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Kalifornien vor Verbot von Sweepstakes-Casinos – Schicksal von AB 831 liegt bei Gouverneur Newsom

  • Politisches Signal: Kalifornien will mit AB 831 virtuelle Sweepstakes-Casinos ab Januar 2026 verbieten.
  • Widerstand der Industrie: Die Social Gaming Leadership Alliance warnt vor einem Verlust von über 1 Milliarde US-$.
  • Spaltung unter Stämmen: Während große Tribes das Gesetz unterstützen, sehen kleinere Gemeinschaften ihre Existenz bedroht.

Kalifornien steht kurz davor, eine entscheidende Weichenstellung im Online-Glücksspielrecht vorzunehmen. Mit dem Gesetzesentwurf AB 831 soll eine bislang geduldete Grauzone geschlossen werden. 

Die Golden Gate Bridge in Kalifornien.
Für Sweepstakes Casinos könnte in Kalifornien bald Schicht im Schacht sein.

 

Sogenannte „Sweepstakes-Casinos“, die über virtuelle Währungen wie Sweeps Coins operieren, könnten damit bald der Vergangenheit angehören. Pokerseiten wie Global Poker oder ClubWPT Gold wären dann im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat nicht länger legal. 

Nachdem sowohl Senat als auch Assembly dem Gesetz mit überwältigender Mehrheit zugestimmt haben, liegt es nun an Gouverneur Gavin Newsom. Bis zum 12. Oktober 2025 kann er das Gesetz unterzeichnen, ablehnen oder es durch Untätigkeit automatisch in Kraft treten lassen.

Strafen bis zu 25.000 US-$

Sollte AB 831 Gesetz werden, drohen Betreibern empfindliche Konsequenzen. Geldstrafen von bis zu 25.000 US-$ pro Verstoß und sogar Haftstrafen bis zu einem Jahr soll es geben. Die Behörden erhalten zudem weitreichende Befugnisse, die von Transaktionssperren bis hin zur Sperrung kompletter Websites reichen.

Einzelne Spieler sind dagegen nicht betroffen, denn das Gesetz richtet sich ausschließlich gegen Betreiber. Auch Unternehmen mit Sitz im Ausland, die den kalifornischen Markt bedienen, würden ins Visier der Justiz geraten. Ziel ist es, die Anbieter illegalen Online-Glücksspiels effektiv aus dem Markt zu drängen. In Kraft treten soll das Gesetz am 1. Januar 2026.

Heftiger Gegenwind von Industrie und kleineren Stämmen

Trotz der politischen Einigkeit in Sacramento formiert sich massiver Widerstand. Besonders lautstark meldet sich die Social Gaming Leadership Alliance (SGLA) zu Wort. Ihr Geschäftsführer Jeff Duncan spricht von einem „wirtschaftlichen Rückschritt“ für Kalifornien. Das Gesetz gefährde Einnahmen von über 1 Milliarde US-$ jährlich, schade benachteiligten Stämmen und unterdrücke digitale Innovation. 

Auch mehrere kleine oder abgelegene indigene Gemeinschaften, darunter die Mechoopda und die Sherwood Valley Rancheria, protestierten öffentlich gegen das Gesetz. Sie sehen in Online-Sweepstakes eine der wenigen verbleibenden Einnahmequellen, um ihre Infrastruktur sowie Wasser- und Gesundheitsversorgung zu finanzieren.

Derweil ist aber auch innerhalb der indigenen Bevölkerung eine Spaltung zu beobachten. Während wirtschaftlich stärkere Stämme wie die San Manuel Nation AB 831 unterstützen, um ihre exklusiven Spielrechte zu schützen, fühlen sich kleinere Tribes übergangen. 

Kritisch sehen Beobachter auch den legislativen Ablauf. Die ursprüngliche Fassung des Gesetzes hatte einen ganz anderen Inhalt. Erst über sogenannte „Gut-and-Amend“-Verfahren und eine politische Abkürzung namens suspense file wurde AB 831 in ein Anti-Sweepstakes-Gesetz umgewandelt, und das ganz ohne öffentliche Anhörung oder Debatte. Kritiker sprechen deshalb von einem Mangel an demokratischer Transparenz.

    Yannick Schroth

    Yannick findet man immer dort, wo das WLAN stabil ist und Poker gespielt wird. Als digitaler Nomade schreibt er seit Jahren über das, was ihn wirklich packt: spannende Hände, emotionale Showdowns und die Menschen hinter den Chips. Während des Studiums machte er sich selbständig, um seine Reisen mit dem Schreiben zu finanzieren, blieb dann aber zumindest journalistisch am Pokertisch hängen. Heute liefert er Hintergrundberichte, News und Momentaufnahmen aus der Szene.

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