment hatte ich sogar darüber nachgedacht auf Tag 1A zu wechseln, mich dann aber entschieden an meinem ursprünglichen Plan festzuhalten.

Mit Roy Decker (Bild rechts, zusammen mit Stefan Dyck) und Hanns-Peter Jacobi spielten u.a. an Tag 1A zwei deutsche Teilnehmer die nun auch schon zu den regelmäßigen Gästen der Deepstack Serie gehören. Während es Roy mit 97.500 Chips in Tag zwei schaffte musste sich Hanns-Peter leider mit KK gehen eine geriverte Straße kurz vor Schluss des ersten Spieltages verabschieden. Mit Stefan Kraft, Robert Schulz, Stefan Dyck und Franz Szautner erreichten noch vier weitere deutsche Teilnehmer das Finale. Dabei sticht besonders Stefan Kraft hervor der  mit 301.600 Chips nur knapp hinter dem Chipleader Louis De Bourbon (360.800) auf Platz 2 liegt. Außerdem haben es auch noch vier Schweizer (Olivier Rouiller, Mergim Mehmeti, Endravuz Duzgun, Kevin Schmid) und ein Österreicher (Robert Reidmann) geschafft  Tag 1A zu überleben.

Am Tag 1B ging es dann auch für mich endlich los. 50.000 Startchips (Bild rechts) und Levelzeiten von einer Stunde sind eine feine Sache. Aber wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht. Und so ging es für mich erst einmal runter bis auf 36.000 Chips. Nun hieß es Ruhe bewahren … das waren immer noch mehr als genug Chips um nicht in Panik zu verfallen und der Tag war noch lang. Trotzdem ärgert man sich wenn man früh bereits soviele Chips abgeben musste. Aber auch für mich kamen im Laufe des Nachmittags bessere Zeiten und es ging langsam aber stetig bergauf. Am frühen Abend (kurz nach dem Dinnerbreak) waren es dann 83.000 Chips und meine Welt war wieder in Ordnung! Und wie das mit heilen Welten so ist, sie können auch leicht wieder zerstört werden. Stück für Stück rannen mir die mühsam erarbeiten Chips durch die Finger und ich fand mich am späten Abend bei nur noch 60.000 Chips wieder.

In der Zwischenzeit war „Nick aus England“ an unseren Tisch gekommen. Nick brachte nicht nur eine Menge Chips sondern auch einem Menge Stimmung mit. Der Table Talk nahm deutlich an Fahrt auf und Nick avancierte schnell zum „Table Captain“. Als eines seiner bevorzugten „Opfer“ ließ er es sich nicht nehmen fast jede Hand zu spielen in die ich involviert war. Nachdem wir uns das eine oder andere kleine Scharmützel geliefert hatten kam es dann zum englisch-deutschen Showdown. Mein Raise mit AA in first Position fand neben Nick noch zwei weitere Caller und ein Traumflop von A-6-x in allen Farben erlaubte es mir relativ gefahrlos zu checken. Leider checkte dann auch Nick völlig überraschend. Genauso wie die anderen beiden Mitspieler. Eine weitere 6 am Turn brachte das Full-House. Und diesmal enttäuschte Nick nicht. Mein schwaches Check wurde mit einer ordentlichen Bet von 6.000 Chips beantwortet (im Pot waren rund 13.000). Die anderen Gegner foldeten und ich zahlte unter „offensichtlichen Schmerzen“ seine Bet. Der River war bedeutungslos. Noch ein Check und Nick ging endgültig in die Falle. Weitere 15.000 Chips wanderten gegen den „weak German“ in den Pot (mein Re-Raise auf 30.000 zahlt er dann allerdings leider nicht mehr) und ich stand bei 106.000 Chips.

Von da an ging es weiter langsam aber stetig aufwärts und 130.000 Chips ca. 90 Minuten vor Ende des ersten Spieltages waren ein ordentliches Ergebnis. Es sollte aber noch besser kommen: Ein Raise mit A8 am Button fand mit dem Big Blind einen Caller. Der Flop von J-8-8 war ein Traum und wie erwartet kam die Conti-Bet meines Gegners. Mein Re-Raise beantwortete er mit einem All-In von immerhin 70.000 Chips. Da ich ihm JJ hier nicht gab (die hätte dieser Spieler Preflop geraist) war es ein Instacall und mein Gegner musste mit AJ auf zwei verbliebene Outs hoffen. Die kamen zum Glück nicht und ich saß nun mit 210.000 Chips am Tisch. Ein Level und ein paar Steal-Raises, Blinds und verlorene Bets später war der Tag zuende und ich konnte mehr als zufrieden 197.800 Chips einpacken.

Nicht so gut lief es leider für Reinhard „Ironheart“ Otte (den Royal Flush Qualifier, Bild rechts) – für ihn war kurz vor Ende des ersten Tages Schluß nachdem er sich zwischenzeitlich auch auf rund 80.000 Chips hochgespielt hatte. Wie es bei den anderen deutschsprachigen Teilnehmern an diesem Tag gelaufen ist konnte ich aus naheliegenden Gründen leider nicht so genau mitverfolgen. Mit dabei sind aber noch: Stefan Fuchs, Nissim Beniesch, Holger Lindemann und Zohar Spivack (mit 351.200 der Chipleader an Tag 1B). Ausserdem die Österreicher: Leonid Spielmann, Walter Pfluger, Robert Beddanic, Anthony Ghamrawi und ein großes Kontingent aus der Schweiz: Matthieu Fluery, John Gigon, Lukas Boduer, Raphael Frund, Ricardo Graells, Thomas Calfelis, Charly Mauron, Roger Gobet, Julian Niquille, Kourosh Adeli, Jaques Mauron

Insgesamt blieb das Gesamtteilnehmerfeld mit 737 Spielern leicht hinter den Erwartungen zurück. Überraschenderweise fehlten auch einige der bekannten Gesichter der irischen Poker Szene  während andererseits viele neue Gesichter zu sehen waren. Der bekannteste Name im Teilnehmerfeld war sicherlich Andy Black. Der blieb allerdings nicht lange und schied als einer der ersten an Tag 1A aus. Auf Platz 138 im Chipcount findet sich noch Ross Boatman aus England – da ich ihn aber noch nicht gesehen habe kann ich nicht definitiv sagen über es sich um einen der HendonMob Boatman handelt. Auch nicht wirklich gut lief es für Dara O’Kearney (Bild rechts). Der Sieger der ersten EDPC und Finalist des letzten Jahres musste kurz vor Ende von Tag 1A das Feld räumen. Ebenfalls ausgeschieden ist  Frederic Brunet der Sieger des letzten Jahres.

Alles in allem aber trotzdem ein großer Erfolg für Michael Lacey und sein Team. Für die Teilnehmer gibt es einen Preispool von immerhin €360.772 der sich auf 72 bezahlte Plätze verteilt. Während es für die ersten bezahlten Plätze €1.000 gibt kann sich der Gewinner über €84.460 freuen.

Noch 334 Teilnehmer kämpfen heute im zweiten Tag um den Einzug in Tag 3. Es wird sich zeigen, ob die Preisgeldränge bereits heute Abend erreicht werden oder erst morgen an Tag 3. Mich freut es jedenfalls besonders bei diesem Turnier auf Platz 34 und damit auch drittbester Deutscher im Feld einmal in einen Tag 2 zu gehen in dem man nicht gleich von Anfang an als Shortstack um sein Leben kämpfen muß!

Im folgenden die Chipcounts und aktuellen Platzierungen der Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum (wobei bei den Schweizern sicher auch ein paar „Franzosen“ dabei sind):


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