- Manipulierter Fan-Vote: Phil Hellmuth sieht Sabotage bei WSOP-Umfrage zur Main-Event-Teilnahme.
- Kritik an WSOP-Struktur: Hellmuth fordert einen Erholungstag, um die Turnierergebnisse fairer zu gestalten.
- Showtime garantiert: Am 2. Juli zieht Hellmuth als ’80s-Rocker unter dem Motto „Highway to Hellmuth“ ins Main Event ein.
Das Drama um Phil Hellmuths Teilnahme am Main Event der WSOP 2025 geht unvermindert weiter. Nachdem er im Februar angekündigt hatte, das Main Event boykottieren zu wollen, ließ er seine Fans kurz vor Turnierbeginn in einem beispiellosen PR-Stunt per Twitter/X-Umfrage über seine Teilnahme abstimmen. Anfänglich lag die Zustimmung zur Teilnahme bei über 70 %, doch nach rund 4.000 Stimmen kippte das Ergebnis dramatisch – plötzlich votierten zahlreiche Accounts fast ausschließlich für „Boykott“.

Hellmuth zog daraufhin die Umfrage zurück und vermutete dahinter eine gezielte Sabotage: „100 % manipuliert“, sagte er. Von einem „Troll-Farm-Angriff“ ist die Rede. „Ich lasse mich nicht von manipulierten Klicks davon abhalten“, betonte Hellmuth.
Kritik an der WSOP-Struktur
Hellmuth nutzt die generierte Aufmerksamkeit auch, um organisatorische Schwächen des WSOP Main Events anzuprangern. Vor allem die Belastung durch fünf aufeinanderfolgende Zehn-Stunden-Tage sei aus seiner Sicht untragbar. „Ich glaube, 30 bis 40 % der Spieler können dieses Turnier aufgrund von Erschöpfung gar nicht gewinnen“, sagte Hellmuth. Er fordert lediglich einen freien Tag an Tag 6. „Ich liebe die Struktur – aber Erschöpfung darf kein Entscheidungskriterium sein.“
Dabei spart er auch nicht mit Seitenhieben: Einige Spieler würden sich mit Mikrodosierungen von Pilzen, Adderall oder Cannabis durch die Tage schleppen. Ob es 2026 Änderungen gibt, bleibt offen.
„Highway to Hellmuth“: Der große Auftritt
Trotz allem bleibt Hellmuth ein Entertainer par excellence: Für den 2. Juli ist sein spektakuläres WSOP-Entrée geplant – unter dem Motto „Highway to Hellmuth“. Mit Lederhose, langem Haar und Rocker-Look will er die Halle betreten, flankiert von Models, Sohn Phillip und Pokerprofi „Jungleman“ Dan Cates. „Es ist einfach ein Spaß-Spektakel“, so Hellmuth. Selbst ein Ford Mustang soll verlost werden – gesponsert von BetRivers.
Von Gott auserwählt?
Im Gespräch mit einem Reporter zeigt sich Hellmuth derweil reflektiert und ambitioniert. Sein Ziel: 24 Bracelets. Dies sei bereits 1993 „eine Eingebung von Gott“ gewesen. Trotz seines Rufes als „Poker Brat“ betont er, wie selten seine Ausraster tatsächlich seien. 99 % der Zeit sei er positiv gestimmt, sagt er. Sein Credo: „Nicht über Pech jammern – erinnere dich, wann du Glück hattest.“
Auch privat und beruflich ist er ausgelastet: Neben dem Pokerspiel berät er laut eigener Aussage rund 30 Unternehmen und sieht sich als „Game Changer“ für Gründer. Dennoch gehöre die World Series allein dem Poker: „Kein Termin, kein Meeting – ich schirme meine Zeit komplett ab.“