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Las Vegas: Monorail fahren – schnell, praktisch und cool

Die Las Vegas Monorail ist heute eine 6,3 km lange eingleisige Bahn, die völlig automatisiert parallel zum Strip verläuft. Die Bahn verbindet mehrere große Casinos, die sich offiziell nicht in der Gemeinde von Paradise und Winchester befinden. Bis in die Stadt geht die Linie jedoch nicht. Der historische Grund dafür, ist das es sich am Anfang um ein privates Fortbewegungsmittel zwischen zwei Casinos handelte.

Das ganze Unternehmen war also in Privatbesitz und wurde von der „Las Vegas Monorail Company“ betrieben, bevor es 2002 an die „Las Vegas Convention and Visitors Authority“, eine lokale Regierungsbehörde, verkauft wurde. Im Jahr 2013 betrug die jährliche Gesamtfahrgastzahl etwa 4,2 Millionen. Das klingt nach viel, aber man muss wissen, dass der Höchststand der Besucherzahlen vor der Finanzkrise in 2007  rund  7,9 Millionen Reisende war. Seitdem scheinen Uber, Bolt & Co. den Kampf um die Personenbeförderung in Las Vegas gewonnen zu haben.

Die Einschienenbahn ist heute offiziell eine eingetragene gemeinnützige Gesellschaft, die einen öffentlichen Dienst erbringt. Der Staat Nevada unterstützt die Finanzierung von Anleihen, beim Bau wurden jedoch keine öffentlichen Gelder verwendet. Eine normale Fahrt kostet $5, wobei Einheimische für $1 mitfahren können und Kinder bis zu 5 Jahren fahren kostenlos.

Die Fahrzeuge und Signalsysteme wurden von Bombardier Transportation entwickelt, wobei sie die Technik für die Monorail Fahrzeuge ursprünglich für Walt Disney World geplant hatten. So wurde die Las Vegas Monorail im Jahr 1995 zwischen MGM Grand und Bally’s in Betrieb genommen. Das System verkehrte zwischen den beiden Casinos mit zwei gebrauchten Mark VI (Mk6) Zügen, die vorher auf der Walt Disney World Monorail betrieben wurden. Das MGM-Bally’s System wurde im Rahmen einer Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen den beiden Hotels mit privaten Geldern geplant und gebaut bevor es offiziell an die VSL Corporation vergeben wurde.

In 2002 wurde das ursprüngliche System geschlossen, um mit der Umstellung auf das aktuelle Las Vegas Monorail-System zu beginnen. Die Linie wurde vom Bally’s Bahnhof (heute Bally’s & Paris Haltestelle) nach Norden bis zum Sahara Hotel and Casino verlängert. Mehrere Störungen verzögerten die Inbetriebnahme um fast einem Jahr. Eines der Hauptprobleme waren die Teile der Bahn, die regelmäßig auf den Boden und die Straßen unter den Gleisen fielen. Das Problem der herab fallenden Teile führte sogar zu einem kompletten Stopp des Systems in 2004. Der Stillstand dauerte etwa vier Monate und die Bahn wurde wieder für Weihnachten 2004 eröffnet.

Während der riesigen CES (Consumer Electronics Show) Messe von 2005  bewiesen Beamte des Transit System Managements, dass die Monorail große Menschenmengen während Conventions bewältigen konnte. Dies war Teil eines Plans, später das ganze System an die Las Vegas Monorail Company zu übergeben – mit Curtis Myles, einem ehemaligen stellvertretenden Generaldirektor der Regionalen Transportkommission von Süd-Nevada, als erstem Präsidenten dieser neuen Gesellschaft.

Seit 2005 wird über eine Erweiterung der Linie Richtung Flughafen nachgedacht aber Finanzkrisen, enormer Widerstand bei den Taxifahrern und technische Herausforderungen haben es bisher nicht ermöglicht, diesen Plan aus zu führen. Eine Monorail Linie bis zum bald umbenannten Harry Reid International Airport würde viele Verkehrsprobleme im Süden Las Vegas‘ lösen. Die Finanzierung eines solchen Ausbaus bereitet jedoch großes Kopfzerbrechen. Nebenbei, rein technisch und strukturell gesehen, gibt es Engpässe, die von der Tatsache stammen, dass das System ursprünglich von einer privaten Linie zwischen zwei Casinos ausging, nicht von einem Massenbeförderungssystem für die ganze Stadt.

Der Großteil der Fahrgäste des erweiterten Systems sind Menschen, die sich zwischen der nördlichen Seite des Strips und dem Herzen des Strips im Süden fortbewegen möchten. Dies änderte drastisch, als das Sahara Resort bekannt gab, dass es im Mai 2011 die Pforten schließen würde. Die Schließung der Sahara wurde später auch als einer der wesentlichen Gründe für den Rückgang der Fahrgastzahlen im Jahr 2012 angeführt. Seit 2014 ist das Sahara wieder als SLS in Betrieb und tatsächlich stiegen die Fahrgastzahlen wieder.

Nach der großen Krise von 2008 beantragte die Las Vegas Monorail Company einen ersten Insolvenzschutz bei den Behörden. Im September 2020, inmitten der COVID-19-Pandemie, beantragte sie dann erneut einen sogenannten „Insolvenzschutz nach Kapitel 11“, bevor im Dezember der Deal zur Übertragung des Eigentums an die öffentliche „Las Vegas Convention and Visitors Authority“ abgeschlossen wurde.

Heute ist die Monorail noch immer eine tolle Alternative, um sich entlang des Las Vegas Strips fort zu bewegen. Es ist nicht teuer, die Sicht auf die Stadt aus der Höhe ist ungewohnt und toll. Dazu kommt, dass das System relativ pünktlich und zuverlässig ist.

 

Damian Nigro
the-rounder.net


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