- Verhaftungen in Tokio: Drei Chinesen sollen ein illegales Poker-Casino betrieben haben.
- Erhebliche Einnahmen: Rund 413.000 US-$ Umsatz durch tägliche Poker-Runden mit Provision.
- Strenge Gesetze: Japan duldet privates Glücksspiel nicht – auch Gäste wurden verhaftet.
In Tokio hat die Polizei drei chinesische Staatsbürger festgenommen, die verdächtigt werden, ein illegales Poker-Casino in einer Eigentumswohnung betrieben zu haben. Laut Angaben der Metropolitan Police Department sollen die Betreiber innerhalb eines Jahres rund 60 Millionen Yen – etwa 413.000 US-$ – eingenommen haben.

Hauptverdächtiger ist der 42-jährige Wang Yi, wohnhaft im Bezirk Kita. Gemeinsam mit zwei Komplizen soll er in einem Apartment im Stadtteil Toshima täglich Poker-Runden organisiert und dabei Gebühren von den Spielern kassiert haben.
Darf man in Japan privat Poker spielen?
Die kurze Antwort lautet: Nein, nicht mit Geldeinsatz. In Japan ist privates Poker mit Echtgeld streng verboten. Das japanische Strafgesetzbuch (Keihō) stellt nahezu jede Form von Glücksspiel unter Strafe, und das gilt auch für vermeintlich harmlose Pokerrunden unter Freunden – sobald um echtes Geld gespielt wird.
Selbst wenn kein Hausvorteil erhoben wird und niemand Gewinne organisiert, bleibt das Spiel illegal, sofern ein Geldeinsatz involviert ist. Die Polizei betrachtet regelmäßige Spielrunden mit Bargeld als illegales Glücksspiel und greift – wie im aktuellen Fall – konsequent durch.
Erlaubt sind lediglich Spiele ohne finanziellen Einsatz, also sogenannte „Fun Games“ oder „Play Money“-Turniere. Einige Bars und Veranstalter nutzen Punktesysteme oder Gutscheine, um das Gesetz zu umgehen, doch auch diese Modelle bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone und können je nach Interpretation verboten sein.
Strafen: Wer gegen das Glücksspielverbot verstößt, muss mit Geldbußen oder bis zu drei Jahren Gefängnis rechnen. Bei gewerbsmäßigem Betrieb (also Einnahmen aus dem Spielbetrieb) drohen noch härtere Strafen. Auch Gäste solcher Runden können belangt werden.
Fazit: In Japan darf man privat nur dann Poker spielen, wenn kein Geld oder geldwerter Vorteil im Spiel ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte das Pokerspiel rein zum Spaß betreiben – ohne Einsätze, Preise oder Gewinne.
Einer der Verdächtigen gestand die Vorwürfe, während die beiden anderen angaben, lediglich mit Freunden Poker gespielt zu haben. Die Polizei zeigte sich davon unbeeindruckt: Sie geht davon aus, dass rund zwölf Spieler pro Tag teilgenommen haben und das Trio fünf Prozent der jeweiligen Gewinne als Provision einbehielt. Die Einnahmen deuten auf eine professionelle Struktur hin, die über harmlose Spielabende hinausgeht.
Auch Gäste geraten ins Visier
Neben den drei mutmaßlichen Betreibern wurden auch neun Gäste der Pokerrunde verhaftet. Ihnen wird illegales Glücksspiel zur Last gelegt – ein Vergehen, das in Japan mit Strafen geahndet wird.
Zwar erlaubt die japanische Regierung gewisse Formen des Glücksspiels wie Pferde- oder Bootsrennen sowie Lotterien, doch private Poker-Runden mit finanziellen Einsätzen bleiben verboten. Auch Online-Poker ist dort illegal. Erst im April wurden sechs japanische Comedians wegen illegalen Glücksspiels angezeigt – einer von ihnen soll über 50 Millionen Yen verspielt haben.