- Gute Nachrichten für Pokerfans: Premier Modi deutet an, dass skillbasierte Spiele wie Poker nicht unter das neue Glücksspielverbot fallen könnten.
- Branchenkrise: Anbieter wie MPL entlassen tausende Mitarbeiter, Dream11 beendet Millionensponsoring im Cricket.
- Indien plant Gaming-Zukunft: Modi sieht eSport und strategische Online-Spiele als Jobmotoren der nächsten Generation.
Indiens Premierminister Narendra Modi hat mit seinen jüngsten Aussagen eine hitzige Debatte neu entfacht und Pokerfans im ganzen Land neue Hoffnung gemacht. In einem Gespräch mit Lehrkräften erklärte er: „Gaming ist nicht schlecht, Glücksspiel ist es.“

Damit rückt Modi das stark umstrittene Verbot von Echtgeldspielen im Internet in ein neues Licht. Denn während klassische Glücksspielangebote wie Slots oder Sportwetten künftig unter dem Promotion and Regulation of Online Gaming Act 2025 strikt verboten sind, könnten Poker und andere skillbasierte Spiele mittelfristig von einer Ausnahme profitieren.
Das Gesetz, das seit August in Kraft ist, untersagt alle Formen von Echtgeldspielen im Netz, unabhängig davon, ob sie auf Glück oder Geschicklichkeit basieren. Trotzdem betonte Modi, dass Indien großes Potenzial im Online-Gaming habe, insbesondere in Bereichen wie eSports oder strategischen Spielen wie Poker. Indien könne ein weltweit führender Standort für digitale Spielformate werden, sofern klare Grenzen gezogen werden. Schon jetzt richtet das Land immer wieder große Poker-Events aus, wie etwa im Mai bei der Founder Poker Series.
„Gaming ist nicht das Problem“, so der Premierminister weiter, „aber Glücksspiel hat in unserer Gesellschaft verheerende Folgen angerichtet, bis hin zu familiären Tragödien und Suiziden.“
Gesetz mit harten Konsequenzen
Die neue Regelung trifft viele Anbieter hart. So hat etwa die Plattform MPL (Mobile Premier League), die unter anderem auch Poker im Portfolio hatte, 60 % ihrer inländischen Mitarbeiter entlassen. Auch der Fantasy-Gaming-Riese Dream11 hat auf die Entwicklung reagiert, seinen millionenschweren Sponsoringvertrag mit der indischen Cricket-Nationalmannschaft aufgelöst und kündigte an, sich auf werbefinanzierte, kostenlose Angebote und internationale Expansion zu konzentrieren.
Der Pokersektor hingegen blickt mit vorsichtigem Optimismus auf Modis jüngste Aussagen. Branchenvertreter hoffen auf eine baldige rechtliche Unterscheidung zwischen Glücks- und Geschicklichkeitsspielen.
Das neue Gesetz untersagt neben dem Spielverbot auch jegliche Werbung für Echtgeld-Games. Zahlungsabwicklungen über Banken oder Finanzdienstleister an entsprechende Anbieter sind ebenfalls verboten. Verstöße gelten als nicht-bewährungsfähig, die Strafen reichen bis zu drei Jahren Haft oder Geldbußen in Höhe von bis zu 120.000 US-$.
Zusätzlich hat die Regierung angekündigt, begleitende Regeln und FAQs innerhalb der kommenden Wochen zu veröffentlichen. Derweil versucht sie, alle laufenden Gerichtsverfahren gegen das Gesetz an den Obersten Gerichtshof zu verlagern, um widersprüchliche Urteile aus verschiedenen Bundesstaaten zu vermeiden.
Poker als Kulturgut? Modis doppelte Botschaft an die Jugend
Indiens Premierminister gab sich kämpferisch und zugleich zukunftsgewandt. Einerseits warnte er eindringlich vor der gefährlichen Sogwirkung vieler Echtgeldspiele, die sogar Hausfrauen und Jugendliche in den Ruin getrieben hätten. Andererseits lobte er gezielt digitale Spielformen, die auf Können und Wettbewerb basieren.
Der Unterschied zwischen Gaming und Gambling müsse klar gemacht werden, gerade im schulischen Umfeld. Lehrkräfte seien laut Modi entscheidend dafür, Schüler für Chancen in digitalen Berufen zu sensibilisieren.