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Mike Sexton nimmt Stellung zu „60 Minutes“

Die am Sonntag auf CBS ausgestrahlte Reportage von „60 Minutes“ war eine der am meisten deprimierenden in der Geschichte von Online-Poker. Die in Zusammenarbeit mit der Washington Post recherchierte Story war mindestens genauso niederschmetternd wie der Superuser Skandal selbst. Mike Sexton nahm nun Stellung zu der Sendung.

Mike Sexton wird oft als Poker-Botschafter bezeichnet. Er kam in der Reportage ebenso zu Wort wie zum Beispiel Greg Raymer. Doch wie so oft, wurde nur das ausgestrahlt, was den Journalisten in die Show passte. Wie Mike Sexton nun schreibt, gab es schon bei der Aufzeichnung im Rahmen der World Series of Poker (WSOP) heftige Diskussionen.

Das Bild von Online-Poker, dass der Allgemeinheit in „60 Minutes“ gezeigt wurde, war niederschmetternd. Und vor allem dieser Leitsatz von wegen, Online-Poker sei in den USA illegal. Bei der WSOP gab es eine rund einstündige Diskussion mit Steven Kroft von CBS, Greg Raymer, Linda Johnson und Mike Sexton. Diese wurde aber nicht einmal ansatzweise gezeigt. Alles was Positives über Online-Poker gesagt wurde, passte nicht in das düstere Bild der CBS-Sendung.

Wie Mike Sexton berichtet, ging es primär wieder darum, dass sich auch die Online-Anbieter eine sinnvolle Regulierung wünschen. Und der Skandal rund um Absolute Poker und Ultimate Bet sollte eigentlich ein Weckruf sein. Denn alles was reguliert ist, kann auch leichter kontrolliert werden. Auch die Kahnawake Gaming Commission (KGC) bekam in der Sendung die volle Härte der Ablehnung zu spüren. Zusammengefasst wurde ihr nämlich komplettes Versagen unterstellt. Dass die KGC zu spät reagiert hat oder vielleicht zu zögerlich, mag korrekt sein. Aber in Summe hat man dafür gesorgt, dass alle betroffenen Spieler entschädigt wurden. Man hat alles durchleuchtet und die beiden Online-Rooms zu horrenden Strafen verurteilt.

Vor allem aber ist Mike Sexton enttäuscht darüber, dass wieder eine Chance zunichte gemacht wurde, um Online-Poker in eine ernsthafte Diskussion in der Öffentlichkeit zu bringen. Es scheint fast so, als wären auch die Bemühungen der Poker Players Alliance (PPA), Online-Poker endlich entsprechend zu regulieren und zu taxieren, vergeblich. Millionen von Amerikaner spielen online. Der Unlawful Internet Gambling Enforcement Act (UIGEA) will ihnen dieses Hobby nehmen. Kentucky will rund 140 Domains von Online-Anbietern beschlagnahmen lassen. Statt dem Suchen eines sinnvollen Konsenses, wird jeder Internet-Spieler in die Schiene der Illegalität gelenkt.

Auch in Deutschland sind die meisten Berichte von pokerfremden Medien zumeist sehr negativ. Kaum versucht jemand, etwas Positives über Online-Poker zu sagen, kommt sofort das Argument der Spielsüchtigkeit und dass schon unzählige Existenzen durch Online-Gambling ruiniert wurden. Aber noch niemand hat die Frage beantwortet, wie viele Pokerspieler tatsächlich ihre Existenz beim Online-Poker verspielt haben.


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