In Georgia könnte es bald legale Casinos und Sportwetten geben. Mit der Senate Resolution 131 (SR 131) wollen vier republikanische Senatoren eine Verfassungsänderung herbeiführen, über die die Wähler im November 2026 abstimmen sollen. Die Resolution sieht vor, mindestens acht Casino-Lizenzen zu vergeben. Online-Casinos sollen dagegen weiterhin verboten bleiben.
Sportwetten und Casino-Spiele sollen mit 20 % auf die Bruttoeinnahmen besteuert werden. Die erwarteten Steuereinnahmen in Milliardenhöhe könnten anschließend in den Ausbau der lokalen Wirtschaft sowie in Programme zur Bekämpfung von Spielsucht fließen – 5 % der Steuereinnahmen sind für Programme zur Prävention und Behandlung problematischen Glücksspiels vorgesehen.
Befürworter sehen Georgia als Sport-Hub
Befürworter der Gesetzesinitiative argumentieren, dass die Legalisierung nicht nur Steuereinnahmen sichert, sondern auch den Status Georgias als regionales und nationales Zentrum des Sports stärkt. In den kommenden Jahren wird der Bundesstaat unter anderem den Super Bowl, die College Football Playoffs und sogar Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft austragen. Ohne legale Wettmöglichkeiten könnten von den kommenden Großevents dagegen illegale Anbieter und benachbarte Bundesstaaten wie Tennessee, Florida und North Carolina von der Wettbegeisterung der Georgians profitieren.
Gerade bei Poker und Sportwetten erwarten Befürworter, dass eine Regulierung für mehr Sicherheit sorgt und Spieler von illegalen Online-Plattformen auf staatlich lizenzierte Anbieter umsteigen.
Kritiker befürchten hingegen negative soziale Auswirkungen und eine Konkurrenz zur staatlichen Lotterie, die das HOPE-Stipendienprogramm (Helping Outstanding Pupils Educationally) finanziert. HOPE ist ein staatlich finanziertes Förderprogramm. Es bietet leistungsabhängige Stipendien und Zuschüsse für Studierende an öffentlichen und privaten Hochschulen im Bundesstaat und wird hauptsächlich durch die Einnahmen der Georgia Lottery finanziert.
Gesetz noch nicht in trockenen Tüchern
Die Gesetzesinitiative muss vor einer etwaigen Legalisierung noch mehrere Hürden überwinden. Bis zum 6. März 2025 muss die Resolution den Senat passieren, anschließend ist eine endgültige Zustimmung des Repräsentantenhauses bis zum 4. April 2025 erforderlich. Erhält das Gesetz in beiden Kammern eine Zweidrittelmehrheit, könnte die Entscheidung in die Hände der Wähler gelegt werden. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass über 60 % der Wähler legale Sportwetten unterstützen, was die Chancen für eine Zustimmung im Jahr 2026 erhöht.
Sollte Georgia tatsächlich den Schritt zur Legalisierung wagen, könnte der Bundesstaat zu einem wichtigen Akteur in der US-Glücksspielbranche werden – denn mit einem erwarteten Steueraufkommen von Milliarden USD würde sich der Bundesstaat als attraktiver Standort für große Glücksspielunternehmen und Wettanbieter positionieren.
