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Großrazzien in Hongkong: Polizei zerschlägt zwei illegale Glücksspielringe

  • Großrazzia in Cheung Sha Wan: Polizei entdeckt illegales Texas Hold’em-Casino mit 30 Festnahmen.
  • „Fishing Game“-Setup: Mong Kok-Razzia führt zu drei weiteren Verhaftungen in Glücksspielbetrieb.
  • Null-Toleranz-Strategie: Behörden setzen klare Signale gegen illegales Glücksspiel in Hongkong.

Am Abend des 2. Oktober durchsuchten Polizeikräfte des Bezirks Sham Shui Po eine verdächtige Wohnung, und das mit durchschlagendem Erfolg. Die Beamten entdeckten ein professionell eingerichtetes illegales Poker-Casino, in dem mutmaßlich Texas Hold’em gespielt wurde. Insgesamt 30 Personen im Alter zwischen 18 und 51 Jahren wurden festgenommen. Bei der Durchsuchung stellte die Polizei rund 7.500 HK-Dollar (ca. 820 €) sicher, die mutmaßlich aus Glücksspielaktivitäten stammen.

Hongkong bei Nacht.
Hongkong bei Nacht.

 

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem 45-jährigen Hauptverdächtigen um den Betreiber des Glücksspielbetriebs handelt. Drei weitere Männer und fünf Frauen stehen unter Verdacht, ihn bei der Organisation und Durchführung der illegalen Spiele unterstützt zu haben. Die übrigen Festgenommenen, darunter 20 Männer und eine Frau, müssen sich wegen Teilnahme an illegalem Glücksspiel verantworten. Ein 18-jähriger Mann wurde zusätzlich angezeigt, da er keine Ausweisdokumente vorweisen konnte. 

Alle Beteiligten befinden sich weiterhin in Polizeigewahrsam. Die Behörden betonten, dass die Ermittlungen noch andauern und man die Bekämpfung illegalen Glücksspiels mit Nachdruck fortsetzen werde.

Zweiter Schlag gegen Glücksspielszene in Mong Kok

Nur einen Tag später folgte die nächste Razzia: In einem weiteren Schlag gegen die Glücksspielszene führte die Polizei in Mong Kok eine großangelegte Durchsuchung unter dem Codenamen „LEVINGTON“ durch. Dabei wurden 14 Lokale inspiziert, darunter Nachtclubs, Saunen, Mahjong-Salons und Spielhallen. In einem Gebäude an der Nathan Road stießen die Beamten auf ein illegales „Fishing Game“-Gambling-Setup. Zwei Spielautomaten wurden konfisziert.

Vor Ort nahm die Polizei drei Personen fest. Ein 65-jähriger Mann wurde als mutmaßlicher Betreiber des Betriebs angeklagt, während ein 56-jähriger Mann und eine 54-jährige Frau wegen Beteiligung am Glücksspiel belangt wurden. Die Fälle werden bereits am Freitag vor dem West Kowloon Magistrates’ Court verhandelt.

Gezielte Offensive gegen illegales Glücksspiel

Beide Razzien zeigen, mit welcher Konsequenz die Hongkonger Polizei derzeit gegen illegale Spielbetriebe vorgeht. Die Kombination aus gezielter Ermittlung, verdeckter Observation und behördenübergreifender Zusammenarbeit zeigt Wirkung. Insbesondere die Poker-Szene scheint zunehmend ins Visier der Behörden zu geraten. 

Ob damit eine breitere Offensive gegen private Pokerrunden eingeleitet wurde, bleibt vorerst abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die Toleranzgrenze gegenüber nicht lizenziertem Glücksspiel deutlich gesunken ist.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass trotz der strikten Glücksspielpolitik einer der reichsten Pokerspieler der Welt, Elton Tsang, aus Hongkong stammt.

    Yannick Schroth

    Yannick findet man immer dort, wo das WLAN stabil ist und Poker gespielt wird. Als digitaler Nomade schreibt er seit Jahren über das, was ihn wirklich packt: spannende Hände, emotionale Showdowns und die Menschen hinter den Chips. Während des Studiums machte er sich selbständig, um seine Reisen mit dem Schreiben zu finanzieren, blieb dann aber zumindest journalistisch am Pokertisch hängen. Heute liefert er Hintergrundberichte, News und Momentaufnahmen aus der Szene.

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