News

Phil Hellmuth unter Beschuss: Kommentatoren zerreißen seine Spielweise bei PokerGO

  • Kommentatoren entsetzt: Hellmuths Spielweise sorgt für beißenden Spott und Unverständnis im Stream.
  • 140.000-US-$-Pot: Brazil God gewinnt mit Nut-Straße gegen zwei weitere starke Hände.
  • Letzte Rettung: Trotz fragwürdiger Moves rettet ein River-Straight Hellmuth vor dem Totalabsturz.

Phil Hellmuth kennt sich mit Kontroversen mittlerweile schon aus. In der jüngsten Folge von No Gamble, No Future auf der Pokerseite PokerGO geriet der Poker Brat jetzt wieder einmal ins Kreuzfeuer, diesmal wegen seiner gelinde gesagt zurückhaltenden Spielweise.

Phil Hellmuth.
Hellmuth ist nicht gerade für seine Cashgame-Skills bekannt.

 

Während andere Spieler wie Jennifer Tilly für Action am $50/$100 No-Limit-Hold’em-Tisch sorgten, beschränkte sich Hellmuth auf einen VPIP-Wert von lediglich 11 %, spielte als nur etwa jede neunte Hand mit. 

Die Kommentatoren Brent Hanks und Jeff Platt machten keinen Hehl daraus, was sie davon hielten. Immer wieder spotteten sie über Hellmuths zögerliche Entscheidungen und bezeichneten seine Moves als „tilting“, also nervenaufreibend.

Tiefpunkt im Stand-Up-Spiel

Der Stand-Up-Modus, bei dem der letzte Spieler ohne gewonnenen Pot eine Strafzahlung von 300 US-$ an alle anderen leisten muss, sorgte zwar für Spannung, änderte aber nichts an Hellmuths Spielstil.

Als er mit K♣️ Q♦️ schließlich lediglich limp-callte, statt wie erwartet All-in zu gehen, war das Maß für die Kommentatoren voll. Auf dem Board 2♦️ 7♦️ 10♣️ A♣️ 4♦️ setzte Hellmuth schließlich 2.500 US-$ mit King-high und scheiterte an Brazil Gods Top Pair mit A♥️ 6♥️.

Obwohl Co-Kommentator Platt wegen einer privaten 20-US-$-Wette auf Hellmuths Sieg im Stand-Up-Game hoffte, kam es, wenig überraschend, anders: Jennifer Tilly gewann mit Zehnen (10♠️ 10♦️), sodass Hellmuth als Letzter übrig blieb und den anderen sechs Spielern jeweils 300 US-$ zahlen musste.

Doch es kam noch dicker: In der nächsten Runde entfaltete sich eine epische Hand, die in die Annalen der Show eingehen dürfte. Mit 5♠️ 8♣️ 7♦️ 6♥️ auf dem Board schob Randy „3Coin“ Sadler mit dem Glauben, die beste Straße zu haben, seine gesamten 64.200 US-$ mit 9♠️ 9♣️ in die Mitte. Brazil God konnte allerdings die bessere Straße mit 10♦️ 9♥️ sein Eigen nennen und callte ohne zu zögern. Ein dritter Spieler, Pink, hatte mit 5♥️ 4♠️ ebenfalls eine Straße, foldete jedoch geistesgegenwärtig. Ohne Zehner auf dem River ging der Pot im Wert von 140.750 US-$ an Brazil God.

Glücklicher Ausgang trotz Fehlentscheidungen

Phil Hellmuth versuchte derweil weiter, sich irgendwie im Spiel zu halten. Doch statt die Initiative zu ergreifen, callte er mit A♦️ 5♣️ lediglich einen Raise auf 500 US-$ in einem Multiway-Pot und verlor erneut. Seine passiven Moves führten zu sichtbarem Spott von Hanks: „Hellmuth just continuing to play great in the Stand-Up Game“, ätzte er.

Doch dann, fast wie aus dem Nichts, drehte sich das Blatt. In einem Pot mit dem Flop 10♠️ 7♠️ K♣️ platzierte Hellmuth mit einem Gutshot einen Einsatz von 600 US-$, ganz zur Belustigung der Kommentatoren. Deren Lachen sollte aber schnell wieder verstummen, denn als der River 9♠️ fiel, komplettierte er tatsächlich seine Straße mit 8♦️ 6♦️, ging mit 3.950 US-$ All-in und kassierte den Pot. Immerhin nicht letzter.

    Yannick Schroth

    Yannick findet man immer dort, wo das WLAN stabil ist und Poker gespielt wird. Als digitaler Nomade schreibt er seit Jahren über das, was ihn wirklich packt: spannende Hände, emotionale Showdowns und die Menschen hinter den Chips. Während des Studiums machte er sich selbständig, um seine Reisen mit dem Schreiben zu finanzieren, blieb dann aber zumindest journalistisch am Pokertisch hängen. Heute liefert er Hintergrundberichte, News und Momentaufnahmen aus der Szene.

    Zeige alle Posts von Yannick Schroth

    Abonnieren
    Benachrichtige mich bei
    0 Comments
    Inline Feedbacks
    View all comments