Kasey Mills hat Geschichte geschrieben. Beim $400 Pot-Limit Omaha 8 or Better Event der WSOP Circuit im Horseshoe Council Bluffs zeigte die 37-jährige Amerikanerin, dass Leidenschaft und mentale Stärke selbst die erfahrensten Mixed-Game-Spezialisten in den Schatten stellen können. In ihrem allerersten Live-Turnier dieser Variante sicherte sie sich den Sieg – und damit ihren mittlerweile vierten WSOPC-Championring.
Wer Mills kennt, weiß: Hinter dem Nickname pokermommaa verbirgt sich mehr als nur eine starke Online-Spielerin. Sie kombiniert analytisches Denken mit emotionaler Tiefe – eine seltene Mischung, die gerade in komplexen Games wie PLO8 den Unterschied macht.
Mit dem Triumph holte sich Mills nicht nur $10.201 Preisgeld, sondern auch ein $5.000-Ticket zur WSOP Paradise auf den Bahamas. Doch der wahre Sieg ging tiefer. „Es bedeutet mir unglaublich viel“, sagte sie. „Ich habe viele Sit & Gos online gespielt, um mich vorzubereiten, aber dies war mein erstes Mal live.“
Comeback-Magie am Finaltisch
Im Finale trat sie mit einem gewaltigen Chipdefizit gegen Ryan Remmes an – 1:8 lag sie zeitweise zurück. Doch statt zu verzweifeln, demonstrierte Mills, wie man sich unter Druck fokussiert. Ihre Geduld, taktische Disziplin und ruhige Körpersprache setzten neue Maßstäbe.
Den nötigen Feinschliff holte sie sich durch intensives GTO-Training und Kurse bei Kevin Rabichow. Theorie und Umsetzung gingen bei ihr nahtlos ineinander über.
Doch der emotionalste Moment kam vor dem Shuffle-Up am Finaltag: Ein Gespräch mit ihrem 12-jährigen Sohn. „Er sagte: ‚Sei präsent. Konzentrier dich auf dein Spiel.‘ Genau das habe ich getan.“ Dieser eine Satz wurde zur Quelle ihrer inneren Stärke.
Finaltisch-Ergebnisse ($400 PLO8, WSOPC Council Bluffs)
- 1. Kasey Mills – $10.201
- 2. Ryan Remmes – $6.640
- 3. Scott Buller – $4.480
- 4. Liam Gannon – $3.137
- 5. Nolan Kido – $2.284
- 6. Felix Hack’abee – $1.731
- 7. Logan Ahl – $1.369
- 8. Tim Dorzweiler – $1.130
- 9. Seth Frederici – $978
- 10. Brett Slezak – $887
Nicht nur Hold’em – Kasey Mills sprengt Grenzen
Der Sieg markiert mehr als nur ein Preisgeld oder einen weiteren Ring. Er zeigt, dass Kasey Mills mehr ist als eine starke Hold’em-Spielerin. Sie versteht das Spiel in seinen Feinheiten, adaptiert, lernt, wächst – und dominiert.
Mixed Games verlangen mehr als bloß mathematisches Können. Wer hier bestehen will, muss flexibel denken, klare Entscheidungen treffen und emotionale Kontrolle bewahren. Mills bringt genau das mit.
Mit ihrem neuesten Erfolg rückt sie nun endgültig ins Rampenlicht der Mixed-Game-Szene. Und wir dürfen gespannt sein, wo sie als Nächstes ihr Können beweist. Eines ist sicher – sie wird bereit sein.
