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Glücksspielstaatsvertrag – Kommt das Kieler Modell für alle?

Die Zurückweisung des Glücksspieländerungsstaatsvertrages von der EU-Kommission bringt den deutschen Glücksspielmarkt abermals in ein eine Schieflage. Der zweite Versuch der 15 Bundesländer eine Neuregelung zu schaffen, fand in Brüssel kein Gefallen. Und erstmals gibt es nun einen Schritt in Richtung Schleswig-Holstein.

Die 15 Bundesländer haben den Alleingang von Schleswig-Holstein stets scharf kritisiert. Aber das Kieler Modell ist aktuell das einzige, das bei der EU-Kommission Zustimmung fand und nun schwenken laut Hamburger Abendblatt auch andere Bundesländer um. Hessen, Bayern, Sachsen und Niedersachsen sollen sich mit dem Kieler Modell bereits anfreunden. Das liegt vor allem auch daran, dass den 15 Bundesländern die Zeit davon läuft.

Zwar hinken die Kieler bei der Lizenzvergabe auch ein wenig hinterher, aber Ministerpräsident Carstensen stellte klar, dass er davon ausgehe, dass noch im April die ersten Lizenzen vergeben werden sollen. 21 Anträge, davon 16 für Sportwetten und fünf für Online-Spiele wie Poker liegen aktuell vor. Die Online-Anbieter haben schon in den letzten Monaten ihr Engagement in Schleswig-Holstein demonstriert – PokerStars.de erwarb die Namensrechte am Stadion des  VFB Lübeck und unterstützt auch den Verein, bwin und bet-at-home haben sich der Handballer des THW Kiel und des  SG Flensburg Handewitt angenommen. Der größte Coup gelang Betfair mit der Kieler Woche. Die internationale Segelregatta wird in diesem Jahr von Betfair gesponsert.

Durch das „Nein“ aus Brüssel könnte nun auch die restliche deutsche Glücksspielwelt einen Schritt in die richtige Richtung machen. Hessens FDP Chef Florian Rentsch ließ sich gegenüber dem Hamburger Abendblatt bereits zu der Äußerung „Das Gesetz der schwarz-gelben Koalition in Kiel ist das bisher einzig vernünftige Modell“ hinreißen.

Nächste Woche ist Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin, dann ist der Glücksspielstaatsvertrag wieder Thema. Bis zum 30. Juni muss ein neuer  Staatsvertrag mit EU-Zustimmung fertig sein. Sieht man sich das bisherige Ergebnis der 15 Bundesländer an, so steigen die Chancen, dass die 15 nun doch den Kieler Weg einschlagen.


1 Kommentar
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Christian
10 Jahre zuvor

Endlich mal was richtig positives!

Lasst doch den Kurt Beck alleine seine mittelalterlichen Gedankengänge umsetzen