Endlich ist es wieder soweit! In Dublin hat die EDPC begonnen. Auch wenn man die Deepstack Serie von Michael Lacey und Brian Lennon letztes Jahr an einigen Orten in Europa spielen konnte ist Dublin sicherlich nicht nur für mich immer ein besonderes Erlebnis.
Hier hat 2008 alles begonnen. Naja, eigentlich nicht direkt hier sondern ein paar Kilometer nördlich in Drogheda – aber seit 2009 ist man aus Platzgründen nach Dublin umgezogen. Und seit 2 Jahren scheint man nun auch mit dem Ballsbridge Inn als Veranstaltungsort sehr zufrieden zu sein.
Für mich war schon lange klar, dass es auch diesmal wieder nach Dublin gehen sollte und daher wurden Flug und Hotel recht früh und kostengünstig gebucht. Zwei Tage vor Abflug dann der Schock: Eine SMS von AerLingus in der es heißt, dass mein Flug nach Dublin gecancelt ist. Anscheinend gibt es Streitigkeiten mit dem Kabinenpersonal bezüglich der Arbeitszeitregelungen. Also schnell (natürlich kostenfrei) umgebucht und einen Tag früher geflogen. Dass der Flug dann durch Ryanair durchgeführt wurde konnte man dank der Vorfreude aufs Turnier auch noch verschmerzen.



In der Zwischenzeit war „Nick aus England“ an unseren Tisch gekommen. Nick brachte nicht nur eine Menge Chips sondern auch einem Menge Stimmung mit. Der Table Talk nahm deutlich an Fahrt auf und Nick avancierte schnell zum „Table Captain“. Als eines seiner bevorzugten „Opfer“ ließ er es sich nicht nehmen fast jede Hand zu spielen in die ich involviert war. Nachdem wir uns das eine oder andere kleine Scharmützel geliefert hatten kam es dann zum englisch-deutschen Showdown. Mein Raise mit AA in first Position fand neben Nick noch zwei weitere Caller und ein Traumflop von A-6-x in allen Farben erlaubte es mir relativ gefahrlos zu checken. Leider checkte dann auch Nick völlig überraschend. Genauso wie die anderen beiden Mitspieler. Eine weitere 6 am Turn brachte das Full-House. Und diesmal enttäuschte Nick nicht. Mein schwaches Check wurde mit einer ordentlichen Bet von 6.000 Chips beantwortet (im Pot waren rund 13.000). Die anderen Gegner foldeten und ich zahlte unter „offensichtlichen Schmerzen“ seine Bet. Der River war bedeutungslos. Noch ein Check und Nick ging endgültig in die Falle. Weitere 15.000 Chips wanderten gegen den „weak German“ in den Pot (mein Re-Raise auf 30.000 zahlt er dann allerdings leider nicht mehr) und ich stand bei 106.000 Chips.

Nicht so gut lief es leider für Reinhard „Ironheart“ Otte (den Royal Flush Qualifier, Bild rechts) – für ihn war kurz vor Ende des ersten Tages Schluß nachdem er sich zwischenzeitlich auch auf rund 80.000 Chips hochgespielt hatte. Wie es bei den anderen deutschsprachigen Teilnehmern an diesem Tag gelaufen ist konnte ich aus naheliegenden Gründen leider nicht so genau mitverfolgen. Mit dabei sind aber noch: Stefan Fuchs, Nissim Beniesch, Holger Lindemann und Zohar Spivack (mit 351.200 der Chipleader an Tag 1B). Ausserdem die Österreicher: Leonid Spielmann, Walter Pfluger, Robert Beddanic, Anthony Ghamrawi und ein großes Kontingent aus der Schweiz: Matthieu Fluery, John Gigon, Lukas Boduer, Raphael Frund, Ricardo Graells, Thomas Calfelis, Charly Mauron, Roger Gobet, Julian Niquille, Kourosh Adeli, Jaques Mauron

Alles in allem aber trotzdem ein großer Erfolg für Michael Lacey und sein Team. Für die Teilnehmer gibt es einen Preispool von immerhin €360.772 der sich auf 72 bezahlte Plätze verteilt. Während es für die ersten bezahlten Plätze €1.000 gibt kann sich der Gewinner über €84.460 freuen.
Noch 334 Teilnehmer kämpfen heute im zweiten Tag um den Einzug in Tag 3. Es wird sich zeigen, ob die Preisgeldränge bereits heute Abend erreicht werden oder erst morgen an Tag 3. Mich freut es jedenfalls besonders bei diesem Turnier auf Platz 34 und damit auch drittbester Deutscher im Feld einmal in einen Tag 2 zu gehen in dem man nicht gleich von Anfang an als Shortstack um sein Leben kämpfen muß!
Im folgenden die Chipcounts und aktuellen Platzierungen der Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum (wobei bei den Schweizern sicher auch ein paar „Franzosen“ dabei sind):
