Kolumnen

Immer auf die Fresse. Und trotzdem ….

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Das Spiel. Unser Spiel. Es ist infernal. Es treibt uns in den Wahnsinn; wenn wir nicht sowieso schon seit langem dort gefangen sind. Es umgibt uns wie ein Fegefeuer. Es lässt uns Höllenqualen erleiden. Freiwillig und offenen Auges. Manchmal kommt es uns vor wie das Delirium der Sinnlosigkeit und trotzdem machen wir weiter. Manchmal fühlen wir uns als Narr in einer beginnenden Gemütskrankheit.

Unsere Rolle, die von der Bank, ist geschunden. Unsere Rolle, die am Bauch, ist gewachsen. Satan hat uns in seinem Griff. Wir stehen am Abgrund und freuen uns auch noch darüber. Ein Geschenk der Hölle liegt vor uns. Wir greifen erfreut und fasziniert zu. Wir bleiben nicht liegen, wir stehen immer wieder auf. Wischen die Tränen weg. Schreien nach Rache, nach Befriedigung. Und weiter geht’s. Immer weiter. Weil wir wissen, dass die Welt nicht vollkommen ist.

Das Spiel ist vollkommen, wir Spieler sind es nicht. Und werden es auch niemals sein. Bis auf Fedor und den Hellmuth. Natürlich.

Immer wieder gibt es aufs Maul. Trotzdem. Und trotzdem sind es immer mehr Spieler. Immer mehr Menschen lassen sich einfangen von der Faszination der Prügel. Aber auch von der Faszination der Leidenschaft. Immer mehr verspüren Ehrfurcht und sündigen der Liebe in diesem Spiel. Und zu diesem Spiel. Ein Rekord jagt den anderen, eine Bestleistung folgt auf die nächste. So schlimm kann das also alles gar nicht sein.

P.S. Diese Kolumne wurde geschrieben, nachdem ich bei einem Turnier mit mehr als 2.000 Spielern vier Spieler vor ITM mit Assen rausgeflogen bin. Weil der ewige Donker auf Seat 3 meinte, mit König Neun all in gehen zu müssen. Und, ja, er hat alles richtig gemacht. Auf Turn und River. Mit jeweils einer Neun. Und trotzdem …

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