Lucas Jumalon ist der neue Poker-Weltmeister. Der erst 22-jährige US-Amerikaner setzte sich im Heads-up des $10.000 WSOP Main Events gegen den Finnen Lauri Saaskilahti durch und sicherte sich das Bracelet sowie ein Preisgeld von $10.000.000.
Jumalon war bereits als deutlicher Chipleader an den Finaltisch gegangen und gab die Führung während keiner einzigen Hand ab. Damit ist er nach Joe Cada der zweitjüngste Main-Event-Sieger der WSOP-Geschichte und zugleich der erste Champion aus dem US-Bundesstaat Washington.
Vom Außenseiter zum Weltmeister
Das Main Event begann am 2. Juli mit 9.208 Teilnehmern. Zu diesem Zeitpunkt beliefen sich Jumalons gesamte Live-Turniergewinne auf lediglich $180.888. Elf Spieltage später vervielfachte der frischgebackene Absolvent der Grand Canyon University diese Summe mit seinem Sieg.
Jumalon ist zudem der vierte US-Amerikaner in Folge, der das prestigeträchtigste Pokerturnier der Welt gewinnt. Als letzter Spieler vor ihm hatte Koray Aldemir 2021 eine Führung zum Start des Finaltisches bis zum Titel verteidigt.
Dabei verlief das Turnier für Jumalon keineswegs problemlos. Am siebten Spieltag stand er während der letzten Pause nach eigener Aussage kurz vor einem mentalen Zusammenbruch. Familie und Freunde halfen ihm jedoch, sich wieder zu sammeln. Anschließend erwischte er einen starken Lauf und übernahm an Tag 8 die Führung.
Saaskilahti bringt Jumalon kurz in Bedrängnis
Im Heads-up traf Jumalon auf Lauri Saaskilahti. Der 40-jährige Finne hatte vor dem Turnier lediglich $138.000 an Live-Preisgeldern gewonnen, sicherte sich nun aber $6.000.000.
Die beiden Finalisten waren bereits an Tag 5 aufeinandergetroffen und hatten damals scherzhaft darüber gesprochen, gemeinsam das Heads-up zu erreichen. Genau dazu kam es schließlich. Den Startschuss für das Duell gab Titelverteidiger Michael Mizrachi mit dem traditionellen „Shuffle up and deal“.
Jumalon begann erneut aggressiv und baute seine Führung zunächst weiter aus. Nach nur 14 Händen bekam Saaskilahti jedoch die Gelegenheit zum Double-up: Bei Blinds von 2.000.000/4.000.000 erhöhte er mit Ass-Zehn auf 10.000.000, woraufhin Jumalon mit Ass-Neun all-in stellte. Saaskilahti callte für insgesamt 131.000.000.
Beide Spieler trafen auf dem Flop ein Ass. Eine Neun auf dem Turn brachte Jumalon in Führung und bis auf eine Karte an den Titel heran. Der River komplettierte allerdings einen Flush für Saaskilahti, der damit wieder bis auf wenige Big Blinds an den Chipleader herankam.

Riskanter Hero Call entscheidet das Duell
Die entscheidende Hand folgte nur wenig später. Auf einem Board mit 4♣, A♠, K♠, J♠ und 6♠ lagen bereits 100.000.000 Chips im Pot. Jumalon setzte mit der Q♠ weitere 180.000.000.
Saaskilahti hielt lediglich J♦3♦ und musste lange überlegen. Ein Fold hätte ihm noch einen spielbaren Stack gelassen, doch der Finne vermutete einen Bluff und bezahlte. Jumalon zeigte den höheren Flush und reduzierte seinen Gegner damit auf weniger als zehn Big Blinds.
Wenige Hände später gingen Saaskilahtis restliche Chips mit Ass-Sieben gegen Jumalons König-Sechs in die Mitte. Eine Sechs auf dem Flop und eine weitere auf dem Turn entschieden die Hand zugunsten des US-Amerikaners.
Jumalon feierte den Triumph gemeinsam mit seiner Familie, Studienfreunden und mehreren Pokerprofis. Zu seiner Unterstützung gehörten unter anderem Brandon Sunshine und Patrick Leonard, der ihn vor dem Finaltisch vorbereitet hatte. Seine Mutter Robin hatte zuvor darauf bestanden, dass er zunächst sein Studium abschließt. Im Mai erhielt Jumalon seinen Abschluss in Business Administration.
Was er mit den $10.000.000 anfangen möchte, ließ der neue Weltmeister zunächst offen. Überstürzte Entscheidungen wolle er jedenfalls nicht treffen. Stattdessen sieht Jumalon seinen Sieg als möglichen Anfang einer größeren Karriere und erklärte, er wolle künftig auch als Botschafter des Pokersports auftreten.
Ergebnis des WSOP Main Events 2026
| Platz | Spieler | Land | Preisgeld |
|---|---|---|---|
| 1 | Lucas Jumalon | USA | $10.000.000 |
| 2 | Lauri Saaskilahti | Finnland | $6.000.000 |
| 3 | Greg Mueller | Kanada | $3.750.000 |
| 4 | Michael Gagliano | USA | $2.750.000 |
| 5 | Han Feng | USA | $2.250.000 |
| 6 | Rami Hammoud | Kanada | $1.750.000 |
| 7 | Jamie Shaevel | USA | $1.500.000 |
| 8 | Mario Boos | Frankreich | $1.250.000 |
| 9 | Evagoras Evagorou | Zypern | $1.000.000 |
