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Poker doch wieder Glücksspiel in Dänemark

Schlechte Nachrichten gibt es dieses Mal für die dänischen Nachbarn. Nachdem Pokerturniere außerhalb der Casinos seit Dezember 2007 als legal angesehen wurden, entschied letzte Woche das dänische Höchstgericht, dass diese als illegales Glückspiel anzusehen seien.

Als Frederik Hostrup 2007 von einer Hotelkette wegen Abhalten illegaler Pokerturniere angezeigt wurde, war die Sache ins Rollen gekommen. Auf regionaler Ebene und auch vom Landesgericht wurde Frederik Hostrup Recht gegeben. Pokerturniere seien kein illegales Glücksspiel und demzufolge dürfen diese auch außerhalb der Casinos veranstaltet werden. Nicht nur für Frederik Hostrup, sondern für die gesamte dänische Pokerwelt ein grandioser Erfolg.

Doch das Verfahren war noch nicht endgültig abgeschlossen, denn die Entscheidung des Höchstgerichts stand noch aus. Hostrup blickte der Causa positiv entgegen, denn zumeist hält sich das Höchstgericht an die Entscheidungen des Landesgerichts. In diesem Fall jedoch ging die Sache schief. Pokerturniere fallen in die Kategorie „Glücksspiel“ und sind deshalb außerhalb eines lizenzierten Casinos nicht gestattet. Zwar haben nahezu alle Mitglieder des Höchstgerichts Hostrup für schuldig befunden, illegal Pokerturniere veranstaltet zu haben. 5000 DKK sollte er als Strafe zahlen, doch die Höchstrichter erließen das Bußgeld mit der Begründung, die vorhergegangenen Gerichtsentscheide seien irreführend gewesen und Hostrup hätte sich keiner Schuld bewusst sein können.

Während für das Höchstgericht mit dieser Entscheidung der Fall nun endgültig abgeschlossen ist, hat Frederik Hostrup bereits einen neuen Plan. Nicht nur er will sich nicht damit abfinden, dass Pokerturniere außerhalb eines Casinos nicht veranstaltet werden dürfen. Er sieht eine Chance in einer ähnlichen Regelung wie in Großbritannien. Bis zu einem kleinen Betrag solle man auch ohne staatliche Casino-Lizenz Pokerturniere veranstalten dürfen. Konkret nennt Hostrup einen Betrag von rund 300 DKK (€ 40). Unterstützung findet dieser Plan von der konservativen Partei. Hier hält man nichts davon, einen Pokerspieler sofort in die Ecke der Illegalität zu drängen.

Gerade auch die Entscheidung des dänischen Höchstgerichts sah man als eine sehr wichtige für ganz Europa an. Dass es nun heißt, Pokerturniere gehören ins Casino, lässt die Hoffnung auf eine ansprechende Lösung in Deutschland auch wieder kleiner werden. Denn damit wird dem Glücksspielstaatsvertrag (wieder einmal) Recht gegeben.


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jens
11 Jahre zuvor

was soll das für einen Unterschied machen ob mit kleinen Einsätzen oder großen Poker ist und bleibt zu 80% ein Glücksspiel, wenn nicht sogar mehr. 1+1 bleibt auch 2 und 1*1 bleibt 1 da helfen auch keine eigenen Entscheidungen ob ich die karten wegschmeiße oder ob ich mich entscheide zu spielen. Auch die Varianzen ändern daran nichts. Die Grundsatzentscheidung sollte sein, will ich spielen oder nicht. Wenn es mein Geld ist sollte ich meine Entscheidung frei treffen dürfen.Der Staat sollte sich mal ein wenig zurück nehmen. In allen Ländern.