Was wissen wir schon über Zypern außer, dass die Griechen mit den Türken streiten, dass sie eine Nationalmannschaft haben, die im Normalfall zweistellig zu verlieren hat und dass es in den 70ern die europäische Hippie-Enklave, als Antwort auf die Hippie-Strände Kaliforniens war.

Das Ambiente ist sicher eines der angenehmsten im europäischen Raum und erinnert ein wenig an den Pokerroom im Venetian, allerdings auf den erfrischenden Verzicht des Kitsches. Sehr osmanisch ist es, wenn es um Dienstleitungen geht. Das Personal ist höflich und zuvorkommend, allerdings sind die Englischkenntnisse derart schlecht, dass ein Roy Decker’sches Brachialenglisch noch am besten verstanden wird (You! Bring beer!).
BobbiG zeigt sich als Berater für den Merit Pokerraum und somit wenden sich beim zweiten Turnier des Merit Full Tilt Cyprus Classic auch Dinge zum positiven, welche beim letzten mal noch für Unklarheiten unter den Spielern sorgte. Jeder Veranstalter hat das Recht zu lernen und das Team vom Merit Pokerraum tut dies mit großen Schritten.
Am ersten Tag, an dem das Satellite mit $500 & RB in den ersten viel Level für das $25K High Roller Event stattfindet, sind hauptsächlich ortsansässige Regulars und Spieler aus dem benachbarten Festland anwesend. Leicht zu erkennen an hellblauen Kurzarmhemd und grauer Hose, ein Glas Tee immer in der Hand haltend, sowie die Sonnenbrille, welche dem Südländer ohnehin angewachsen sein dürfte. Die spielerische Qualität erinnert wirklich ein wenig an die erschreckenden Anfänge des Pokerwissens. Obwohl die Taktik eines loosen Spieles (54o) in einem Re-Buy Turnier eine nachvollziehbare ist, so kann dies aber nur dann für gut geheißen werden, wenn dann auch tatsächlich ein Nachkauf der Turnierchips getätigt wird. Wenn nicht, dann ist der Move ein Schwachsinn und die etwas besseren Spieler am Tisch freuen sich.
Zu Redaktionsschluss, dauerte das Turnier noch an und wer das Ticket im Wert von $25K erspielte, zeigt sich spätestens am Mittwoch, wenn der teuerste Event dieser Turnierwoche startet.