Kolumnen

Paschas Analyse, Strippoker und „Yeaaah Boyyyy!“ – Was sonst noch in der Woche passierte

Der teuerste Pot und Trauriges wird aus Las Vegas berichtet und seltsames aus der Schweiz. Verständliches aus England und nichts Gastronomisches aus Amerika. Die Welt wird nie mehr so sein, wie sie einmal war.


Hermann Pascha (wer sonst?) spielte gegen Ronny Kaiser den größten Pot, welcher jemals bei den German High Rollern gespielt wurde. So sah er diese letzte Hand des Abends:

Man muss bedenken, dass es das letzte Spiel in der Session war. Nach drei Aufzeichnungstagen. Ich war beim Omaha gut im Plus – wenn auch insgesamt auf die Staffel gesehen, leicht im Minus. Da war natürlich bei mir die Überlegung: „Soll ich jetzt nochmals etwas riskieren?“ Und das noch dazu im letzten Spiel. Bei Ronny kann man sich außerdem nie sicher sein.
Der Fehler war schon der Call des Potraises (von 300 auf 2.450). Aber ich spiele nun mal gerne und dafür war ich ja auch da, letzte Hand hin oder her.
Ich habe ihn, so wie er im Flop angespielt hat, auf zwei Assen eingeschätzt. Es war ein kleiner Flop, also für Ronny nicht unbedingt gut. Ich habe rumüberlegt, ob er eventuell noch die kleine Straße oder den Draw dazu hat, mit den Assen, denn dann würde er bezahlen, wenn ich reraise. Und zwei Herz für den Flush-Draw lagen ja auch. Er hätte die Asse besetzt haben können… Schlussendlich dachte ich mir: „Okay, ich bezahle nur, ich muss ja nicht alles riskieren“.
Ich hatte also die zwei Nuts-Paare und bezahlte. Auf dem Turn kam der König, worauf er glaubte, dass er der Chef ist, und er hatte diesmal noch den Backdoor-Nuts-Flushdraw dazu. Und ich hatte nun die drei höchsten Paare. Für mich noch immer okay. Ich hätte hier erneut die Initiative haben müssen. Denn aus der Hand komme ich ohnehin nicht mehr raus.
Aber okay. Wenn man bislang so defensiv spielt, dann lässt man den Gegner stark werden: Der Fehler war schon vor Flop und im Flop (nicht angespielt und kein Check-Raise gespielt). Aber das ist halt Pokern. Da geht es dann halt oft auch um die richtigen Entscheidungen im richtigen Moment und um das Quäntchen Glück, das entscheidet, ob du mit einem lachenden oder einem weinenden Auge vom Tisch aufstehst. Und Ronny ist nicht nur ein sympathischer Spieler, sondern noch dazu ein hervorragender, der obendrein auch einen super Lauf hatte.
Im Nachhinein denkt man sich freilich: „Wäre ich bei diesem letzten Spiel doch gleich rauchen gegangen.“ Aber so bleibt der Trost, dass ich den Pot wenigstens an Ronny verloren habe. Das hätte mich bei dem einen oder anderen Spieler sicher richtig geärgert. Aber gegen ihn war das in Ordnung.


Hasenlose Ostern?

Hugh Marston Hefner (* 1926 ) seines Zeichens der Frontman des Playboy-Konzerns ist auch nicht mehr der Jüngste und die Clubs der Welt dürften nicht mehr sein Zuhause sein. Dies könnte den Grund darstellen, weshalb der Playboy Club im Palms zu Las Vegas seine Pforten für immer schließen wird. Die fettesten PokerStars Parties, mit einem Staraufgebot, welches jede „Gala“ locker gefüllt hätte, die knappest gekleidetsten Dealerinnen von ganz Las Vegas und eine der schönten Views auf Sin City gehören nun bald der Vergangenheit an – schade irgendwie. Aber scheiss drauf! Las Vegas hat noch genug andere Clubs, und ganz ehrlich: Die hübscheren Dealerinnen gab es ohnehin im „Pussy Cat Dolls“ Casino im Planet Hollywood. Machs gut Hugh.

Foto: Toglenn

Vicky Coren wird geehelicht

Was zählt wohl mehr? Eine EPT zu gewinnen oder den Menschen für’s Leben finden? Ich schätze mal, dass 90% der Pokerspieler wohl auf den Lebensmenschen verzichten würden, um einmal den Siegespokal einer EPT in Händen zu halten – Vicky hat beides. In der britischen „Times“ veröffentlichten sie und ihr Verlobter, der britische Komiker David Mitchell, ihre „in naher Zukunft“ stattfindende Hochzeit. Wir gratulieren schon mal!


„Raus mit euch“

«Alles aussteigen, ich bin jetzt Lotto-Millionär!», vernahmen Fahrgäste im britischen Corby, 14 Kilometer nördlich von Kettering in Northamptonshire. Der Busfahrer John Noakes (49) ließ dies über den „Bordfunk“ der Linie 5 verlauten. Dies wäre nicht so schlimm für die Komune gewesen, hätte John alleine den Jackpot geknackt. Dummerweise waren aber noch 11 weitere Busfahrer in der Tippgemeinschaft und die taten es John gleich und stellten ihre Arbeit sofort ein. 38 Millionen Pfund sind für die Busfahrer Argument genug gewesen, um die Pensionierung etwas vorzuziehen. Im Betrieb ließen sie ausrichten: „Von uns erscheint morgen keiner zur Schicht.“



Foto: Tom Walker


Strip Poker im Klassenzimmer

Ob es sich bei Strippoker um eine erzieherische Maßnahme, oder um einen mathematischen Test handelte, wurde von der Schulbehörde nicht bekanntgegeben. Bekannt gegeben wurde aber, dass im schweizerischen Wettlingen ein Oberstufenlehrer, eben jene seltsame Pokerrunde zustande kommen ließ und das der Lehrer sich den Sechstklässlern gegenüber „pervers“ geäußert hätte. Eine der Hausaufgaben war es zum Beispiel, sich einen Pornofilm anzusehen. Wenn die Schweizer jetzt anfangen in den Schulen Strip Poker zu spielen, dann darf man sich nicht wundern, wenn die Schweizer so stark an den internationalen Pokertischen sind. Der Lehrer wurde übrigens krank geschrieben.



Symbolfoto, aufgenommen im „Pascha“ Berlin


The Tilly and The Simpsons

Nicht gerade berauschend liest sich die Filmographie von Jennifer E. Chan, welche besser bekannt ist als Jennifer Tilly. Nun soll sie in einer Folge der Simpsons „geadelt“ werden. In der kommenden Staffel hat sie einen Gastauftritt und vertritt sich selbst. Ganz trickfilmunerfahren ist die chinesischstämmige Actress allerdings nicht, so spricht sie schon seit Jahren die Figur der „Bonnie Swanson“ in der Serie Family Guy. Dass sie für diese Rolle die zweite Oscarnomminierung, nach Woody Allens „Bullets over Brodway“ bekommt, ist nahezu auszuschließen.



„Yeaaah Boyyyy!“

William Jonathan Drayton Jr. (53) eröffnet ein Restaurant. Dies wäre wahrlich keiner Meldung wert. Wenn William Jonathan Drayton Jr. aber der bürgerliche Name von „Flavor Flav“ ist und seine Hähnchenbraterei „Flavor Flavs House of Flavor“ heißt, dann schon. Mit überraschend großer Uhr und seinem durch MTV bekannten „Posing“ eröffnete er letzte Woche in Las Vegas sein Restaurant. Er selbst wird wohl nicht hinter dem Tresen stehen, falls man aber trotzdem den Geschmack von „Flav“ ergründen möchte, so findet man dies in der 3333 S. Maryland Parkway in Las Vegas. Mahlzeit.

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