Disziplin gilt bei jedem großen Pokerturnier als Grundpfeiler. Während Chips und Prestige auf dem Spiel stehen, sorgen einzelne Charaktere oft für hitzige Diskussionen. Beim $3.500 WPT Zypern Event mit garantierten $2 Millionen Preisgeld nahm Tourdirektor Matt Savage zwei besonders umstrittene Spieler ins Visier: Will Kassouf und Martin Kabrhel.
Beide gelten in der Szene als berüchtigte Unruhestifter. Kassouf spaltet mit seinem aggressiven „speech play“ seit Jahren die Community. Kabrhel sorgt mit seinem oft grenzüberschreitenden Verhalten regelmäßig für Kopfschütteln. Savage ließ das nicht durchgehen. Direkt zu Beginn machte er klar, dass die Zeiten des Eskalierens vorbei sind.
„Die erste Stunde habe ich damit verbracht, ihm zu erklären, warum er sich hier nicht wie ein Idiot aufführen kann“, schrieb Savage über seinen Austausch mit Kabrhel auf X (ehemals Twitter). Kassouf erhielt ebenfalls eine deutliche Ansage – freundlich im Ton, aber bestimmt in der Sache.
Savage zeigte sich überrascht: „Beide sind deutlich angenehmer, als sie am Pokertisch erscheinen.“ Trotz dieser Beobachtung bleibt Skepsis angebracht, gerade nach Kassoufs Eklat beim WSOP Main Event 2025. Die Pokerwelt vergisst nicht – Regelverstöße und Respektlosigkeit bleiben nicht unbeachtet.
Pak dominiert Turnierstart – ein All-In sorgt für Aufsehen
Am Tisch jedoch überwog das spielerische Können. Aleksandr Pak aus Usbekistan setzte mit starken 379.000 Chips ein klares Ausrufezeichen zum Ende von Tag 1a. Direkt dahinter folgten:
- Furkan Yavuz – 358.500 Chips
- Omar Lakhdari – 169.000 Chips
- Hugues Girard – 139.000 Chips
Auch Tony Dunst, erfahrener WPT-Kommentator und selbst ein starker Spieler, konnte den Tag überstehen.
Das Highlight des Tages lieferte ein packender Vier-Wege-All-In. Rômulo Dorea, WPT Global Ambassador, spielte seine Buben am River aus und bezwang damit Damen, Zehnen und Ass-König – für einen riesigen Pot von 278 Big Blinds. Ein Spot, der pure Gänsehaut auslöst und einmal mehr zeigt, warum Poker sowohl Strategie als auch Spektakel ist.
Regeln über allem – ein Zeichen für die Zukunft
Während die nächsten Starttage der WPT Cyprus Championship weitere Spannung versprechen, bleibt ein Punkt klar: Regeln gelten für alle. Mit klarer Kommunikation und Respekt am Tisch schafft die WPT eine Atmosphäre, in der faire Competition an erster Stelle steht.
Ob Kassouf und Kabrhel sich dauerhaft zügeln, bleibt offen. Doch Savage hat ein Zeichen gesetzt. Wer bei einem hochklassigen Event wie diesem mitspielen will, muss sich wie ein Profi verhalten – nicht wie eine Karikatur seiner selbst. Emotionen gehören dazu. Doch am Ende zählt die Integrität des Spiels.
