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Online-Poker in Frankreich bald legal

Schon vor einem Jahr war die Gesetzesvorlage fertig und sie hätte auch bereits mit 1. Januar in Kraft treten sollen. Jetzt ist es aber soweit und die Franzosen legalisieren Online-Poker. Noch vor der Fußball-Weltmeisterschaft im Juni soll das Lizenzmodell umgesetzt sein.

Bisher zählte Frankreich immer zu den restriktiveren Ländern in Europa. Auch Live-Poker war keine selbstverständliche Sache in Frankreich. Langsam haben aber auch die Franzosen erkannt, dass sich Poker zu einem Business und einer Massenbewegung entwickelt hat.

Das Gesetz ermöglicht es Poker-Anbietern, Lizenzen zu erwerben. Damit ist es auch mit dem Monopol von „La Francaise des Jeux“ und „PMU“ vorbei. Im Gesetz sind natürlich auch Auflagen zum Schutz vor Geldwäsche und der Spielsuchtprävention enthalten, aber für die meisten Anbieter sind diese leicht zu erfüllen. Ein wenig schmerzhafter ist da schon die Taxierung, denn bei Poker müssen 2 Prozent der Umsätze an den Staat abgeführt werden. Das ist aber vergleichsweise wenig gegen die 7,5 Prozent bei Sportwetten.

Damit jene Anbieter, die sich um eine Lizenz bewerben auch wissen, warum sie plötzlich zahlen sollen, hat die französische Regierung vor, all jene nicht-lizenzierten und damit weiterhin illegalen Anbieter in Frankreich unzugänglich zu machen. Ob das mit dem Webseiten-Blockieren tatsächlich so funktioniert, bleibt abzuwarten.

Die großen Online-Anbieter wie PokerStars, Full Tilt oder Everest Poker werden sich auf jeden Fall um einen legalen Status bemühen, zumal PokerStars ja erst vor kurzem die French Poker Tour annonciert hat.


4 Comments
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peter
10 Jahre zuvor

Wie ist das den in den Ländern wo das Onlinepoker legal ist (z.B. Italien, und nun Frankreich), werden dort nur die Einnahmen der Anbieter versteuert oder auch die Gewinne der Spieler?

Wie is das eigentlich bei uns geregelt, Gewinne aus dem Casino, sind steuerfrei oder?
Was ist mit Gewinne aus ausländischen Turnieren (z.B. eine ausländische EPT oder WSOP)? Weil in manchen Ländern müssen ja die Gewinne versteuert werden (siehe Eastgate nach dem WSOP Sieg).

WolfW
10 Jahre zuvor

Gewinne (von Pokerspielern, nicht von Anbietern!) versteuern zu lassen macht eigentlich keinen Sinn, da Poker ein Nullsummenspiel ist und keinen Mehrwert generiert (was der eine gewinnt, muss ein anderer verlieren).
da man, wenn man einen Gewinn versteuern muss, man ja einen Verlust auch steuerlich absetzen können muss, würden für den Staat dabei nur Kosten entstehen, aber keine Einnahmen!
(gilt nur in einem abgeschlossenen System- bei der WSOP, bei der die meisten Spieler ja von ausserhalb kommen, kann der Staat schon abzocken)

pokerfriend
10 Jahre zuvor

2 % vom Umsatz, damit für Betreiber und Spieler uninteressant !!!

Cowboy
10 Jahre zuvor

@WolfW:

Prinzipiell hast Du recht, aber erklär das mal dem deutschen Fiskus…

Grundsätzlich ist es beim Cashgame schwierig, sowohl Gewinne als auch Verluste im Casino zu berücksichtigen, denn wie soll hier der Nachweis zu erbringen sein, was Du gewinnst oder verlierst? Deinen Gewinn steckst Du ein und gehst nach Hause, es gibt keine Kontrollmeldung an Dein Finanzamt o.ä.

Anders sieht es bei Turnieren aus. Sobald sich jemand mit Pokern seinen Lebensunterhalt verdient und dies nachweisbar ist (z.B. Gewinn einer EPT, WSOP etc. über diverse Medien und Veröffentlichungen wunderbar nachvollziehbar), droht die grundsätzliche Gefahr der steuerbaren und steuerpflichtigen Tätigkeit. Schließlich liegt dann eine regelmäßige Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht vor. Es wäre dann möglich, dass Dein Sachbearbeiter im Finanzamt nicht nur ertragsteurpflichtige Umsätze vermutet, sondern auch noch gewerbe- und umsatzsteuerliche Tatbestände erfüllt sieht. Und als Verluste kannst Du nur Deine Buy-ins ansetzen und eventuell Deine Spesen z.B. für die Anreise (also Werbungskosten).

Die grundsätzliche Frage ist demnach, wann eine Tätigkeit als regelmäßig einzustufen ist blabla… Dies wird wohl nicht der Fall sein bei einem einzelnen Turniergewinn, egal wie hoch die Siegesprämie ist. Es kommt auf die Betrachtung der gesamten Lebensumstände des (potentiellen) Steuerpflichtigen an. Dass Poker nach wie vor als Glücksspiel gilt, ist irrelelvant.

Zu diesem Thema gab es hier auf pokerfirma.de mal einen überaus interessanten und super geschriebenen Blog von Felix Osterland, der im Archiv vielleicht noch irgendwo zu finden ist!

P.S.
Das alles ist nicht auf meinen eigenen Mist gewachsen 🙂