WSOP Events weltmeister

Jörg Peisert – Das Kurz-Interview nach dem Braceletgewinn

Werthan: „Herzlichen Glückwunsch zum Bracelet. Lassen wir die ganzen Handanalysen und den Moment, wo du merktest, den Tisch zu dominieren, mal weg. Du hast jetzt über fünfhunderttausend Dollar dazuverdient. Wie fühlt es sich an, reich zu sein?“


Jörg Peisert: „Na ja gut, wegen der fünfhunderttausend Dollar wird man nicht unbedingt reich, aber es natürlich auch eine unglaubliche Ehre und man ist wirklich stolz, das Bracelet geholt zu haben und das mit dem Geld ist dann eine andere Geschichte.“

Werthan: „Du bist bei der Master Classics in Amsterdam Zweiter geworden und warst erfolgreich bei der Westspiel Pokertour, also eher Turniere der mittleren Preisklasse. Wirst du, nach dem Braceletgewinn, auch in Zukunft große Turniere spielen wie EPT oder WPT?“

Jörg Peisert: „Ich hab in der Vergangenheit hin und wieder auch größere Turniere gespielt, aber es ist immer eine Frage der Zeit, denn die Turniere sind teilweise unter der Woche. Ich muss da zeitlich schauen, ob es passt oder nicht und deshalb werde ich es in der Zukunft genauso machen wie in der Vergangenheit und von Fall zu Fall schauen, wie es passt.“

Werthan: „Mir fiel auf, dass du bei deinen Bewegungen sehr behutsam warst. Ist das dein Stil oder unterdrückte Nervosität?“

Jörg Peisert: „Nein, nervös war ich wirklich nicht. Ich kenne die Turniersituation. Im vergangenen Jahr hab ich neun Turniere gewonnen und hatte zweiundzwanzig Finaltische, auch wenn es nur kleinere Turniere waren, es ist also nichts Ungewöhnliches für mich. Es ist vielmehr der Punkt, das es für mich unglaublich schwer ist, mich über so eine lange Strecke zu konzentrieren, deshalb ist die Einschätzung vollkommen richtig, dass ich es bewusst so mache, um die Konzentration aufrecht zu halten. Ich hab schwere Diabetes und dies ist das Hauptmanko, um die Konzentration aufrecht zu erhalten.“

Werthan: „Ich sah, du hattest einen Glücksbringer auf deinen Chips stehen, gibt es da eine Geschichte dazu?“

Jörg Peisert: „Ja, den Ganesha. Das ist ein Mitbringsel aus Indien, wo wir eigentlich vor hatten, ein schönes Turnier zu spielen. Das wurde leider abgesagt und das war vier Wochen vor den großen Anschlägen in Bombay, wir waren in dem Hotel in dem die Anschläge waren und sogar in dem Zimmer, das dann gebrannt hatte, also insofern ist es tatsächlich so eine Glücksgeschichte, die mich an die Situation erinnern soll, in der man sagt, „okay wenn das vier Wochen später passiert wäre, wäre man selber dabei gewesen“ und deshalb benutz ich ihn gerne, so ist das eben.“

Werthan: „Du willst jetzt zu deiner Braceletparty. Gratulation nochmals.“


0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments