- Politische Strategie: Glücksspielverband SBA spendet über 2 Millionen US-$ an Demokraten in Virginia.
- Online-Poker im Fokus: Ziel ist die Legalisierung von iGaming und Poker nach Vorbild anderer US-Bundesstaaten.
- Milliardenpotenzial: Nachbarstaaten erzielten bereits 4,5 Milliarden US-$ an iGaming-Steuern.
In Virginia bahnt sich ein politisches Tauziehen um die Zukunft des Online-Glücksspiels und damit auch um Online-Poker an. Die Sports Betting Alliance (SBA), ein Zusammenschluss der großen US-Wettanbieter DraftKings, FanDuel, BetMGM, Fanatics und bet365, hat laut einem Bericht von Radio IQ über 2 Millionen US-$ an demokratische Kandidaten im Bundesstaat gespendet. Die Republikaner erhielten dagegen weniger als 500.000 US-$.

Während Sportwetten in Virginia bereits seit 2021 legal sind, warten Online-Casinos und Pokerplattformen bislang noch auf grünes Licht. Das könnte sich bald ändern.
Online-Poker als Teil eines größeren Plans
Offiziell verfolgt die SBA das Ziel, in allen 50 Bundesstaaten ein „transparentes, sicheres und legales Umfeld für Sportwetten und Online-Casinos“ zu schaffen, inklusive verantwortungsvoller Spielerschutzmechanismen. Hinter den Kulissen dürfte das Bündnis jedoch auf eine Ausweitung der Gesetzgebung abzielen, die auch Online-Poker einschließt.
Von den Mitgliedern der Allianz betreibt aktuell nur BetMGM eine vollwertige Pokerplattform, während FanDuel über denselben Mutterkonzern wie PokerStars läuft. In den meisten US-Bundesstaaten, in denen Online-Casinos legalisiert wurden, zählt auch Poker zur gleichen Gesetzesinitiative. Dieses Muster könnte sich nun in Virginia wiederholen.
Demokraten im Fokus der Glücksspielindustrie
Politikwissenschaftlerin Jennifer Victor von der George Mason University ordnete die Spenden gegenüber Radio IQ ein: Normalerweise stammten Wahlkampfspenden von lokalen Akteuren, doch dieses Mal spiele ein auswärtiges Bündnis eine überproportionale Rolle. Dies sei ein Zeichen für „eine Menge Geld, das auf dem Spiel steht“.
Dass die Demokraten den Großteil der Zuwendungen erhalten, dürfte kein Zufall sein. Sie gelten als deutlich offener gegenüber Glücksspielerweiterungen und werden laut Prognosemärkten auf Kalshi mit 93 Prozent Wahrscheinlichkeit beide anstehenden Wahlen gewinnen. Sollte sich diese Einschätzung bestätigen, wäre der Weg frei für eine Gesetzesinitiative, die Online-Poker und iGaming offiziell in Virginia verankert.
Virginia im Vergleich mit Nachbarstaaten
Ein Blick auf die Region zeigt, warum die Glücksspielbranche mit Hochdruck agiert: Pennsylvania, West Virginia, New Jersey und Delaware haben legale Online-Casinos und Pokerplattformen etabliert und dadurch zusammen bereits Steuereinnahmen in Milliardenhöhe generiert. Für Virginia, das bisher nur beim Sportwetten mitmischt, wäre die Legalisierung von Online-Poker und -Casinos ein milliardenschwerer Schritt nach vorn.
Die SBA versucht nun, sich durch gezielte Unterstützung der politischen Mehrheitsfraktion eine starke Ausgangsposition für die kommende Legislaturperiode zu sichern. Ob Poker und iGaming bald in Virginia legal werden, hängt nun von den Novemberwahlen ab. Sollte die demokratische Mehrheit Bestand haben, dürfte das Thema rasch wieder auf der politischen Agenda landen.