Bei der PokerStars Open in Manchester gelang Oleksandr Shevchenko ein bemerkenswerter Doppelsieg, wobei insbesondere sein Triumph im £2.200 No-Limit Hold’em-Event für Aufsehen sorgte. Nach insgesamt neun Re-Entries konnte sich der Ukrainer am Ende nicht nur über den Titel, sondern auch über ein hart erarbeitetes Preisgeld von £23.100 freuen. Als Startpunkt diente jedoch ein deutlich effizienterer Erfolg: Bereits zuvor hatte Shevchenko das £220 PLO-Event mit nur einem Einsatz gewonnen.

Marathon im Re-Entry-Turnier mit Happy End
Der Auftakt im £2.200 NLH Turnier verlief für Shevchenko denkbar schlecht. Mit seiner ersten Teilnahme war er der erste Spieler, der aus dem Event ausschied. Doch da es sich um ein Turnier mit unbegrenzten Re-Entry-Möglichkeiten handelte, war sein Abschied nur von kurzer Dauer. Shevchenko meldete sich erneut an – acht weitere Male. Insgesamt wurde er als erster, dritter, vierter, sechster, siebter, achter, neunter und schließlich als 13. Spieler des Turniers eliminiert.
Erst der neunte Versuch brachte die erhoffte Wende. Mit dieser letzten Anmeldung erreichte Shevchenko schließlich den Finaltisch, setzte sich gegen das verbliebene Teilnehmerfeld durch und sicherte sich den Sieg – und das Preisgeld von £23.100. Bei neun Buy-ins summierte sich sein Aufwand auf £19.800, sodass ihm am Ende ein Gewinn von £3.300 verblieb.
Zwar fiel der Profit gemessen an der Investition überschaubar aus, doch das Resultat zeigte, dass Durchhaltevermögen in Re-Entry-Formaten zum Erfolg führen kann.
Geteilte Meinungen über den Re-Entry-Ansatz
Shevchenkos Performance löste durchaus unterschiedliche Reaktionen aus. Während viele die Hartnäckigkeit und den Siegeswillen lobten, gibt es auch kritische Stimmen zum unbegrenzten Re-Entry-Modus im Turnierpoker.
Poker-Vloggerin Peggy Crawford kommentierte den Sieg lakonisch mit „Respect the grind“. Ein anderer Spieler äußerte sich auf Instagram optimistisch: „Wenn man für das Spielniveau gerollt ist, spielt es keine Rolle, wie viele Bullets man abfeuert. Jede Kugel ist ein neues Turnier.“
Deutlich kritischer hatte sich jüngst der bekannte Pokerkommentator Norman Chad zu Re-Entry-Formaten geäußert. Auch wenn er sich zu Shevchenkos Fall noch nicht öffentlich geäußert hat, dürfte der Sieg nach neun Versuchen auch in dieser Diskussion neuen Zündstoff liefern.
Unabhängig von der Diskussion um das Format kann Shevchenko auf eine erfolgreiche Turnierwoche zurückblicken. Zwei Titelgewinne bei der PS Open in Manchester sprechen für sich – auch wenn der Weg dahin alles andere als gewöhnlich war.